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18-37 Kommentar Sukadev

Manche Dinge auf dem spirituellen Weg sind am Anfang wie Gift und nachher wie Nektar.

Für manche Menschen ist morgens um fünf Uhr aufzustehen, um dann um sechs Uhr Pranayama (Atemübungen) zu machen, zunächst wie Gift. Wenn man es lange genug durchzieht, ist es wie Nektar, weil sich Prana, Energie, ansammelt. Der Tag verläuft ganz anders, weil Prana dahinter ist.

Es gibt allerdings Menschen, für die das frühe Aufstehen zeitlebens schwierig bleibt. Eine meiner liebsten Lehrerinnen, von der ich sehr viel gelernt habe, habe ich irgendwann einmal gefragt: „Was ist denn für dich das Schwierigste auf dem spirituellen Weg?“ – Und da hat sie spontan geantwortet: „Morgens früh aufstehen.“ Sie war damals schon 20 Jahre auf dem Weg, hatte ganz sicher sehr tiefe Bewusstseinszustände in der Meditation erreicht und konnte Aspiranten sehr gut führen.

Ich habe da sicher einen Vorteil, denn mir ist es schon von früher Kindheit an leicht gefallen, früh aufzustehen. Aber manchen Menschen, je nach Temperament und Veranlagung, fällt es schwer.

Man könnte natürlich stattdessen auch nachts Pranayama (Atemübungen) und Meditation üben. Aber im Alltag bleibt das leider meist reine Theorie. Morgens hat man in der Regel Zeit für sich und wird selten gestört. Kaum jemand bekommt von seinem Chef gesagt: „Könnten Sie das morgen früh um fünf Uhr erledigen?“ oder von seinem Partner: „Gehen wir morgen früh um fünf Uhr ins Kino?“ Oder: „Sollen wir heute mal um halb Vier morgens ausgehen zum Essen?“ – Also, morgens ist im Normalfall eine gute Zeit zum Praktizieren, weil man da ungestört ist.

Auch auf gewisse Dinge zu verzichten ist erst wie Gift und nachher wie Nektar.

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