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08-05 Wort-für-Wort Übersetzung

anta-kāle – zur Todesstunde
ca – und
mām – an mich
eva – nur, allein
smaran – in dem er sich erinnert
muktvā – verlassend
kalevaram – den Körper
yaḥ – wer
prayāti – stirbt
saḥ – der
mat-bhāvam – zu meinem (mat) Wesen (bhāva)
yāti – gelangt
na – nicht
asti – ist
atra – hier
saṃśayaḥ – ein Zweifel

08-06 Wort-für-Wort Übersetzung

yam yam – an welche immer
vā – oder
api – auch
smaran – denkend, sich erinnernd
bhāvam – Seinsweise
tyajati – er verlässt
ante – am Ende
kalevaram – (seinen) Körper
tam tam – zu dieser
eva – genau
eti – geht er
kaunteya – oh Sohn Kuntīs (Arjuna)
sadā – immer
tat-bhāva-bhāvitaḥ – geistig durchtränkt (bhāvita) vom Denken (bhāva) an diese (tat) Seinsweise

08-06 Kommentar Sukadev

Die letzten Gedanken, die ein Mensch hat, sind besonders wichtig. Angenommen der letzte Gedanke richtet sich beim Übergang in die Feinstoffwelt  an die verstorbene Mutter: Wenn die Verbindung sehr stark war und die Mutter sich bis dahin noch nicht inkarniert hat, dann kann der Betreffende seine Mutter in der Feinstoffwelt treffen und die ganze Verwandtschaft. Anschließend können sich alle einer nach dem anderen wieder inkarnieren. Es muss dann nicht so sein, dass die Mutter im nächsten Leben wieder die Mutter ist. Es kann sein, dass sie im nächsten Leben die Schwester ist oder die Vermieterin oder die Frau, zu der er als Aupairmädchen hinkommt. Sie wird auf jeden Fall jemand sein, zu dem er eine gefühlsmäßige Bindung hat. Sie kann auch seine Frau sein oder sogar das Geschlecht wechseln und im nächsten Leben sein Großvater sein. So werden wir immer wieder in wechselnden Beziehungen geboren, wenn wir im Moment des Todes an unsere Familienmitglieder denken.

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08-07 Wort-für-Wort Übersetzung

tasmāt – deshalb
sarveṣu – zu allen
kāleṣu – Zeiten
mām – an mich
anusmara – denke, erinnere dich
yudhya – kämpfe
ca – und
mayi – auf mich
arpita-manaḥ-buddhiḥ – Geist (manas) und Verstand (buddhi) gerichtet (arpita)
mām – zu mir
eva – allein
eṣyasi – wirst du gehen
asaṃśayaḥ – zweifellos

08-07 Kommentar Sukadev

Krishna rät Arjuna zu kämpfen. Er verwendet häufig eine kriegerische Sprache, damit Arjuna, der aus der Kriegerkaste kommt, ihn versteht. Wenn Arjuna ein Kaufmann wäre, dann würde Krishna eher in der Sprache eines Kaufmanns zu ihm sprechen. Der Leser wird vermutlich weniger Bezug zur kriegerischen Sprache haben. Man könnte die Worte Krishnas auch umformulieren und sagen: „Bemühe dich.“ Das Denken an Gott geschieht nicht einfach von alleine. Man muss sich anstrengen. Nur dann, wenn wir den Geist fest auf Gott richten, dann kommen wir zu ihm.

08-08 Wort-für-Wort Übersetzung

abhyāsa-yoga-yuktena –  der gesammelt (yukta) ist durch die Methode (yoga) des Praktizierens (abhyāsa)
cetasā – mit einem Geist
na – nicht
anya-gāminā – der abschweift („anderswohin geht“)
paramam – zum höchsten
puruṣam – Geist
divyam – göttlichen, strahlenden
yāti – gelangt man
pārtha – oh Sohn Pṛthās (Arjuna)
anucintayan – indem man (über ihn) meditiert

08-08 Kommentar Swami Sivananda

Abhyasa bedeutet Praktizieren. Praktizieren ist das ständige Wiederholen eines Gedankens über Gott. In der Meditation werden Vijatiya Vrittis (weltliche Gedanken, Gedanken, die nicht zum Gegenstand der Meditation gehören) ausgeschlossen, und es herrscht Sajatiya Vrittipravaha (das ständige Fließen von Gedanken über das Selbst oder das Absolute allein). Das ist Abhyasa. Abhyasa ist Yoga. Es wird in Nirvikalpa Samadhi sein Ende finden. Der Yogi mit Samahita Chitta (Gelassenheit) erreicht Paramatma, die höchste Seele. So wie die Flüsse ihre Namen und Formen aufgeben und mit dem Ozean eins werden, so wird auch der Weise, Vidvan, der frei ist von Namen und Formen, Tugend und Laster, identisch mit dem höchsten Selbst.

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08-09 Wort-für-Wort Übersetzung

kavim – Weisen, Seher
purāṇam – an den uralten
anuśāsitāram – den Lehrer, Lenker
aṇoḥ – als ein Atom
aṇīyāṃsam – der kleiner ist
anusmaret – sich erinnern kann
yaḥ – wer
sarvasya – von allem
dhātāram – den Erhalter
acintya-rūpam – dessen Gestalt (rūpa) nicht vorstellbar (acintya) ist
āditya-varṇam – der die Farbe (varṇa) der Sonne (āditya) hat
tamasaḥ – der Dunkelheit
parastāt – jenseits

08-10 Wort-für-Wort Übersetzung

prayāṇa-kāle – in der Todesstunde
manasā – Geist
acalena – mit unerschütterlichem
bhaktyā – mit Hingabe
yuktaḥ – versehen
yoga-balena – vermöge der Yogakraft
ca  eva – und
bhruvoḥ – den Augenbrauen
madhye – zwischen
prāṇam – den Atem
āveśya – (wer) konzentriert hat
samyak – vollkommen
saḥ – der
tam – zu diesem
param – höchsten
puruṣam – Geist
upaiti – gelangt
divyam – göttlichen, strahlenden

08-10 Kommentar Swami Sivananda

Der Yogi erlangt ungeheure innere Stärke und Konzentrationskraft. Sein Geist wird ganz ruhig durch die ständige Praxis von Konzentration und Meditation. Zuerst meditiert er auf die niederen Chakras, Muladhara, Svadhishthana und Manipura. Dann konzentriert er sich auf den Herzlotus (Anahata Chakra). Dann zieht er den Lebensatem (das Prana) durch die Sushumna und hält ihn zwischen den Augenbrauen fest. Schließlich erreicht er den strahlenden höchsten Purusha (das höchste Wesen) durch die oben beschriebene Yogatechnik.

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