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06-25 Kommentar Swami Sivananda

Wer Yoga übt, muß allmählich, Schritt für Schritt, mittels des durch Beständigkeit beherrschten Verstandes zur Ruhe kommen. Der Friede des Ewigen wird das Herz allmählich mit einem Beben und einer Wonne erfüllen durch die beständige und fortdauernde Praxis stetiger Konzentration. Der Geist muß durch unaufhörliches Üben dazu gebracht werden, stets im inneren Selbst zu verweilen. Denkt man ständig an das unsterbliche Selbst im Inneren, wird der Geist aufhören, an die Objekte der Sinnesfreuden zu denken. Die geistige Energie muß durch Atma-Chintana, die ständige Kontemplation über das Selbst, entlang des spirituellen Kanals geführt werden.

06-26 Wort-für-Wort Übersetzung

yataḥ yataḥ – wohin auch immer
niścarati – abschweift
manaḥ –  Geist
caṃcalam – der ruhelose
asthiram – unstete
tataḥ tataḥ – von überall dort
niyamya – einfangend
etat – ihn
ātmani – des Selbst („unter das Selbst“)
eva – nur, allein
vaśam – in die Gewalt
nayet – man möge bringen

06-26 Kommentar Swami Sivananda

In diesem Vers beschreibt der Herr die Methode, um den Geist zu kontrollieren. So wie du einen Stier immer wieder nach Hause zurückführen mußt, wenn er fortläuft, mußt du auch den Geist immer wieder zum Punkt, zum Zentrum, Lakshya, zurückholen, wenn er zu den äußeren Objekten läuft. Wenn du dem Stier guten Baumwollsamenextrakt gibst, Zucker, Wegerich, usw. läuft er nicht weg, sondern bleibt bei dir. Ebenso, wenn du den Geist nach und nach durch Konzentrationsübung die ewige Wonne des inneren Selbst kosten läßt, wird er allmählich nur mehr im Selbst verweilen und nicht mehr zu den äußeren Sinnesobjekten gehen. Klang und andere Dinge machen den Geist nur ruhelos und unbeständig. Durch das Wissen um die Unzulänglichkeit von Gegenständen der Sinnesvergnügen, durch die Einsicht in die Flüchtigkeit ihrer Natur, durch die Pflege von Unterscheidung zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen und auch durch Leidenschaftslosigkeit und dadurch, daß dem Geist Herrlichkeit und Glanz des Selbst zu erkennen gegeben wird, kann er vollkommen von den Sinnesobjekten weggebracht und fest an das Selbst geheftet werden.

06-27 Wort-für-Wort Übersetzung

praśānta-manasam – dessen Geist (manas) friedvoll (praśānta) ist
hi – gewiss
enam – den
yoginam – Yogi
sukham – Wonne
uttamam – höchste
upaiti – überkommt
śānta-rajasam – dessen Leidenschaft (rajas) gestillt (śānta „beruhigt“) wurde
brahma-bhūtam – der Brahman geworden (bhūta) ist
akalmaṣam – der ohne Sünden (kalmaṣa) ist

06-27 Kommentar Sukadev

Im Sanskrit steht „Shanta Rajasa“. Ein Shanta Rajasa ist ein Mensch, dessen Leidenschaft gestillt worden ist, dessen Rajas (Unruhe) zum Shanti, zum Frieden, gekommen ist. Krishna spricht an anderer Stelle mehr über Satwa, Rajas und Tamas. Krishna lehrt, dass wir versuchen sollen unser Rajas zu reduzieren. Vorher müssen wir Tamas reduzieren, wobei uns Karma Yoga behilflich ist. In der Meditation stillen wir dann Rajas, so dass unser Geist zu Brahman kommen kann.

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06-27 Kommentar Swami Sivananda

In diesem und dem folgenden Vers beschreibt der Herr den Nutzen, den Yoga bringt. Höchste (ewige, ungetrübte und ununterbrochene) Wonne wird dem Yogi zuteil, dessen Geist vollkommen gelassen ist, der seine leidenschaftliche Natur bezähmt und alle möglichen Verhaftungen zerstört hat, der Selbsterkenntnis erlangt hat und so zu einem Jivanmukta, einem zu Lebzeiten Befreiten, geworden ist, der fühlt, daß alles nur Brahman ist, und der makellos ist, d.h. von Dharma und Adharma (Gut und Böse) nicht beeinträchtigt wird.

06-28 Wort-für-Wort Übersetzung

yuñjan – (im Yoga) übend
evam – auf diese Weise
sadā – immer
ātmānam – sich
yogī – ein Yogi
vigata-kalmaṣaḥ – ohne Makel (kalmaṣa)
sukhena – leicht
brahma-saṃsparśam – welches in (unmittelbarer) Berührung (saṃsparśa) mit dem Brahman besteht
atyantam – vollständiges, fortwährendes
sukham – Glück
aśnute – erreicht

06-28 Kommentar Swami Sivananda

Durch Yogapraktiken wie das Zurückziehen der Sinne, Konzentration und Meditation verliert er die Berührungspunkte mit den Sinnesobjekten und kommt in Kontakt mit Brahman, dem unsterblichen Selbst im Inneren, und genießt so die grenzenlose Seligkeit Brahmans. Vergnügungen der Sinne sind flüchtig, vergehen, die Seligkeit Brahmans jedoch kennt keine Unterbrechung, sie ist unzerstörbar und immerwährend. Deshalb muß danach getrachtet werden, das Selbst im Inneren zu verwirklichen. Der Yogi beseitigt die Hindernisse, die der Erlangung des Einseins mit dem Herrn im Weg stehen, und läßt so den Geist stetig im Selbst ruhen.

06-29 Wort-für-Wort Übersetzung

sarva-bhūta-stham – als in allen (sarva) Wesen (bhūta) befindlich (stha)
ātmānam – das Selbst
sarva-bhūtāni – alle Wesen
ca – und
ātmani – im Selbst
īkṣate – sieht
yoga-yukta-ātmā – wessen Geist (ātman) durch Yoga gesammelt (yukta) ist
sarvatra – überall, in Bezug auf alles
sama-darśanaḥ – ist sein Sehen (darśana) gleich (sama)

06-30 Kommentar Sukadev

Was Krishna zuvor gesagt hat, dass das abstrakte, unendliche Selbst in allen Wesen zu sehen ist, ist ein hohes Ziel und für viele nicht einfach zu erreichen. Hier nennt er uns einen einfacheren Weg, nämlich den Weg des Bhakti Yogas. Krishna wechselt in der gesamten Bhagavad Gita immer wieder die Perspektive vom Bhakti zum Jnana Yoga Standpunkt. Vermutlich ist es für die Mehrheit der Menschen leichter zu sagen: „Gott ist in allen Wesen“ als „Ich bin in allen Wesen„. Wenn wir sagen: Gott schickt mir die großen und kleinen Prüfungen, Gott schickt mir die großen und kleinen Segnungen, Gott schickt mir den Menschen, der mich jetzt gerade beschimpft, Gott schickt mir eine Krankheit, an der ich wachsen soll – das ist oft leichter nachzuvollziehen. Schwieriger ist es zu denken oder in jedem Moment zu sagen: „Mein Selbst ist in allen Wesen.“

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06-31 Wort-für-Wort Übersetzung

sarva-bhūta-sthitam – als in allen (sarva) Wesen (bhūta) befindlich (sthita)
yaḥ – wer
mām – mich
bhajati – verehrt
ekatvam – die Einheit
āsthitaḥ – erlangt hat
sarvathā – auf welche Weise immer
vartamānaḥ – er zu Werke geht
api – auch
saḥ – der
yogī – Yogi
mayi – in mir
vartate – weilt