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11-13 Kommentar Sukadev

Das ist die Beschreibung der Bewusstseinserweiterung von Arjuna. Sie geht in mehreren Schritten vonstatten: Zuerst schaut Arjuna Krishna an. Erst sieht er Krishna ganz normal, also mit einem Mund, zwei Augen, vier Armen – Krishna wird manchmal auch als vierarmig beschrieben. Dann wird Krishna in Arjunas Wahrnehmung riesengroß, er hat plötzlich immer mehr Arme und Münder, er hat mehrere Köpfe, er strahlt immer mehr. Die Vision wird wunderschön und großartig. Sie wird immer weiter. Krishna wird so groß, dass das ganze Universum mit eingeschlossen ist. Arjuna sieht Sonne, Mond, Sterne – alles im Körper von Krishna. Später geht er sogar über die Zeitgrenzen hinaus – er sieht, was in der Zukunft passieren wird und was in der Vergangenheit geschehen ist – letztlich sieht er die Unendlichkeit im ewigen Jetzt. Während Arjuna Krishna so sieht, ist er trotzdem teilweise noch in seinem Körperbewusstsein. Er hat also das, was Swami Sivananda das „Doppelbewusstsein“ genannt hat, sich gleichzeitig des Begrenzten und des Unbegrenzten bewusst zu sein.

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11-14 Wort-für-Wort Übersetzung

tataḥ – dann
saḥ – er
vismaya-āviṣṭaḥ – von Staunen (vismaya) ergriffen (āviṣṭa)
hṛṣṭa-romā – mit gesträubten (hṛṣṭa) Haaren (roman)
dhanaṃjayaḥ – Dhanaṃjaya „Schatzgewinner“ (Arjuna)
praṇamya – indem er neigte
śirasā – den Kopf
devam – vor dem Gott
kṛta-añjaliḥ – mit gefalteten Händen
abhāṣata – sprach

11-15 Wort-für-Wort Übersetzung

arjunaḥ – Arjuna
uvāca – sprach
paśyāmi – ich sehe
devān – Götter
tava – (in) deinem
deva – oh Gott
dehe – Körper
sarvān – alle
tathā – sowie
bhūta-viśeṣa-saṅghān – die Scharen (saṅgha) der verschiedenen Arten (viśeṣa) von Lebewesen (bhūta)
brahmāṇam – Brahmā
īśam – den Herrn
kamala-āsana-stham – der sich auf dem Lotosthron (kamala-āsana) befindet (stha)
ṛṣīn – Seher
ca – und
sarvān – alle
uragān – Schlangenwesen
ca – und
divyān – die himmlischen

11-16 Wort-für-Wort Übersetzung

aneka-bāhu-udara-vaktra-netram – mit vielen (aneka) Armen (bāhu), Bäuchen (udara), Mündern (vaktra) und Augen (netra)
paśyāmi – ich sehe
tvām – dich
sarvataḥ – überall
ananta-rūpam – als unendliche (ananta) Gestalt (rūpa)
na – weder
antam – Ende
na – noch
madhyam – Mitte
na – noch
punaḥ – wiederum
tava – deinen
ādim – Anfang
paśyāmi – ich sehe
viśva-īśvara – oh Herr (īśvara) des Universums (viśva)
viśva-rūpa – oh Allgestaltiger

11-17 Wort-für-Wort Übersetzung

kirīṭinam – mit der Krone
gadinam – mit der Keule
cakriṇam – mit dem Diskus
ca – und
tejaḥ-rāśim – als eine Fülle (rāśi „Menge“) von Glanz (tejaḥ)
sarvataḥ – überallhin
dīptimantam – strahlend
paśyāmi – ich sehe
tvām – dich
durnirīkṣyam – der schwer anzuschauen ist
samantāt – ringsum
dīpta-anala-arka-dyutim – da sein Leuchten (dyuti) einem lodernden (dīpta) Feuer (anala) oder der Sonne (arka) gleicht
aprameyam – unermesslich

11-18 Wort-für-Wort Übersetzung

tvam – du (bist)
akṣaram – das Unzerstörbare
paramam – das Höchste
veditavyam – was zu erkennen ist
tvam – du (bist)
asya – des
viśvasya – Universums
param – die vortrefflichste
nidhānam – Schatzkammer
tvam – du (bist)
avyayaḥ – der unvergängliche
śāśvata-dharma-goptā – Hüter (goptā) der ewigen (śāśvata) Ordnung (dharma)
sanātanaḥ – der ewige
tvam – du
puruṣaḥ – (höchste) Geist
mataḥ – erscheinst
me – mir

11-18 Kommentar Swami Sivananda

Visvasya-Nidhanam: Schatzkammer dieses Universums bedeutet auch ›Stätte‹, ›Unterkunft‹, die Substanz dieses Universums. Dadurch werden alle Wesen im Universum erhalten und geschützt. Er ist die unerschöpfliche Quelle, an die sich der Gläubige zu jeder Zeit wendet. Wahrhaft irregeleitet sind jedoch die, die diese göttliche Schatzkammer nicht kennen und dem Schatten der Sinnesobjekte nachjagen, in denen auch nicht die mindeste Freude liegt.

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11-19 Wort-für-Wort Übersetzung

anādi-madhya-antam – ohne Anfang (ādi), Mitte (madhya) und Ende (anta)
ananta-vīryam – mit unendlicher (ananta) Macht (vīrya)
ananta-bāhum – mit endlos (ananta) vielen Armen (bāhu)
śaśi-sūrya-netram – mit Sonne (sūrya) und Mond (śaśi) als Augen (netra)
paśyāmi – ich sehe
tvām – dich
dīpta-huta-aśa-vaktram – mit einem Mund (vaktra) aus loderndem (dīpta) Feuer (huta-aśa)
sva-tejasā – mit deinem eigenen (sva) Glanz (tejas)
viśvam – Universum
idam – dieses
tapantam – erwärmend, erhitzend