Suche
  • TIPP: Nutze die Suche, um bestimmte Verse zu finden.
  • z. B.: die Eingabe 01-21 bringt dir 1. Kapitel, 21 Vers.
Suche Menü
Kapitel
Vers
Schrift öffnen

18-41 Kommentar Sukadev

Objektiv gesehen war das Kastensystem in Indien ein Mittel der Unterdrückung der niederen Kasten mit einer religiösen Begründung. Krishna hat es einfach uminterpretiert.

Es gab übrigens schon vor Tausenden von Jahren in Indien ganze Bewegungen, wo das Kastensystem aufgeweicht wurde. Zum Beispiel wurde gesagt, ein Vaishnava (Anhänger Vishnus/Krishnas) hat keine Kaste. Auch für einen Swami, Mönch, gilt keine Kaste. Wann immer es zur tiefen Spiritualität kommt, spielen diese Konventionen keine Rolle mehr.

Aus guten Gründen hat sich schon Shankaracharya (Philosoph des Vedanta, 8. Jh. n. Chr.) gegen das herrschende Kastensystem gewendet, ebenso viele Weise und Heilige der Neuzeit, wie zum Beispiel Swami Sivananda, Aurobindo, Ramakrishna und vielleicht mit der größten Effektivität Mahatma Gandhi, der dafür gesorgt hat, dass die Abschaffung des Kastensystems in die indische Verfassung aufgenommen wurde. Auch in der Praxis wurde in den letzten Jahrzehnten in Indien viel umgesetzt, zum Beispiel, dass eine bestimmte Anzahl von Studienplätzen und von höheren Posten in der Verwaltung den bisherigen Kastenlosen vorbehalten bleibt. Das hat viel dazu beigetragen, dass die Kaste bzw. soziale Schicht in Indien nicht mehr die Rolle spielt wie früher und gerade in den Städten heute nur noch wenig Relevanz hat.

Im Bhagavatam, der Geschichte der Inkarnationen Vishnus, wird erwähnt, dass Krishna in seinem eigenen Staat Dvaraka die Kastengrenzen aufgehoben haben soll. Aber hier in der Bhagavad Gita ist Krishna nicht sozialrevolutionär, sondern interpretiert es einfach um.

Brahmanas, Kshatryas, Vaishyas und Shudras sind also laut Krishnas Interpretation nicht von Geburt her festgelegt. Sondern Menschen haben bestimmte Charaktere. Je nach ihrem Charakter gehören sie zu den Brahmanas, Kshatryas, Vaishyas oder Shudras.

Wenn man den Karma– und Reinkarnationsgedanken mit einschließt, was in der Bhagavad Gita als selbstverständlich vorausgesetzt wird, bedeutet das, man wird in die Situation und die Umstände hinein geboren, die geeignet sind, den Teil des Karmas, der in dieser Inkarnation wirksam wird, ausleben zu können. Dazu gehört eine bestimmte Grundveranlagung.

Je nach dieser Grundveranlagung ist man eher

Brahmane, also jemand, der hauptsächlich spirituell ausgerichtet ist,

Kshatriya, jemand der aktiv organisieren und sich entfalten will,

– Vaishya, jemand, der ein kaufmännisch-wirtschaftliches Geschick hat

– Shudra, jemand, der eher in Ruhe gelassen werden will, keine Verantwortung übernehmen will.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.