Suche
  • TIPP: Nutze die Suche, um bestimmte Verse zu finden.
  • z. B.: die Eingabe 01-21 bringt dir 1. Kapitel, 21 Vers.
Suche Menü

06-21 Kommentar Sukadev

Das ist wie ein „Engelskreislauf“. Wenn wir unseren Geist beherrschen und zur Ruhe kommen, dann erfahren wir grenzenlose Wonne, denn unsere wahre Natur ist Satchidananda. Und wenn wir umgekehrt erstmal in Satchidananda verwurzelt sind – also im reinen Sein (Sat), im unendlichen Wissen und Bewusstsein (Chid) und in der unendlichen Wonne (Ananda) – dann kommen spontan Handlungen aus uns hervor, die in der Wahrheit begründet sind.

06-21 Kommentar Swami Sivananda

Die grenzenlose Wonne des Selbst (die die Sinne nicht zu erfassen vermögen) kann durch den reinen Verstand unabhängig von den Sinnen erfaßt (erfahren) werden. In tiefer Meditation hören die Sinne auf zu arbeiten, da sie in ihrer Ursache, dem Geist, aufgegangen sind. Der Verstand wird durch das Üben von Yama (Selbstbeschränkung) und Niyama (Gebote und Übungen zur Disziplin) und durch konstante Meditation gereinigt.

06-22 Wort-für-Wort Übersetzung

yam – den (Zustand, d.h. Samādhi)
labdhvā – wenn man erreicht hat
ca – und
aparam – an einen anderen
lābham – Gewinn
manyate – man glaubt
na – nicht (mehr)
adhikam – größeren
tataḥ – als diesen (Zustand)
yasmin – in welchem (Zustand)
sthitaḥ – gefestigt, verankert
na – nicht
duḥkhena – Leid
guruṇā – von schwerem
api – sogar
vicālyate – er (der Yogi) erschüttert wird

06-22 Kommentar Swami Sivananda

Das, was: Der Gewinn, Selbstverwirklichung, Erkennen der unsterblichen Seele. Darin: Im völlig wonnevollen Selbst, das frei ist von Täuschung und Sorge. Das Selbst ist in sich erfüllt und in sich enthalten. Wer Selbstverwirklichung erlangt hat, dem sind alle Wünsche erfüllt. Deshalb sagt der Herr: »Es gibt nichts Höheres zu erlangen als die Selbstverwirklichung.« Wenn man fest im höchsten Selbst ruht, kann man nicht erschüttert werden, nicht einmal von großer Sorge und Schmerz, denn man ist ohne Geist und identifiziert sich mit dem sorgenlosen und schmerzlosen Brahman. Man kann Sorge und Schmerz erfahren, wenn man sich mit Körper und Geist identifiziert. Wenn kein Geist da ist, kann es keine Schmerzen geben. In Narkose verspürt man keinen Schmerz, nicht einmal die Amputation einer Hand, denn der Geist ist vom Körper gelöst.

06-23 Wort-für-Wort Übersetzung

tam – diesen (Zustand, d.h. Samādhi)
vidyāt – soll man kennen, verstehen
duḥkha-saṃyoga-viyogam – der die Trennung (viyoga) der Verbindung (saṃyoga) mit dem Leid (duḥkha) bedeutet
yoga-saṃjñitam – unter der Bezeichnung (saṃjñita) Yoga
saḥ – dieser
niścayena – mit Entschlossenheit
yoktavyaḥ – ist zu üben
yogaḥ – Yoga
anirviṇṇa-cetasā – mit unverzagtem Geist (cetas)

06-23 Kommentar Swami Sivananda

In den Versen 20, 21 und 22 beschreibt der Herr den Nutzen des Yoga, nämlich vollkommene Zufriedenheit durch das Ruhen im Selbst, unendliche grenzenlose Seligkeit, Freisein von Sorge und Schmerz, usw. Weiters sagt er, daß dieser Yoga mit fester Überzeugung, eiserner Entschlossenheit und unbekümmertem Herzen geübt werden muß. Ein spiritueller Sucher, dessen Geist schwankt, kann keinen Erfolg im Yoga erlangen. Er hört auf zu üben, wenn er auf die ersten Hindernisse am Weg trifft. Der Übende muß auch kühn und freudvoll sein und Selbstvertrauen haben.

06-24 Wort-für-Wort Übersetzung

saṅkalpa-prabhavān – deren Ursprung (prabhava) Vorstellungen (saṅkalpa) sind
kāmān – Wünsche
tyaktvā – aufgebend
sarvān – alle
aśeṣataḥ – restlos
manasā – mit dem Geist
eva – nur
indriya-grāmam – die Gesamtheit (grāma) der Sinne (indriya)
viniyamya – (vollständig) einschränkend
samantataḥ – von allen Seiten

06-24 Kommentar Swami Sivananda

Vorbehaltslos: Der Geist ist so diplomatisch, daß er bestimmte Wünsche zurückbehält, um sie im Verborgenen zu befriedigen. Deshalb müssen alle Wünsche ohne Einschränkung aufgegeben werden. Der Wunsch entsteht aus der Vorstellung (Sankalpa). Daher vernichte zuerst Sankalpa. Wenn zuerst die Vorstellung ausgelöscht wird, vergehen die Wünsche von selbst. Merke hier auf! Alle Sinne müssen von allen Seiten her vom Geist unter Kontrolle gebracht werden. Wenn auch nur ein einziger Sinn in eine einzige Richtung hin ungezügelt ist, wird er den Geist oft und oft wegziehen. Die Sinne werden durch ständiges Üben des Zurückziehens (Pratyahara) im Geist absorbiert werden. Dann wird der Geist nicht an die Objekte der Sinnesvergnügungen denken und vollkommen ruhig werden.

 ...>>> weiter zum vollen Artikel...

06-25 Wort-für-Wort Übersetzung

śanaiḥ śanaiḥ – allmählich
uparamet – möge er (der Yogi) zur Ruhe kommen
buddhyā – (da sein) Verstand
dhṛti-gṛhītayā – zum Stillstand gekommen ist („durch Festhalten (dhṛti ~ dhāraṇā) ergriffen (gṛhīta) wird“)
ātma-saṃstham – im Selbst (ātma) verankert (saṃstha)
manaḥ – den Geist
kṛtvā – habend
na kiṃcit api – ganz und gar nichts („nicht irgend etwas sogar“)
cintayet – möge er denken

06-25 Kommentar Swami Sivananda

Wer Yoga übt, muß allmählich, Schritt für Schritt, mittels des durch Beständigkeit beherrschten Verstandes zur Ruhe kommen. Der Friede des Ewigen wird das Herz allmählich mit einem Beben und einer Wonne erfüllen durch die beständige und fortdauernde Praxis stetiger Konzentration. Der Geist muß durch unaufhörliches Üben dazu gebracht werden, stets im inneren Selbst zu verweilen. Denkt man ständig an das unsterbliche Selbst im Inneren, wird der Geist aufhören, an die Objekte der Sinnesfreuden zu denken. Die geistige Energie muß durch Atma-Chintana, die ständige Kontemplation über das Selbst, entlang des spirituellen Kanals geführt werden.

06-26 Wort-für-Wort Übersetzung

yataḥ yataḥ – wohin auch immer
niścarati – abschweift
manaḥ –  Geist
caṃcalam – der ruhelose
asthiram – unstete
tataḥ tataḥ – von überall dort
niyamya – einfangend
etat – ihn
ātmani – des Selbst („unter das Selbst“)
eva – nur, allein
vaśam – in die Gewalt
nayet – man möge bringen

06-26 Kommentar Swami Sivananda

In diesem Vers beschreibt der Herr die Methode, um den Geist zu kontrollieren. So wie du einen Stier immer wieder nach Hause zurückführen mußt, wenn er fortläuft, mußt du auch den Geist immer wieder zum Punkt, zum Zentrum, Lakshya, zurückholen, wenn er zu den äußeren Objekten läuft. Wenn du dem Stier guten Baumwollsamenextrakt gibst, Zucker, Wegerich, usw. läuft er nicht weg, sondern bleibt bei dir. Ebenso, wenn du den Geist nach und nach durch Konzentrationsübung die ewige Wonne des inneren Selbst kosten läßt, wird er allmählich nur mehr im Selbst verweilen und nicht mehr zu den äußeren Sinnesobjekten gehen. Klang und andere Dinge machen den Geist nur ruhelos und unbeständig. Durch das Wissen um die Unzulänglichkeit von Gegenständen der Sinnesvergnügen, durch die Einsicht in die Flüchtigkeit ihrer Natur, durch die Pflege von Unterscheidung zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen und auch durch Leidenschaftslosigkeit und dadurch, daß dem Geist Herrlichkeit und Glanz des Selbst zu erkennen gegeben wird, kann er vollkommen von den Sinnesobjekten weggebracht und fest an das Selbst geheftet werden.

06-27 Wort-für-Wort Übersetzung

praśānta-manasam – dessen Geist (manas) friedvoll (praśānta) ist
hi – gewiss
enam – den
yoginam – Yogi
sukham – Wonne
uttamam – höchste
upaiti – überkommt
śānta-rajasam – dessen Leidenschaft (rajas) gestillt (śānta „beruhigt“) wurde
brahma-bhūtam – der Brahman geworden (bhūta) ist
akalmaṣam – der ohne Sünden (kalmaṣa) ist

06-27 Kommentar Sukadev

Im Sanskrit steht „Shanta Rajasa“. Ein Shanta Rajasa ist ein Mensch, dessen Leidenschaft gestillt worden ist, dessen Rajas (Unruhe) zum Shanti, zum Frieden, gekommen ist. Krishna spricht an anderer Stelle mehr über Satwa, Rajas und Tamas. Krishna lehrt, dass wir versuchen sollen unser Rajas zu reduzieren. Vorher müssen wir Tamas reduzieren, wobei uns Karma Yoga behilflich ist. In der Meditation stillen wir dann Rajas, so dass unser Geist zu Brahman kommen kann.

 ...>>> weiter zum vollen Artikel...

06-27 Kommentar Swami Sivananda

In diesem und dem folgenden Vers beschreibt der Herr den Nutzen, den Yoga bringt. Höchste (ewige, ungetrübte und ununterbrochene) Wonne wird dem Yogi zuteil, dessen Geist vollkommen gelassen ist, der seine leidenschaftliche Natur bezähmt und alle möglichen Verhaftungen zerstört hat, der Selbsterkenntnis erlangt hat und so zu einem Jivanmukta, einem zu Lebzeiten Befreiten, geworden ist, der fühlt, daß alles nur Brahman ist, und der makellos ist, d.h. von Dharma und Adharma (Gut und Böse) nicht beeinträchtigt wird.