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05-22 Kommentar Sukadev

Diese Aussage Krishnas klingt vielleicht etwas negativ. Sinnesfreuden sind schmerzhaft, wenn wir an ihnen hängen. Es ist aber in Ordnung, an Sinnesfreuden Freude zu empfinden, wenn wir uns von Anfang an bewusst machen, dass sie einen Anfang und ein Ende haben. So sind wir nicht an sie verhaftet und können in Brahman ruhen.

Der Alltag bietet uns viele Möglichkeiten, diese Verhaftungslosigkeit zu erlernen: Geistige, emotionale und spirituelle Verhaftungslosigkeit. Im Alltag gehen Menschen durch Höhen und Tiefen. Angenommen z.B. ihr habt einen Chef, der immer nur gleichmütig ist oder ihr seid selbst Chef und habt nur gleichmütige Mitarbeiter. Wäre das wünschenswert? Nicht unbedingt. Ich kenne einen YogaMeister namens Swami Chidananda, der eine Inkarnation von Gleichmut ist. Er hat viele Vorträge gegeben, mit Menschen gesprochen. Die aktive Arbeit der Ashramleitung hat Swami Krishnananda gemacht. Dieser war ein eher robuster, burschikoser Mensch. Er war ein sehr gewissenhafter Swami, der alle seine Aufgaben gut erledigt hat. Er konnte auch mal schimpfen, um Menschen zu Gewissenhaftigkeit zu ermahnen. Am Ende der Arbeit hat er sich vor dem Altar verneigt, Swami Sivananda betrachtet und ist dann übergangslos in tiefe Meditation versunken. Von ihm ging eine ruhige, unglaubliche spirituelle Ausstrahlung aus.

Ähnliches galt für Swami Vishnu-devananda. Wenn er im Karma Yoga praktizierte konnte er die Menschen zurechtweisen. Er konnte überschwängliche Freude verbreiten und voller Energie sein. Er konnte alle möglichen Dinge tun, verschiedenste Stimmungen zeigen, doch wenn die Arbeit beendet war, blieb er unberührt davon, in Brahman aufgehend.

Nur dann, wenn wir wirklich in Brahman aufgehen, fühlen wir dauerhafte Freude. Es gibt natürlich auch die kleineren Freuden, wenn es etwas Leckeres zu Essen gibt, wenn uns jemand lobt, wenn unser Partner besonders freundlich ist etc. Es spricht nichts dagegen diese Freuden zu genießen, doch wir sollten uns nicht an sie verhaften und denken, sie müssten immer da sein.

Swami Vishnu hat gerne gesagt: „Ein Yogi kann sich immer freuen. Wenn Sachen schön sind, kann er sie umso besser genießen, weil er bewusster in der Gegenwart ist, nichts erwartet und auch keine Angst hat, dass sie vergehen. Und wenn etwas schief geht, freut er sich über die Lektion in Verhaftungslosigkeit“ der Yogi kann furchtlos sein, weil er weiß, dass alles relativ ist und vergeht. Er kann es eine Weile genießen und dankbar dafür sein.

Und ein Yogi kann seine Freuden mit anderen teilen, was die Freude noch größer macht. Hier ein Beispiel: Angenommen, man hat einen großen Kuchen gebacken. Ein Stück Kuchen mag gut schmecken. Das zweite Stück Kuchen schmeckt nicht mehr so gut, dass dritte sowieso nicht und wenn man das fünfte, siebte oder achte Stück Kuchen hintereinander isst, dann wird einem richtig schlecht. Um wie viel ist die Freude größer, wenn man den Kuchen nicht ganz alleine vertilgt, sondern ein paar Leute hat, die mit einem essen. Wir können so acht Stücke auf einmal genießen, da wir es mit verschiedenen Körpern tun. Das Selbst ist das gleiche. Wenn wir also acht Stücke Kuchen mit sieben Menschen teilen, dann haben wir acht Mal genossen. So können wir schöne Dinge mehrfach genießen.

Wir können auch fröhlich sein, wenn die Dinge schief gehen und danken für die wunderbaren Gelegenheiten, Karma auszuarbeiten, Stärke des Geistes zu entwickeln, Geduld, Willenskraft, Verhaftungslosigkeit, bedingungslose Liebe zu lernen oder neue Lektionen zu erfahren. So hilft Yoga tatsächlich, glücklich zu sein, und zwar schon in diesem Leben. Ich brauche nicht das nächste Leben zu erwarten. Nur müssen wir wissen, ganz so schnell geht es auch nicht.

Meditieren wir jetzt also über die weiteren Verse, in denen Krishna eine wunderbare Beschreibung eines selbstverwirklichten Weisen gibt:

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