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06-07 Kommentar Sukadev

Das ist eines der grundlegenden Themen in der Bhagavad Gita, die Krishna immer wieder anspricht. Im vorigen Vers hat Krishna gesagt: „Der Mensch möge durch das Selbst nur erhoben werden, er erniedrige sich selbst nicht. Denn allein das Selbst ist sein Freund, und allein das Selbst ist sein Feind.“ Wir selbst sind uns also Freund und Feind und wir sollten lernen, uns freundlich gegenüber zu stehen. Und natürlich sollten wir unsere Unterscheidungskraft nutzen, das zu tun, was für uns hilfreich und gut ist. Aber wie wir alle wissen, ist das alles nicht so einfach.

Ich vermute, der ein oder andere macht ab und zu mal eine Dummheit und weiß vielleicht vorher schon, dass das nicht gut ausgehen kann. Oft macht man es dann nicht, aber manchmal trotzdem. Dann sagt Krishna aber weiter, dass das höchste Selbst immer gleich bleibt. Auch wenn wir mal eine Dummheit gemacht haben, egal ob das Resultat der Dummheit Vergnügen oder Schmerz ist, egal ob das Resultat der Dummheit Ehre oder Schmach ist, ob wir durch Hitze oder Kälte gehen – das Selbst bleibt gleich. Damit empfiehlt uns Krishna, dass wir das Ganze ein bisschen gleichmütiger sehen sollten. Wir sollten zwar daran arbeiten, dass wir uns geschickt verhalten und dass wir gut lernen, mit unserer Psyche umzugehen. Aber bei allem, was wir auf der relativen Ebene tun, sollten wir immer im Hinterkopf behalten, dass das höchste Selbst immer gleich bleibt, egal was passiert. „Paramatma“ ist das höchste Selbst. „Samahitah“ heißt „stets im Gleichmut„. Und aus diesem Bewusstsein heraus, dass, was auch immer geschieht, wir das höchste Selbst bleiben, Sein, Wissen und Glückseligkeit bleiben, können wir an die ganze Sache mit mehr Gleichmut und vielleicht auch mehr Humor heran gehen. Das höchste Selbst, Paramatman bleibt gleich, egal was wir tun. Aus Paramatman heraus sind wir selbstbeherrscht und friedvoll. Das kann uns einen gewissen Trost geben. Egal, was wir gemacht haben und egal, was wir erlebt haben, wir bleiben immer noch Paramatman, ewig unberührt – so wie es Krishna im 2. Kapitel schon mal in einigen wunderschönen Versen ausgedrückt hat.

In den nächsten beiden Versen beschreibt Krishna, wie wir sein werden, wenn wir die Verwirklichung erreicht haben. Krishna erwähnt an vielen Stellen die Kennzeichen des Vollkommenen. Es scheint, dass er sich dabei wiederholt. Man kann sich fragen, warum wiederholt sich Krishna immer wieder? Die Bhagavad Gita ist kurz. Sie umfasst nur 800 Verse. Eigentlich sind Krishna und Arjuna ja auf dem Schlachtfeld. Die beiden Armeen haben die Waffen entsichert, warten darauf, dass Krishna und Arjuna ihr Gespräch beenden, damit sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen können. Und Krishna erzählt über die Eigenschaften des Vollkommenen. Er spricht sehr viel mehr über die Eigenschaften des Vollkommenen als über die Unvollkommenheit. Heute haben wir eine viel größere Neigung über Probleme zu sprechen. Wenn ich zum Beispiel einen Vortrag halte, spreche ich mehr über die Schwierigkeiten und ihre Überwindung…

Aus der Hypnosetherapie kommt der Ausdruck „Aufmerksamkeitsfokussierung“. Das heißt: Es kommen viele Informationen gleichzeitig. Nicht alles können wir gleichzeitig bewusst wahrnehmen. Wir müssen wählen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Oder unsere Aufmerksamkeit richtet sich von selbst auf etwas Bestimmtes. Nehmen wir diesen Moment als Beispiel: Die Fußbodenheizung macht es von unten her warm. Von den Fenstern her kommt eine angenehme Kälte. Ist es also jetzt kalt oder warm? Ist es jetzt angenehm oder unangenehm? Neben Wärme und Kälte kann man in diesem Moment die Aufmerksamkeit auch auf anderes richten: Man kann vielleicht die Pflanzen im Raum anschauen, vielleicht Geräusche im Raum hören. Man könnte sich bewusst werden, dass draußen die Sonne scheint. Man kann spüren, dass das Herz klopft, wie der Atem fließt. Die meisten Menschen könnten auch, wenn sie ausreichend in sich hineinhorchen, eine Stelle finden, die schmerzhaft ist. Die meisten könnten eine andere Stelle finden, die sich angenehm anfühlt. Wenn man lange genug sucht, wird man irgendwo ein angenehmes Prana finden und vermutlich irgendwo ein unangenehmes Prana. Das ist alles jetzt hier. Ihr könnt das jetzt gleich ausprobieren… Außerdem könnt ihr noch weiter in eurem Unterbewusstsein forschen: Da ist nämlich eine wunderbare Stoffsammlung für die tollsten und die schlechtesten Gefühle. Worauf seid ihr aber jetzt vermutlich größtenteils konzentriert? Wo geht eure Achtsamkeitsfokussierung hin? Vermutlich in diesem Moment auf meinen Vortrag bzw. auf das Lesen dieser Zeilen… Mindestens bis zum vorletzten Abschnitt…

Unsere momentane bewusste Erfahrung entsteht aus Achtsamkeitsfokussierung. Diese Achtsamkeitsfokussierung können wir bewusst steuern oder sie steuert sich automatisch. Wenn wir keinen bewussten Einfluss darauf üben, steuert sie sich automatisch. Der Mensch hat aber eine Fähigkeit, die er dem Tier voraus hat: er kann wählen – bis zu einem gewissen Grad. Er hat Wahlfreiheit, wenn auch keine vollständige.

Du kannst dich zum Beispiel jetzt entscheiden, dich aus dem Lesen dieses Buches auszuklinken. Das wäre nicht allzu schwierig. Wir haben in vielerlei Hinsicht die Möglichkeit, unsere Achtsamkeit auf das Eine hinzulenken oder auf das Andere. Und je nachdem, wo wir unsere Aufmerksamkeit hinlenken, ist für uns die Wirklichkeit. Wir haben vielleicht gerade in Deutschland die besondere Fähigkeit, unsere Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was uns nicht gefällt, auf Probleme.

So schreibt auch Krishna an einigen Stellen über die Probleme, die wir haben und an anderen Stellen wieder über die hohen Ideale, nach denen wir streben können. Und wenn dann Menschen, die mehr problemorientiert sind, von hohen Idealen lesen, dann denken sie plötzlich an all das, was sie davon abhält, die hohen Ideale zu verwirklichen. Wir sollten eine gesunde Mischung haben. Es ist gut, ohne Angst Problemen ins Auge zu schauen und sie beim Namen zu nennen. Es ist genauso wichtig, unsere Achtsamkeit auf Positives zu lenken.

In der westlichen Psychologie hat sich ja auch ein gewisses Umdenken breit gemacht. Früher hat man sich hauptsächlich auf die Probleme konzentriert. Viele kennen die Psychologie von Freud, wo letztlich die Annahme ist, dass es uns, wenn wir alle unsere Probleme kennen und verstehen lernen, besser geht. Es hat sich allerdings gezeigt, dass das nicht so ganz stimmt. Für die Langzeit-Psychotherapien und Psychoanalysen konnte die empirische Forschung nicht belegen, dass sie den Menschen wirklich glücklicher machen. Ephraim Kishon sagte mal, nach einer Psychotherapie werden Menschen zwar nicht glücklicher, sie wissen aber wenigstens, warum sie unglücklich sind…

Es gibt heute neue Richtungen in der Psychotherapie, z.B. die „lösungsorientierte“ Psychotherapie, die „ressourcenorientierte“ Psychotherapie bzw. die „positive Psychotherapie“.

In der „lösungsorientierten Therapie“ überlegt man, was man sich als die Lösung von dem Ganzen vorstellen könnte. Eventuell schaut man, welche Ressourcen man dafür hat. Dann konzentriert man sich darauf. Man denkt also nicht immer mehr an die Probleme und ihre Ursachen. Die Achtsamkeit wird vielmehr auf die Lösungsmöglichkeiten und die Schritte zur Lösung und die Mittel zur Lösung gerichtet.

Wenn wir uns mit unseren Negativitäten beschäftigen und unseren Unvollkommenheiten, bekommen wir ein sehr schlechtes Selbstbild. Wenn wir uns aber auf unsere Stärken konzentrieren und schauen, wie wir unsere Stärken einsetzen können, spüren wir Kraft und Energie, auch um unsere Probleme anzugehen.

Das ist der Ansatz von Krishna, wenn er über Swarupa, Prakriti und Swabhava spricht: Wenn wir irgendeine karmische Aufgabe haben, dann können wir überlegen: Welche Stärken habe ich, die dort einsetzbar sind? Und selbst wenn ich ein geistiges Problem habe, kann ich überlegen, welche Ressourcen ich in mir habe, welche Möglichkeiten ich habe, um das anzugehen.

Angenommen, du hast die Frage: Was kann ich tun, wenn ich von einem Gedanken verfolgt werde, den ich nicht loswerde?

Zunächst kannst du dich fragen: „Welche Ressourcen habe ich in mir, die ich dafür aktivieren kann?“ Vielleicht kommt dir von selbst eine Antwort. Du kannst Verschiedenes ausprobieren. (1) Vermutlich kennst du Raja Yoga Techniken des positiven Denkens. Vielleicht klappt das bei dir. Vielleicht auch nicht. (2) Es gibt die so genannten paradoxen Techniken. Wenn man mit alleiniger Positivität dort nicht hinkommt, kann es hilfreich sein, diesen Zwangsgedanken, den man nicht los wird, ein paar Minuten auf ein Stück Papier zu schreiben. Das wäre dann so, dass wir diesem Gedanken ein paar Minuten lang die Achtsamkeit geben, die er meint zu brauchen. Anschließend kann man sich davon lösen. (3) Man kann den Gedanken auch lächerlich machen, ihn ins Lächerliche übertreiben, so weit, dass es irgendwo keinen Sinn mehr macht und man herzlich über sich selbst lachen kann. Manchmal wirkt das ganz gut. (4) Als Hilfe kann auch die „Sakshi Bhav“ Technik des Benennens dienen. Man wird sich des störenden Gedankens bewusst, benennt ihn, z.B. „automatischer Gedanke“. Dann richtet man seinen Geist wieder auf etwas Anderes. (5) Man wiederholt sehr bewusst ein Mantra. Wenn man ein Mantra mit großer Konzentration wiederholt, verschwinden andere Gedanken von selbst.

 

Bei dem einen oder anderen mag der fast zwanghafte Gedanke bleiben, egal was man macht. Dann empfehle ich dir Folgendes:

Sage dir: „Es ist eben ein Gedanke, der mag halt da sein. Er ist aber nicht so wichtig. Ich gebe ihm nicht so viel Achtsamkeit.“ Anstatt daran zu denken, dass der Gedanke ganz weg sein sollte, und dich darüber zu ärgern, dass er weiter da ist, sage dir: „Das ist einfach ein Gedanke.“ Menschen wohnen an einer vielbefahrenen Straße. Da sind ständige Hintergrundgeräusche. Daran kann man sich gewöhnen und kaum mehr wahrnehmen. Manche Yoga Übende haben die Aufgabe, sich daran zu gewöhnen, dass im Nachbarzimmer der Fernseher der Mitbewohner (oder Nachbarn) läuft. Man hört es irgendwie, man kann dem dann viel Achtsamkeit schenken und ständig über die Rücksichtslosigkeit der anderen schimpfen oder man kann sagen: „Gut, das ist eben ein Hintergrundgeräusch. Ich richte meine Achtsamkeit woanders hin“. So ist das auch mit Gedanken. Manche Menschen haben eigenartige Gedanken als Hintergrundgeräusch.

 

Etwas Ähnliches kennt man auch in der modernen Psychotherapie und sogar Psychiatrie: Manche Menschen hören irgendwelche Stimmen oder sie sehen irgendwelche Wesen. Man könnte sagen, vielleicht sind es irgendwelche Astralwesen, vielleicht sind es aber auch keine Astralwesen. Irgendwo spielt die Psyche ein bisschen verrückt und irgendwelche Stimmen aus dem Unterbewusstsein manifestieren sich als äußere Stimmen. Das gibt es z.B. bei Schizophrenie. Früher hat man mal gedacht, man muss den Menschen so weit bringen, dass er keine Stimmen mehr hört und dass er keine Bilder mehr sieht. Ein Schizophrener ist dann geheilt, wenn diese Stimmen verschwunden sind. Von diesem Therapieziel ist man heutzutage abgekommen. Das Therapieziel ist vielmehr, dass der Mensch lernt, damit zu leben und lernt zu unterscheiden zwischen Stimmen, die es tatsächlich gibt und Stimmen, die er sich nur einbildet. Die Stimmen, die er innerlich hört, sind eher so wie ein Radiohintergrundgeräusch, das er nicht ganz abschalten kann. Wenn es nicht möglich ist, die Stimmen im Geist ganz abzuschalten, dann brauchen wir uns nicht darum bemühen, sie unbedingt ganz und gar abzuschalten. Die Stimmen sind da, brauchen aber nicht besonders beachtet zu werden. Es gilt also Aufmerksamkeitsfokussierung weg vom Problematischen, den Stimmen, hin zu dem, was wirklich wichtig ist, zu richten.

Dies gilt also ähnlich auch für den „Normalmenschen“, Nichtpsychotiker. Wenn man von einem wiederkehrenden Gedanke gestört wird, kann man Verschiedenes probieren, um ihn loszuwerden. Vielleicht gelingt es. Aber wenn bestimmte Gedanken bleiben wollen, egal was man anstellt, dann sind sie eben da. Wir können lernen, mit ihnen zu leben. So wie im Großraumbüro Menschen auch lernen, damit zu leben, dass Andere sich miteinander unterhalten und man trotzdem seine eigene Arbeit macht.

 

Krishna beschreibt die Kennzeichen eines Vollkommenen deshalb so häufig, damit wir uns immer wieder darüber Gedanken machen. Es heißt: So wie du denkst, so wirst du. Worauf man seine Achtsamkeit richtet, das ist in diesem Moment wirklich. Wenn wir ständig über Menschen nachdenken, die Probleme haben, dann werden diese Probleme in uns stark und dann entdecken wir plötzlich, dass wir auch alle möglichen Probleme haben. Oder angenommen, man liest ein Lehrbuch über psychische Krankheiten, plötzlich entdeckt man alle möglichen Verrücktheiten in sich. Aus der Medizin ist bekannt, dass immer dann, wenn man eine bestimmte Krankheitsgruppe durchgeht, es eine Reihe von Studenten gibt, die diese Krankheiten an sich entdecken.

Manche Menschen sind da besonders begabt. Sie werden Hypochonder genannt. 3 bis 4 % der Bevölkerung sind nach einer Studie Hypochonder und verursachen 25 % der Krankheitskosten in Deutschland. Sie rennen von Arzt zu Arzt und bilden sich ein, sie hätten irgendwelche Krankheiten. Das Internet hat die Sache noch schlimmer gemacht, denn jetzt kann man noch sehr viel mehr Krankheiten entdecken. Angenommen, jemand hier hat mal Oberbauchbeschwerden. Das könnte einfach eine Zwerchfellverkrampfung sein; es könnte aber auch eine Hepatitis sein – A, B, C; das könnte der Interferon-Behandlung bedürfen; es könnte eine Gallenblasenentzündung sein; es könnte eine irgendwie ausstrahlende Pankreas-Entzündung sein, weil der Ausgang der Bauchspeicheldrüse verbunden ist mit dem Ausgang der Gallenblase. Und so findet man ausreichend Gründe, dass man zu mindestens 20 verschiedenen Ärzten gehen muss. Hypochonder laufen von Arzt zu Arzt. Hypochondrismus ist eigentlich eine psychische Krankheit, die nicht medizinisch behandelt werden müsste, sondern psychologisch. Hypochondrismus ist ein Krankheitsbild, das von dafür ausgebildeten Spezialisten tatsächlich gut behandelt werden kann.

Jeder von uns hat wahrscheinlich so eine Spur von Hypochondrismus, was letztlich heißt: Jeder hat eine gute Vorstellungskraft, Einbildungskraft und Einfühlungsvermögen. Deshalb ist es gut, wenn wir auch mal über Vollkommenheit und die Eigenschaften eines Vollkommenen hören. Denn wir sollten uns bewusst werden: diese Eigenschaften habe ich auch in mir. Hier liest du z.B.: „Der Yogi ist unberührt von Hitze und Kälte“. Jeder kann sich an Situationen erinnern, wo es ihm wenig ausgemacht hat, dass es mal kälter oder mal wärmer war. Auch Schmerzen konnte man mal besser aushalten als zu anderen Zeiten. Oder es gab auch Zeiten, wo es einem weniger ausgemacht hat, wenn ein anderer schlecht über einen redet. Die Samen der Vollkommenheit, die Samen aller großartigen Eigenschaften, haben wir alle in uns. Wenn Krishna im 6. Kapitel wieder von den Eigenschaften eines Vollkommenen spricht, spricht er von uns: Wir alle haben all diese Eigenschaften in uns angelegt!

Es hilft, zu meditieren über die Eigenschaften eines Vollkommenen. Es ist gut, Biografien zu lesen von Swami Sivananda und von anderen Heiligen. Denke in der Meditation darüber nach: Wie ist/war dieser Meister. Und wenn du darüber nachdenkst, stellst du vielleicht fest: Das habe ich auch in mir. In deiner nächsten Meditation kannst du überlegen: „Wie werde ich sein, wenn ich vollkommen sein werde? Wie werde ich als Selbstverwirklichter sein? Wie wäre ich, wenn ich jetzt ein Heiliger wäre?“

Eines versichern uns die Schriften: jeder von uns wird irgendwann die Selbstverwirklichung erreichen. Ob in diesem oder einem anderen Leben, wissen wir nicht. Aber wir werden es erreichen. Habt ihr darüber schon mal nachgedacht? „Wie werde ich als Vollkommener sein?“ Oder: „Angenommen, ich würde heute Abend in der Meditation die Erleuchtung erlangen, wie wäre ich dann am nächsten Tag?“ Denkt mal darüber nach. So erzählt Krishna dem Arjuna immer wieder darüber. Jesus sagt: „Ist der Jünger vollkommen, ist er wie sein Meister“ (Lukas VI, 40). Und er sagt auch: „Seid vollkommen wie euer Vater im Himmel vollkommen ist“ (Matthäus V, 48).

Wenn Krishna uns mit den Eigenschaften eines Vollkommenen konfrontiert, will er uns kein schlechtes Gewissen einreden, weil wir jetzt so unvollkommen sind. Über Demut spricht Krishna relativ selten in der Bhagavad Gita. Er spricht eher über Mut als über Demut – und über Gleichmut. Also eine große Ermutigung an dich: „Denke darüber nach, wie werde ich sein, wenn ich vollkommen sein werde.“ Und lass dich nicht von falsch verstandener Demut davon abbringen, darüber nachzudenken.

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