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11-07 Kommentar Sukadev

Krishna nimmt hier als Analogie den Körper. Der Körper ist eine Gestalt, eine gewisse Swarupa. Rupa heißt Gestalt, Swarupa heißt eigene Gestalt. Das kann sich sowohl auf die physische Gestalt beziehen, aber auch auf das physische Wesen. Der Ausdruck Swarupa wird in verschiedenen Kontexten unterschiedlich benutzt.

Nehmen wir das Beispiel einer Zelle mit der Annahme, eine Zelle meiner Hand spricht mit einer anderen Zelle. Sie unterhalten sich über die Gesamtheit des Universums. Für die Zelle ist vielleicht die Gesamtheit des Universums der Körper. Wenn wir annehmen, dass es eine Blutzelle ist, kann sie sich wenigstens durch den Körper hindurch bewegen. Gibt es Zellen im Blut? Die Blutkörperchen sind nicht unbedingt Zellen, rote Blutkörperchen sind keine Zellen. Aber Abwehrzellen gibt es. Eine Abwehrzelle im Blut wandert durch den Körper hindurch und sie unterhalten sich miteinander. Bis zu einem gewissen Grad können sie auch in verschiedene Teile des Körpers hineinwandern. Nehmen wir an, jede dieser Zellen hat ein individuelles Einzelbewusstsein und fühlt sich getrennt von den anderen. Jetzt nehmen wir einmal an, dass die eine Zelle eine besondere Inkarnation Gottes ist. Sie weiß: „Ich bin die Intelligenz hinter dem ganzen Körper.“ Eine andere Zelle ist vielleicht Schüler dieser wissenden Zelle. Diese eine wissende Zelle sagt: „Ich bin die Inkarnation des Ganzen, die Intelligenz hinter dem Körper.“ Sie erzählt dies der Schüler-Zelle. Dann gibt diese Zelle der anderen Zelle das Bewusstsein von Viratswarupa, so dass die Abwehrzelle plötzlich merkt: „Ich bin zwar hier und da sind die anderen. Aber wir sind alle Teile eines Körpers.“ Sie nimmt plötzlich den Körper als Ganzes wahr und weiß, dass sie letztlich auch von der Gesamtintelligenz des Körpers gesteuert wird. So ähnlich können wir uns das vorstellen. Wir sind alle Zellen des Körpers Gottes. Zunächst nehmen wir uns als Einzelwesen (Zellen) wahr. Dann werden wir irgendwann in Sarvikalpa Samadhi geführt und sehen das ganze Universum als eine Gestalt Gottes. Vermutlich wird die Zelle, die die andere als Zelle wahrnimmt, auch den ganzen Organismus als Riesenzelle wahrnehmen. Wenn sie von der Einheit des Organismus spricht, wird sie den ganzen Körper als Riesenzelle beschreiben.

Wir selbst nehmen uns als einen Körper mit zwei Beinen, zwei Händen und Kopf wahr. Wenn wir jetzt Gott als Kosmische Gestalt wahrnehmen, werden wir auch Füße, Hände, Nase, Augen und so weiter wahrnehmen, so ähnlich wie auf den diversen Gemälden von Viratswarupa (Krishna als Kosmische Gestalt[1]). Dort seht ihr Krishna, um ihn herum alle möglichen anderen Gestalten mit vielen Armen, Händen und Köpfen und alles verschmilzt in einen großen Körper. Jeder dieser Köpfe repräsentiert einen Aspekt Gottes. Jeder der Arme und Beine repräsentiert verschiedene Kräfte Gottes. Das Universum sieht natürlich nicht wie ein menschlicher Körper aus. Gott ist nicht einfach ein „Übermensch“. Arjuna beschreibt nur diese Erfahrung der Verbundenheit und Einheit in der Analogie des Körpers, des Organismus.[2]

 


[1] Z.B. in der Bhagavad Gita mit Kommentar von Swami Sivananda (Mangalam Verlag) auf Seite 220

[2] In der Göttergalerie im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg findest du einige schöne Bilder von Krishna als Viratswarupa

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