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05-16 Kommentar Sukadev

Gott hält die ganze Welt am Kreisen. Das ganze Weltgeschehen geschieht. Alles was geschieht, geschieht aus Gott heraus. Das ist eine Interpretation dieser Verse

Eine weitere Interpretation: wir haben einen Körper, Gedanken, Emotionen, einen Körper-Geist-Komplex, der in dieser Welt enthalten ist. In dieser Welt haben wir bestimmte Aufgaben. Die Identifikation unseres Selbst mit diesem Körper-Geist-Komplex ist keine Aufgabe davon. Auch Verdienste und Sünden anzuhäufen ist keine Aufgabe davon, genauso wenig ein gutes oder schlechtes Gewissen zu haben.

Unsere Aufgabe ist es, bewusst zu sein, bewusst unser Bestes zu geben und das zu tun, was unser Karma in der jeweiligen Situation erfordert. Unsere Aufgabe ist es, unserer Swarupa gemäß unsere Talente, Möglichkeiten, Fähigkeiten von ganzem Herzen einzusetzen und zu erkennen, dass es nicht unser Selbst ist, das handelt.

Dabei ist es gut, unterschiedliche Standpunkte einzunehmen: Wenn wir handeln und unser Tagesablauf uns bestimmte Aufgaben gibt, dann müssen wir diese Aufgaben mit einer guten Einstellung angehen. Dann ist es nicht hilfreich oder geschickt zu sagen: „Ich tue nichts. Nichts geschieht.“ In diesem Moment ist es gut wirklich zu überlegen: „Was ist meine Aufgabe? Wie kann ich das machen? Wie kann ich es am besten machen? Wie kann ich es vom ganzen Herzen machen? Wie kann ich es richtig machen?“ Wenn diese Handlung abgeschlossen ist, dann ist es besonders gut zu sagen: „Ich bringe alles Gott dar.“ Und nachdem wir es dargebracht haben, dann ist es gut zu sagen: „Ich hab nichts gemacht.“ Dies ist ein sehr wichtiger Dreier-Schritt.

Swami Vishnu-devananda, mein Yoga Meister, hat mich darin sehr stark ausgebildet und ich habe es intensiv verinnerlicht. Es ist sogar so, wenn Menschen mir zum Geburtstag wünschen: „Mögen alle deine Wünsche in Erfüllung gehen“ oder ich gefragt werde: Welche Wünsche ich habe, ich keine habe. Auch: „Mögen deine Träume in Erfüllung gehen.“ „Welche Träume“ frage ich mich dann. Und wenn mich jemand auffordert: „Tu doch mal heute nur, was du wirklich willst, so denkt mein Geist nicht darüber nach, was ich tun will. Es ist nicht das Training meines Geistes zu überlegen, was ich will oder nicht will, sondern das, was zu tun ist, zu tun und zwar so gut wie möglich. Meine Talente entsprechend gut einzusetzen ist meine Aufgabe. Wenn ich einen Vortrag vor 2 Leuten geben soll, dann gebe ich ihn vor 2 Leuten. Wenn ich einen Vortrag vor 400 Leuten geben soll, dann gebe ich ihn vor 400 Leuten. Wenn das Fernsehen eine Sendung mit mir drehen möchte, dann mache ich das. Wenn der Bürgermeister mit mir sprechen möchte, dann spreche ich mit dem Bürgermeister. Wenn jemand psychische Probleme hat und ich der einzige bin, der da ist, dann spreche ich mit demjenigen.

Swami Vishnu war ein Muster- und Idealbeispiel dieser Karma Yoga Einstellung. Er hat durch das persönliche Beispiel gelehrt. Eine kleine Anekdote: Irgendwann hatte die Pumpe im Ashram nicht richtig funktioniert. Es hieß, dass der Handwerker nicht kommen kann. Also band Swami Vishnu sein Dhoti (indisches Kleidungsstück) hoch und stieg nach seinem Vortrag vor 400 Leuten selbst in das überschwemmte, stinkende Pumpenhaus hinein. Nach einer halben Stunde kam er wieder heraus, die Pumpe ging wieder und der Ashram hatte wieder Wasser. Swami Vishnu war total verdreckt und ging sofort duschen. Es war ihm völlig egal, ob er in der Pumpenstation im Dreck arbeitet, einen Vortrag hält, ein Buch schreibt, meditiert oder Essen kocht. Es galt die Pflichten zu tun, das zu tun, was nötig war. Nicht immer ist das, was zu tun ist, das, was wir am besten können. Manchmal denken wir, der oder der könnte das besser als ich. Aber wenn Gott wollte, dann hätte er jemand anderem die Aufgabe gegeben. Swami Vishnu hat mir mal gesagt, als ich ihm sagte, ich fühle mich noch nicht bereit die Yogalehrerausbildung zu leiten:

„In dem Moment, wo du denkst, dass du es bist, der leitet, ist nur dein Ego groß geworden. Du sollst nämlich gar keine Yogalehrer Ausbildung geben. Gott wird sie durch dich geben, du stellst nur deinen Körper und deinen Geist zur Verfügung. Meister Sivananda wird sie nutzen.“

Wir sollen das, was wir haben, zur Verfügung stellen und uns dabei nicht identifizieren.

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