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06-31 Kommentar Sukadev

Wir verweilen in Gott, wenn wir ungeachtet der Lebensumstände in allen Wesen Gott sehen. Wenn es uns gleich ist, ob wir jetzt Katastrophen erleben oder nicht. Ob wir Umstände haben, die es uns leicht machen, sehr viel zu meditieren oder andere Umstände. Ob wir eine Arbeit haben, wo wir ständig an Gott erinnert werden, zum Beispiel, wenn man hauptsächlich Yoga unterrichtet oder im Ashram lebt, oder in Umständen leben, in denen wir immer wieder an Anderes erinnert werden, wie z.B., wenn man in einem an Gewinnzielen orientierten Unternehmen arbeitet: Wir können stets Gott als das allen Wesen Innewohnende verehren.

06-32 Wort-für-Wort Übersetzung

ātma-aupamyena – als wenn es ihn selbst beträfe („durch die Vergleichung (aupamya) mit sich selbst (ātman)“)
sarvatra – überall, in Bezug auf alles
samam – gleich
paśyati – schaut
yaḥ – wer
arjuna – oh Arjuna
sukham – Glück
vā – oder
yadi vā – ob
duḥkham – Leid
saḥ – der
yogī – Yogi
paramaḥ – als höchster
mataḥ – gilt

06-33 Wort-für-Wort Übersetzung

arjuna – Arjuna
uvāca – sprach
yaḥ ayam – welcher
yogaḥ – der Yoga
tvayā – durch dich
proktaḥ – gelehrt wurde
sāmyena – im Sinne von (geistiger) Ausgewogenheit, Gleichmut
madhusūdana – oh Madhusūdana „Madhu-Vernichter“ (Kṛṣṇa)
etasya – dessen
aham – ich
na – nicht
paśyāmi – sehe
caṃcalatvāt – aufgrund der Unstetigkeit, Ruhelosigkeit (des Geistes)
sthitim – Bestand
sthirām – festen

06-34 Wort-für-Wort Übersetzung

caṃcalam – ruhelos
hi – denn
manaḥ – der Geist (ist)
kṛṣṇa – oh Kṛṣṇa
pramāthi – ungestüm, zerrend
balavat – stark
dṛḍham – unnachgiebig
tasya – dessen
aham – ich
nigraham – Bändigung
manye – halte ich für
vāyoḥ – (die) des Windes
iva – wie
suduṣkaram – so äußerst schwierig zu bewerkstelligen

06-34 Kommentar Sukadev

Ich glaube, die meisten Leser werden ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Ich will euch nicht entmutigen, wenn ich euch erzähle, dass Arjuna schon ein bisschen älter ist, als er dies erzählt. Er ist auch nicht neu auf dem spirituellen Weg. Arjuna ist als Jugendlicher, vermutlich als 11/12 Jähriger zu einem Guru geschickt worden und hat dort Meditation, Pujas, Homas, Pranayama und Asanas gelernt. Seit dieser Lehrzeit hat er täglich praktiziert, regelmäßig meditiert und Verehrungsrituale durchgeführt. Er versucht schon seit 30, 40 Jahren seinen Geist unter Kontrolle zu bringen und sagt jetzt – nach diesen Jahren regelmäßiger Praxis – „es ist schwer, den Geist unter Kontrolle zu bringen“. Ich weiß nicht, ob euch das jetzt eher entmutigt oder ermutigt – ich hoffe, es tröstet euch wenigstens. Und vorausschauend lasst euch sagen: Im 11. Kapitel erreicht Arjuna dann Asamprajnata-Samadhi – also eine halbe Stunde, nachdem er sich so beschwert hat, kommt er in höhere Stufen des Bewusstseins. Was auch heißt: die Erleuchtung kann plötzlich kommen! Arjuna hat sehr wohl an sich gearbeitet und es ist ihm gelungen, seinen Geist schon bis zu einem gewissen Grad unter Kontrolle zu bringen. Deshalb schafft er es eine halbe Stunde später in Sarvikalpa-Samadhi zu kommen. So wissen wir nie, wann die Erleuchtung kommt. Ich rate dir daher: Lebe so, als ob es noch viele Jahre dauert, bis die Erleuchtung kommt. Lebe auch so, dass heute noch die Erleuchtung da ist. Und bete in jeder Meditation: „Wenn es jetzt möglich ist, möchte ich jetzt die Höchste Einheit erfahren“. Und warum auf die nächste Meditation warten? Halte immer wieder einen Moment inne. Werde dir der Gegenwart Gottes bewusst. Löse deinen Geist vom Gegenständlichen, von Worten, von Bildern. Spüre die Einheit. Irgendwann wirst du dann in Samadhi „hineinkatapultiert“ bzw. von Gottes Gnade hineingezogen.

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06-35 Wort-für-Wort Übersetzung

śrī-bhagavān – der Erhabene
uvāca – sprach
asaṃśayam – zweifellos
mahābāho – oh Starkarmiger (Arjuna)
manaḥ – der Geist
durnigraham – (ist) schwer zu beherrschen
calam – ruhelos
abhyāsena – durch Übung
tu – aber
kaunteya – oh Sohn Kuntīs (Arjuna)
vairāgyeṇa – durch Leidenschaftslosigkeit
ca – und
gṛhyate – wird er bezähmt

06-35 Kommentar Swami Sivananda

Das konstante und wiederholte Bemühen, den wandernden Geist durch fortwährende Meditation auf das Lakshya (Zentrum, Ideal, Ziel oder Meditationsobjekt) unter Kontrolle zu bringen, ist Abhyasa, Üben. Dieselbe Vorstellung, derselbe Gedanke über das Selbst oder Gott wird forwährend wiederholt. Dieses fortwährende Wiederholen zerstört Vikshepa, das Schwanken des Geistes, und die Wünsche und macht ihn stetig und einpünktig.

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06-36 Wort-für-Wort Übersetzung

asaṃyata-ātmanā – von einem, der sich selbst (bzw. den Geist: ātman) nicht beherrscht (asaṃyata)
yogaḥ – Yoga
duṣprāpaḥ – ist schwer zu erreichen
iti – so
me – (ist) meine
matiḥ – Meinung
vaśya-ātmanā – von einem, dessen Selbst (bzw. Geist: ātman) beherrscht ist (vaśya)
tu – aber
yatatā – der sich bemüht
śakyaḥ – kann (Yoga)
avāptum – erreicht werden
upāyataḥ – durch (geeignete) Mittel

06-37 Wort-für-Wort Übersetzung

arjuna – Arjuna
uvāca – sprach
ayatiḥ – einer, der sich nicht selbst beherrscht
śraddhayā – (jedoch) mit Glauben
upetaḥ – versehen ist
yogāt – vom Yoga
calita-mānasaḥ – dessen Geist (mānasa) abweicht (calita)
aprāpya – da er nicht erreicht hat
yoga-saṃsiddhim – Vollkommenheit (saṃsiddhi) im Yoga
kām – zu welcher
gatim – Bestimmung
kṛṣṇa – oh Kṛṣṇa
gacchati – gelangt („geht“) er