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18-36 Wort-für-Wort Übersetzung

sukham – (über) das Glück
tu – aber
idānīm – nun
tri-vidham – von dreierlei (tri) Art (vidha)
śṛṇu – höre
me – von mir
bharata-ṛṣabha – oh Stier der Bharata (Arjuna)
abhyāsāt – aufgrund von Übung
ramate – man Gefallen findet
yatra – woran
duḥkha-antam – das Ende (anta) des Leids (duḥkha)
ca – (und) auch
nigacchati – erlangt

18-37 Wort-für-Wort Übersetzung

yat tat – was
agre – am Anfang
viṣam – Gift
iva – wie
pariṇāme – am Ende
amṛta-upamam – wie (upamā „Vergleich“) Nektar (amṛta) ist
tat – ein solches
sukham – Glück
sāttvikam – sattvig („rein“)
proktam – wird genannt
ātma-buddhi-prasāda-jam – das aus der Klarheit (prasāda) eines auf das Selbst (ātman) gerichteten Verstandes (buddhi)
      entsteht (ja)

18-37 Kommentar Swami Sivananda

Agre visham iva: Zuerst ist es mit viel Schmerz verbunden, da den Sinnesobjekten und Annehmlichkeiten entsagt werden muß, und strenge Askese und hartes Sadhana zu üben sind. Der Mensch muß sich strengen und schweren Prüfungen unterziehen, wenn er Yama, Niyama, die drei Arten von Tapas und verschiedene andere Gelübde praktiziert. Er muß Leidenschaftslosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber Sinnesfreuden üben. Das verursacht zuerst viele Schmerzen. Auch das Üben von Konzentration und Meditation ist am Anfang sehr schmerzhaft. Die Bezähmung der Sinne ist ebenfalls sehr mühevoll. Nux vomica ist sehr bitter. Man empfindet es als sehr unangenehm, wenn man eine Mixtur einnimmt, die Nux Vomica enthält. Es entsteht aber am Ende viel Freude, wenn man kräftig wird, guten Appetit hat und die Verdauungsstörungen geheilt sind. Ebenso trinkt der Suchende den Nektar der Unsterblichkeit am Ende, gelangt zu höchster Erkenntnis, erfreut sich nach Herzenslust im Selbst und genießt höchsten Frieden und ewige Wonne.
Proktam: Die Weisen sagten es.
Atmabuddhiprasadajam: Als Reinheit aus dem Verstand geboren; entstanden aus der direkten, vollkommenen und klaren Einsicht in Brahman, das unsterbliche, selbststrahlende, ewige und höchste Selbst, das Absolute. Das individuelle Selbst erfährt sattviges Glück, wenn es die Einheit mit dem höchsten Selbst verwirklicht. Die so gewonnene Freude ist sattvig. (Vgl.VI.1,2)

18-38 Wort-für-Wort Übersetzung

viṣaya-indriya-saṃyogāt – (entstanden) aufgrund der Verbindung (saṃyoga) der Sinnesorgane (indriya) mit den Objekten
      (viṣaya)
yat tat – was
agre – am Anfang
amṛta-upamam – wie (upamā „Vergleich“) Nektar (amṛta) ist
pariṇāme – am Ende
viṣam – Gift
iva – wie
tat – ein solches
sukham – Glück
rājasam – als rajasig (von Rajas „Leidenschaft“ bestimmt)
smṛtam – wird betrachtet

18-38 Kommentar Swami Sivananda

Sinnesfreude ist mit Schmerz, Furcht und Sünde verbunden. Ein kleines Korn von Sinnesvergnügen ist vermengt mit einem Berg von Schmerz. Wer sich in Sinnesvergnügen ergeht, muß daneben auch Schmerz erfahren. Er fürchtet sich davor, die Dinge zu verlieren, die ihm Freude bereiten. Er ist an sie verhaftet. Verhaftung ist Tod. Sie bringt ihn immer wieder in diese Welt des Todes zurück. Furcht und Verhaftung existieren gemeinsam mit Sinnesfreuden.

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18-39 Wort-für-Wort Übersetzung

yat – welches
agre – am Anfang
ca – sowohl
anubandhe – am Ende
ca – als auch
sukham – ein Glück
mohanam – eine Täuschung
ātmanaḥ – des Selbst (darstellt)
nidrā-ālasya-pramāda-uttham – aus Schlaf (nidrā), Trägheit (ālasya) und Nachlässigkeit (pramāda) entsteht (uttha)
tat – das
tāmasam – als tamasig (von Tamas „Trägheit“ bestimmt)
udāhṛtam – wird betrachtet

18-40 Wort-für-Wort Übersetzung

na – nicht
tat – ein solches
asti – existiert
pṛthivyām – auf Erden
vā – weder
divi – im Himmel
deveṣu – bei den Göttern
vā – noch
punaḥ – wiederum
sattvam – Wesen
prakṛti-jaiḥ – aus der Natur (prakṛti) geborenen (ja)
muktam – frei
yat – das
ebhiḥ – von diesen
syāt – wäre
tribhiḥ – drei
guṇaiḥ – Eigenschaften

18-40 Kommentar Sukadev

Von den drei Eigenschaften Sattwa, Rajas und Tamas leitet Krishna in den folgenden Versen über zu den Pflichten, die sich aus der eigenen Wesensnatur, Swabhava und Prakriti, ergeben. Er zeigt das am Beispiel der Kasten, also der sozialen Schichten auf, interpretiert die Schicht aber nicht sozial- oder gesellschaftspolitisch, sondern ihren vorherrschenden Eigenschaften entsprechend. Er interpretiert klassisch-traditionelle Überlieferung hier durchaus neu, wie er es an manchen Stellen der Bhagavad Gita tut.

18-40 Kommentar Swami Sivananda

Die Gunas bilden Kette und Schluß von allem, wie es Fäden im Tuch tun. Hier in der Welt der Sterblichen oder dort in der Himmelswelt gibt es kein Geschöpf, das nicht durch die drei Eigenschaften der Natur gebunden wäre. Kann es ein Tuch ohne Fäden geben? Kann es einen Menschen ohne Blut und Knochen geben? Kann es einen Berg ohne Steine geben? Es gibt auch kein einziges Geschöpf im ganzen Universum, bei dessen Zusammensetzung die drei Eigenschaften der Stofflichkeit nicht mitwirken. Die gesamte Schöpfung ist aus diesen drei Eigenschaften gebildet. Sie ließen die Dreiheit entstehen (Brahma, Vishnu und Shiva). In der Welt der Sterblichen verdankt die Dreiheit von Handelndem, Handlung und Früchten ihnen ihren Ursprung. Sie sind die Ursache der verschiedenen Funktionen der vier Kasten. Dieses Samsara wurde in Kapitel XV.1 mit dem Feigenbaum verglichen. Dieses Samsara setzt sich aus den drei Eigenschaften zusammen und wird durch die Kraft der Unwissenheit aufrechterhalten.

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18-41 Wort-für-Wort Übersetzung

brāhmaṇa-kṣatriya-viśām – der Brahmanen, der Kṣatrias, der Vaiśyas
śūdrāṇām – der Śūdras
ca – und
param-tapa – oh Arjuna „Bedränger (tapa) der Feinde (para)“
karmāṇi – die Handlungen
pravibhaktāni – werden unterteilt
sva-bhāva-prabhavaiḥ – die ihren Ursprung (prabhava) in ihrem jeweiligen Wesen (sva-bhāva) haben
guṇaiḥ – gemäß den Eigenschaften

18-41 Kommentar Swami Sivananda

Brahmanen, Kshatriyas und Vaishyas sind zum Ausführen der vedischen Riten geeignet. Die Angehörigen der vierten Klasse, Oh Arjuna, haben keinen Zugang zu den Riten, denn ihre Aufgabe ist es, den Mitgliedern der drei ersten zu dienen. Ihnen ist es nicht gestattet, die Veden zu studieren oder Yajñas auszuführen. Es besteht eine Aufteilung der Menschheit in die vier Kasten, und das Leben eines jeden Menschen teilt sich in vier Phasen, je nach dem Wesen der Guna und des Grades an Wachstum oder Entwicklung. Ich werde dir nun die verschiedenen Pflichten dieser Kasten erklären, so wie sie den Eigenschaften entsprechen, durch welche sie sich aus den Fängen von Geburt und Tod befreien und Selbstverwirklichung, Selbsterkenntnis, erreichen können. Leidenschaft (Rajas) in einer leichten Vermischung mit Reinheit (Sattva), läßt die Kaste der Kaufleute (Vaishyas) entstehen. Rajas mit Tamas vermischt ist die Ursache für das Auftreten eines Shudra.

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18-42 Wort-für-Wort Übersetzung

śamaḥ – Ruhe
damaḥ – Selbstbeherrschung
tapaḥ – Askese
śaucam – Reinheit
kṣāntiḥ – Nachsichtigkeit
ārjavam – Rechtschaffenheit
eva – wahrlich
ca – und
jñānam – Weisheit
vijñānam – unterscheidende Erkenntnis
āstikyam – Gläubigkeit
brahma-karma – (hiervon geprägt) ist das Handeln (karman) der Brahmanen
sva-bhāva-jam – das aus ihrer Natur (sva-bhāva „eigenes Wesen“) erwächst (ja)