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06-26 Wort-für-Wort Übersetzung

yataḥ yataḥ – wohin auch immer
niścarati – abschweift
manaḥ –  Geist
caṃcalam – der ruhelose
asthiram – unstete
tataḥ tataḥ – von überall dort
niyamya – einfangend
etat – ihn
ātmani – des Selbst („unter das Selbst“)
eva – nur, allein
vaśam – in die Gewalt
nayet – man möge bringen

06-27 Wort-für-Wort Übersetzung

praśānta-manasam – dessen Geist (manas) friedvoll (praśānta) ist
hi – gewiss
enam – den
yoginam – Yogi
sukham – Wonne
uttamam – höchste
upaiti – überkommt
śānta-rajasam – dessen Leidenschaft (rajas) gestillt (śānta „beruhigt“) wurde
brahma-bhūtam – der Brahman geworden (bhūta) ist
akalmaṣam – der ohne Sünden (kalmaṣa) ist

06-27 Kommentar Sukadev

Im Sanskrit steht „Shanta Rajasa“. Ein Shanta Rajasa ist ein Mensch, dessen Leidenschaft gestillt worden ist, dessen Rajas (Unruhe) zum Shanti, zum Frieden, gekommen ist. Krishna spricht an anderer Stelle mehr über Satwa, Rajas und Tamas. Krishna lehrt, dass wir versuchen sollen unser Rajas zu reduzieren. Vorher müssen wir Tamas reduzieren, wobei uns Karma Yoga behilflich ist. In der Meditation stillen wir dann Rajas, so dass unser Geist zu Brahman kommen kann.

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06-28 Wort-für-Wort Übersetzung

yuñjan – (im Yoga) übend
evam – auf diese Weise
sadā – immer
ātmānam – sich
yogī – ein Yogi
vigata-kalmaṣaḥ – ohne Makel (kalmaṣa)
sukhena – leicht
brahma-saṃsparśam – welches in (unmittelbarer) Berührung (saṃsparśa) mit dem Brahman besteht
atyantam – vollständiges, fortwährendes
sukham – Glück
aśnute – erreicht

06-29 Wort-für-Wort Übersetzung

sarva-bhūta-stham – als in allen (sarva) Wesen (bhūta) befindlich (stha)
ātmānam – das Selbst
sarva-bhūtāni – alle Wesen
ca – und
ātmani – im Selbst
īkṣate – sieht
yoga-yukta-ātmā – wessen Geist (ātman) durch Yoga gesammelt (yukta) ist
sarvatra – überall, in Bezug auf alles
sama-darśanaḥ – ist sein Sehen (darśana) gleich (sama)

06-30 Kommentar Sukadev

Was Krishna zuvor gesagt hat, dass das abstrakte, unendliche Selbst in allen Wesen zu sehen ist, ist ein hohes Ziel und für viele nicht einfach zu erreichen. Hier nennt er uns einen einfacheren Weg, nämlich den Weg des Bhakti Yogas. Krishna wechselt in der gesamten Bhagavad Gita immer wieder die Perspektive vom Bhakti zum Jnana Yoga Standpunkt. Vermutlich ist es für die Mehrheit der Menschen leichter zu sagen: „Gott ist in allen Wesen“ als „Ich bin in allen Wesen„. Wenn wir sagen: Gott schickt mir die großen und kleinen Prüfungen, Gott schickt mir die großen und kleinen Segnungen, Gott schickt mir den Menschen, der mich jetzt gerade beschimpft, Gott schickt mir eine Krankheit, an der ich wachsen soll – das ist oft leichter nachzuvollziehen. Schwieriger ist es zu denken oder in jedem Moment zu sagen: „Mein Selbst ist in allen Wesen.“

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06-31 Wort-für-Wort Übersetzung

sarva-bhūta-sthitam – als in allen (sarva) Wesen (bhūta) befindlich (sthita)
yaḥ – wer
mām – mich
bhajati – verehrt
ekatvam – die Einheit
āsthitaḥ – erlangt hat
sarvathā – auf welche Weise immer
vartamānaḥ – er zu Werke geht
api – auch
saḥ – der
yogī – Yogi
mayi – in mir
vartate – weilt