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12-13 Wort-für-Wort Übersetzung

adveṣṭā – einer der kein Hasser ist
sarva-bhūtānām – aller (sarva) Lebewesen (bhūta)
maitraḥ – freundlich
karuṇaḥ – mitfühlend
eva – wahrlich
ca – und
nirmamaḥ – ohne Besitzansprüche
nirahaṅkāraḥ – ohne Ego
sama-duḥkha-sukhaḥ – gleichmütig (sama) in Freude (sukha) und Leid (duḥkha)
kṣamī – geduldig, nachsichtig

12-14 Wort-für-Wort Übersetzung

saṃtuṣṭaḥ – zufrieden
satatam – stets
yogī – ein Yogin
yata-ātmā – selbstbeherrscht „einer, der sein Selbst (ātman) beherrscht hat (yata)“
dṛḍha-niścayaḥ – von festem (dṛḍha) Entschluss (niścaya)
mayi – auf mich
arpita-manaḥ-buddhiḥ – dessen Geist (manas) und Verstand (buddhi) gerichtet (arpita) sind
yaḥ – wer
mat-bhaktaḥ – mir (mat) hingegeben (bhakta) ist
saḥ – der
me – mir
priyaḥ – (ist) lieb

12-15 Wort-für-Wort Übersetzung

yasmāt – vor wem
na – nicht
udvijate – sich beunruhigt
lokaḥ – die Welt
lokāt – vor der Welt
na – nicht
udvijate – sich beunruhigt
ca – und
yaḥ – wer
harṣa-amarṣa-bhaya-udvegaiḥ – von Freude (harṣa), Ärger (amarṣa), Furcht (bhaya) und Erregung (udvega)
muktaḥ – frei ist
yaḥ – wer
saḥ – der
ca – auch
me – mir
priyaḥ – (ist) lieb

12-16 Wort-für-Wort Übersetzung

anapekṣaḥ – unabhängig
śuciḥ – rein
dakṣaḥ – begabt
udāsīnaḥ – gleichmütig
gata-vyathaḥ – frei von Leid (vyathā)
sarva-ārambha-parityāgī – allen (sarva) Unternehmungen (ārambha) entsagt (parityāgin)
yaḥ – wer
mat-bhaktaḥ – mir (mat) ergeben (bhakta) ist
saḥ – der
me – mir
priyaḥ – (ist) lieb

12-16 Kommentar Sukadev

Also „frei von Wünschen“ sollte der Mensch sein, wobei hier als Wünsche die Gier gemeint ist. Ohne egoistische Wünsche bist du rein. Wir sind auch suchir. Da steckt saucha drin, was du vielleicht aus den Yoga Sutras als eines der Niyamas kennst. Saucha bedeutet Reinheit, gleichmütig, frei von Schmerz, allen Absichten entsagt. Man muss aufpassen, was damit gemeint ist. Krishna wiederholt immer wieder: Wir sollen nicht von Handlungen frei sein, im Gegenteil, wir sollen handeln, aber frei sein von diesem ständigen Beschäftigtsein. Wir sollten als spirituelle Aspiranten, wenn sich die Gelegenheit ergibt, auch in der Lage sein, einfach zu sitzen, zu meditieren und nichts zu tun, also keine Workaholics sein. Wir sollten auch nicht frei von Feuer sein, tamasig, trantütig. Immer wieder will uns Krishna vor dem einen oder anderen Extrem bewahren. Frei von Absichten, im Sinne frei von dem Denken, dass ich nur glücklich bin, wenn das und das passiert. Sattwige Absichten sind gut, sattwige Unternehmungen auch. Das beschreibt Krishna im 14. Kapitel, in dem es um die 3 Gunas geht.

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