Suche
  • TIPP: Nutze die Suche, um bestimmte Verse zu finden.
  • z. B.: die Eingabe 01-21 bringt dir 1. Kapitel, 21 Vers.
Suche Menü

11-33 Wort-für-Wort Übersetzung

tasmāt – deshalb
tvam – du
uttiṣṭha – steh auf
yaśaḥ – Ruhm
labhasva – erwirb
jitvā – wenn du besiegt hast
śatrūn – die Feinde
bhuṅkṣva – genieße
rājyam – Herrschaft
samṛddham – eine glückliche
mayā – von mir
eva – allein
ete – diese
nihatāḥ – sind erschlagen worden
pūrvam – vorher
eva – schon
nimitta-mātram – nur (mātra) ein Werkzeug (nimitta)
bhava – sei (du)
savya-sācin – oh Arjuna, „linkshändiger (savya) Bogenschütze (sācin)“

11-33 Kommentar Sukadev

Dieses Gefühl können wir auch entwickeln. Auf der einen Ebene sollten wir sehr verantwortungsbewusst handeln und dabei verhaftungslos, wunschlos und pflichtbewusst sein. Es ist schwierig, Verhaftungslosigkeit mit Pflichtbewusstsein zu verbinden. Die meisten Menschen sind entweder das eine oder das andere. So müssen wir einerseits so tun, als ob wir wirklich der Handelnde sind und Verantwortung übernehmen. Auf der anderen Seite sollten wir dabei das Gefühl haben, dass letztlich Gott alles macht. Und wenn es dann nachher gut ausgeht und wir großes Lob bekommen, können wir innerlich lächeln und sagen: „Oh Gott, Du hast ein schönes Spiel gespielt. Du hast alles gemacht und jetzt werde ich gelobt.“

 ...>>> weiter zum vollen Artikel...

11-33 Kommentar Swami Sivananda

Sei du nur die scheinbare, formale Ursache. Sie sind bereits von mir getötet worden. Ich habe sie vor langer Zeit zerstört.
Ehre: Die Menschen werden denken, daß Bishma, Drona und die anderen großen Krieger, die nicht einmal von den Göttern getötet werden können, von dir besiegt worden sind, und so wirst du große Ehre erlangen. Solche Ehre ist nur auf tugendhaftes Karma zurückzuführen.
Satrun: Feinde wie Duryodhana.
Savyasadhi: Arjuna, der sogar mit der linken Hand Pfeile abschießen konnte.

11-34 Wort-für-Wort Übersetzung

droṇam – Droṇa
ca – und
bhīṣmam – Bhīṣma
ca – und
jayadratham – Jayadratha
ca – und
karṇam – Karṇa
tathā – sowie
anyān – die anderen
api – auch
yodha-vīrān – Kriegerhelden
mayā – von mir
hatān – die Getöteten
tvam – du
jahi – töte
mā – nicht
vyathiṣṭhāḥ – sei verzagt
yudhyasva – kämpfe
jetā asi – du wirst besiegen
raṇe – in der Schlacht
sapatnān – die Feinde

11-34 Kommentar Sukadev

Krishna sagt ihm jetzt: „Es ist eigentlich alles schon geschehen, sei du nur Instrument. Nachher wird man dich vielleicht loben und sagen: Das ist ein großartiger Held, aber in Wahrheit habe ich – also Gott – schon alles gemacht.“ Wenn jemand ein schönes Kunstwerk gemalt hat, kann man sagen: „Tolle Hand, das hast du gut gemacht.“ Aber die Hand war nur ein Instrument. So sind auch wir nur ein Instrument. Wenn dich jemand lobt: „Toll, wie du das wieder gemacht hast, wie du das hingekriegt hast, das war phänomenal“, dann ist das so ähnlich, wie wenn die Hand gesagt bekommt oder der Zeigefinger: „Du bist ein toller Künstler.“ Nicht wir sind es, die das machen, Gott macht es durch uns. Wir können uns als Instrument fühlen.

 ...>>> weiter zum vollen Artikel...

11-35 Wort-für-Wort Übersetzung

saṃjayaḥ – Sañjaya
uvāca – sprach
etat – diese
śrutvā – nachdem er gehört hatte
vacanam – Worte
keśavasya – Keśavas (Kṛṣṇas)
kṛta-añjaliḥ – mit gefalteten Händen
vepamānaḥ – zitternd
kirīṭī – Arjuna, „der Gekrönte“
namaskṛtvā – Verehrung bezeugend
bhūyaḥ – erneut
eva – wahrlich
āha – sprach
kṛṣṇam – zu Kṛṣṇa
sa-gadgadam – mit stockender Stimme („mit Gestammel“)
bhīta-bhītaḥ – äußerst furchtsam
praṇamya – sich verneigend

11-35 Kommentar Sukadev

Er ist immer noch überwältigt, die Worte von Krishna haben ihm nicht ausreichend Trost gegeben. Er hat weiterhin eine Art Doppelbewusstsein. Er sieht immer noch das Ganze, Vishwarupa. Er sieht gleichzeitig auch Krishna, wie er dort steht, er kann sich auch selbst verneigen. Er hat zum einen noch diese großartige Erfahrung, zum anderen sieht er Krishna in seinem physischen Körper. Wenn man eine Bewusstseinserweiterungserfahrung hatte, ist das der beste Ratschlag: sich mit großer Hingabe an Gott wenden und Gott um Führung bitten. Auch heutzutage haben Aspiranten immer wieder solche Bewusstseinserfahrungen und bekommen es mit der Angst zu tun. Manchmal laufen sie dann vor lauter Angst weg, gehen zum Psychiater und schlucken Neuroleptika. Oder sie bitten jemanden, dass er ihnen „Händchen hält“. Die Schriften sind voll von Beispielen, was man nach einer Bewusstseinserweiterungserfahrung macht: Man wende sich ganz an Gott. Man bekommt zwar Angst, weiß nicht, wie man damit umgehen soll. Es ist letztlich furchterregend, weil all das in Frage gestellt wird, was man bisher gefühlt hat, auch wenn man es intellektuell vielleicht schon verstanden hat. Das Beste ist dann, Gott von ganzem Herzen um Führung zu bitten und danach seine Pflichten weiter zu tun. Arjuna geht anschließend nicht weg und braucht ein halbes Jahr, um das zu verarbeiten, was er erlebt hat. Vielmehr geht er direkt wieder in sein Dharma hinein. So geht man klassischerweise mit solchen Erfahrungen um. Sich von ganzem Herzen an Gott richten, Gott um Führung und Hilfe bitten. Und dann kommt auch die Führung, so dass wir unmittelbar danach wieder unsere Pflicht tun können. Die Vorstellung, dass man nach einer Bewusstseinserweiterungserfahrung erst einmal eine Pause bekommen müsste, wird von den Schriften nicht gedeckt.

11-36 Devanagari Bhagavad Gita 11. Kapitel 36. Vers

अर्जुन उवाच |

स्थाने हृषीकेश तव प्रकीर्त्या
जगत्प्रहृष्यत्यनुरज्यते च |
रक्षांसि भीतानि दिशो द्रवन्ति
सर्वे नमस्यन्ति च सिद्धसङ्घाः || ११ ३६ ||

11-36 Wort-für-Wort Übersetzung

arjunaḥ – Arjuna
uvāca – sprach
sthāne – zurecht
hṛṣīkeśa – oh Hṛṣīkeśa (Kṛṣṇa)
tava – deinem
prakīrtyā – in Lobpreis
jagat – die Welt
prahṛṣyati – jubelt
anurajyate – ist verzückt
ca – und
rakṣāṃsi – die Dämonen
bhītāni – erschrocken
diśaḥ – in (alle) Richtungen
dravanti – fliehen
sarve – alle
namasyanti – verneigen sich
ca – und
siddha-saṅghāḥ – die Scharen (saṅgha) der Vollkommenen (siddha)

11-36 Kommentar Sukadev

Arjuna spricht hier von Rishis und Siddhas. Siddhas sind Wesen oder Meister, Meisterinnen, welche in diesem physischen Leben die Vollkommenheit fast vollständig erreicht haben. Siddha heißt „der, es erreicht hat“ – aber sich nicht entschieden hat, endgültig mit Gott oder Brahman zu verschmelzen, sondern in einem subtilen Körper, Astralkörper oder Kausalkörper weiter existiert, um Positives in der Welt zu bewirken. Siddhas existieren also noch als Individuum auf einer feinstofflichen Ebene. Und diese Siddhas können Menschen in der Meditation erscheinen, sie können einem auch sonst erscheinen. Siddhas helfen dem Aspiranten auf seinem Weg. Sie sind besonders in Ashrams oder auch an Heiligen Orten spürbar. Wenn du meditierst, kann dir ein solcher Siddha helfen, tiefer in die Meditation zu kommen. Auch wenn du Probleme hast und verzweifelt bist, kannst du einen Siddha anrufen. Die Siddhas und natürlich auch alle Weisen und Heiligen wollen helfen. Siddhas können auch vorübergehend ihren Astralkörper kondensieren, so dass sie für andere mit physischen Augen sichtbar sind und vielleicht sogar fotografiert werden können. Zu den bekannteren Siddhas gehört z.B. Dattatreya. Er gilt auch als Inkarnation von Brahma, Vishnu und Shiva. Er wird als Trimurti Avatar, die Inkarnation aller 3 Murtis bezeichnet. Manchmal wird auch gesagt, dass ein großer Meister, der nach seinem physischen Körper weiter in seinem Astralkörper bleibt und Aspiranten leitet, ein Siddha ist. Auch Hanuman zählt zu den Siddhas. Hanuman soll nach Aussagen mancher Meister weiter in einem feinstofflichen Körper existieren. Es heißt daher: Wenn wir Hanuman anrufen, ist er und auch Rama da. Dabei sind Siddhas nicht auf einen Ort begrenzt. Rama wird oft an vielen Orten gleichzeitig gesehen. Agastya ist ein anderer bekannter Siddha. Er gilt auch als einer der Lehrer der indischen Naturheilkunde, von Siddhanta und Ayurveda, und er war auch ein großer Yoga Meister. Bis heute berichten in Indien Aspiranten, dass sie eine Vision von Agastya hatten. Babaji[1] in der Yogananda Tradition würde man als Siddha bezeichnen. Babaji ist kein eigentlicher Name. Babaji ist ein Ehrentitel, in etwa übersetzt mit „verehrungswürdiger Vater“. In manchen Teilen Indiens nennen Kinder ihren Vater Baba.

 ...>>> weiter zum vollen Artikel...

11-37 Wort-für-Wort Übersetzung

kasmāt – warum
ca – und
te – vor dir
na – nicht
nameran – sollten sie sich verneigen
mahā-ātman – oh große Seele
garīyase – (der du) bedeutender (bist)
brahmaṇaḥ – als Brahmā
api – sogar
ādi-kartre – dem Urschöpfer
ananta – oh Unendlicher
deva-īśa – Herr (īśa) der Götter (deva)
jagat-nivāsa – oh Wohnstatt (nivāsa) der Welt (jagat)
tvam – du (bist)
akṣaram – das Unvergängliche
sat – das Sein
asat – das Nichtsein
tat – das
param – jenseits (von beidem ist)
yat – was

11-38 Wort-für-Wort Übersetzung

tvam – du (bist)
ādi-devaḥ – der Urgott
puruṣaḥ – Geist
purāṇaḥ – der uralte
tvam – du (bist)
asya – dieses
viśvasya – Universums
param – die höchste
nidhānam – Zuflucht
vettā – der Erkennende
asi – (du) bist
vedyam – das zu Erkennende
ca – und
param – die höchste
ca – und
dhāma – Wohnstatt
tvayā – durch dich
tatam – ist erfüllt; wurde ausgebreitet
viśvam – das Universum
ananta-rūpa – der du unendlich (ananta) viele Gestalten (rūpa) hast

11-38 Kommentar Sukadev

Hier beschreibt Arjuna die verschiedenen Aspekte und Ebenen Gottes und der Gotteserfahrung. Zum einen „der Urgott, ohne Anfang und Ende, die große Seele, du bist die höchste Zuflucht dieses Universums“ und dann „du erfüllst das Universum, du Wesen mit unendlich vielen Gestalten“. Gott ist also transzendent als höchstes Wesen, das Bewusstsein hinter allem, jenseitsallem Fassbaren. Gott ist das ganze Universum. Er manifestiert sich als das Universum. Man könnte sagen, das Universum ist wie der physische Körper Gottes. Gott manifestiert sich aber auch in jeder einzelnen Gestalt und schließlich ist Gott auch konkrete Manifestation, kann sich konkret in einer bestimmten Gestalt manifestieren.