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09-31 Wort-für-Wort Übersetzung

kṣipram – bald
bhavati – wird er
dharma-ātmā – rechtschaffen („einer, dessen Geist (ātman) das Recht/die Pflicht (dharma) befolgt“)
śaśvat-śāntim – in ewigen (śaśvat) Frieden (śānti)
nigacchati – geht er ein
kaunteya – oh Sohn Kuntīs (Arjuna)
pratijānīhi – sei dir bewusst
na – nicht
me – mir
bhaktaḥ – einer, der ergeben ist
praṇaśyati – geht zugrunde

09-31 Kommentar Sukadev

Das ist die transformierende Kraft von Bhakti. Öfters stellen sich Menschen die Frage, was sie zuerst tun sollen. Angenommen jemand weiß, dass er viele schlechte Taten begangen hat und er schlechte Angewohnheiten hat: Soll er sich zuerst darum bemühen, ein besserer Mensch zu werden oder soll er zuerst Gott verehren? Je nach Temperament ist mal das eine das Richtige, mal das andere.

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09-32 Wort-für-Wort Übersetzung

mām – zu mir
hi – denn
pārtha – oh Sohn Pṛthās (Arjuna)
vyapāśritya – wenn sie Zuflucht genommen haben
ye – diejenigen
api – sogar
syuḥ – sind
pāpa-yonayaḥ – die üblen (pāpa) Ursprungs (yoni)
striyaḥ – Frauen
vaiśyāḥ – Vaiśyas (Angehörige der dritten Kaste, z. B. Kaufleute)
tathā – sowie
śūdrāḥ – Śūdras (Angehörige der vierten Kaste, z. B. Handwerker)
te – die
api – auch
yānti – gelangen
parām – zum höchsten
gatim – Ziel

09-32 Kommentar Sukadev

Wenn wir als westliche Aspiranten in der heutigen Zeit eine solche Aussage lesen, dann stehen vielen von uns erst einmal die Nackenhaare zu Berge. Allerdings müssen wir uns erinnern, dass Krishna das vor ein paar Tausend Jahren zu Arjuna gesagt hat. In Indien gab es das Kastensystem. Nach damaliger vorherrschender  Vorstellung kann nur jemand die Verwirklichung erreichen, der aus der Brahmanenkaste kommt oder ein Kshatriya ist. Brahmane und Kshatriya kann man nur sein, wenn man in einen menschlichen Körper geboren worden ist. Dazu muss man gute Handlungen machen, Punyas ansammeln und dann Glück haben, als Mann in der Brahmanen- oder Kshatriya- Kaste wiedergeboren zu werden. Sammelt man Papas, Sünden, an, wird man als Frau oder als Shudra oder Vaishya wiedergeboren und hat keine Chance die Verwirklichung zu erreichen. Ein Shudra ist ein einfacher Tagelöhner, ein Vaishya ein Kaufmann.

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09-33 Wort-für-Wort Übersetzung

kiṃ punaḥ – um wieviel leichter (erreichen das höchste Ziel)
brāhmaṇāḥ – Brahmanen
puṇyāḥ – reine
bhaktāḥ – fromme
rāja-ṛṣayaḥ – königliche (rāja) Seher (ṛṣi)
tathā – sowie
anityam – vergängliche
asukham – glücklose
lokam – Welt
imam – diese
prāpya – da du erlangt hast
bhajasva – verehre
mām – mich

09-33 Kommentar Sukadev

Brahmanen und Kshatriyas hatten einen großen Vorteil Mitgliedern anderer Kasten gegenüber: Sie wurden als Kinder spirituell erzogen. Im Alter von 8 bis 12 Jahre wurden sie in die Familie eines Gurus gegeben und lebten dort mit diesem für circa 12 Jahre. In dieser Zeit erlernten sie einen Beruf und wurden in spirituelle Praktiken eingeführt, welche sie mit dem Alltag zu verbinden lernten. So wurden starke spirituelle Samskaras gebildet. Wenn wir jetzt das große Glück haben, spirituell praktizieren zu können, vielleicht sogar schon eine Weile praktiziert zu haben, sollten wir mit großem Enthusiasmus dieses Höchste Ziel verfolgen.

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09-34 Wort-für-Wort Übersetzung

mat-manā – einer, dessen Geist (manas) auf mich (mat) gerichtet ist
bhava – sei
mat-bhaktaḥ – mir (mat) ergeben (bhakta)
mat-yājī – einer, der mir (mat) opfert (yājin)
mām – mich
namaskuru – verehre
mām – zu mir
eva – allein
eṣyasi – wirst du kommen
yuktvā – wenn du (in mich) versenkt hast
evam – so
ātmānam – den Geist; dich selbst
mat-para-ayaṇaḥ – mit mir (mat) als höchstem (para) Ziel (ayaṇa)

09-34 Kommentar Sukadev

Hat Krishna uns im 33. Vers schon ein bisschen Trost gespendet, so verstärkt er das in diesem Vers noch mehr. Wenn wir unseren Geist auf Gott richten, Gott ergeben sind, alles Gott darbringen, uns verneigen (physisch oder zumindest geistig), und so gänzlich verbunden sind, erreichen wir das höchste Ziel. Es ist nicht so wichtig, ob wir die Philosophie so ganz verstanden haben, die Krishna in den ersten, etwas komplizierten Versen dieses Kapitels beschrieben hat. Es ist egal, ob wir bisher rechtschaffen oder sündhaft gelebt haben. Es ist nicht von Bedeutung, in welche soziale Schicht wir geboren sind oder welches Geschlecht wir haben. Es ist auch nicht wesentlich, ob wir früher oder später in unserem Leben auf den spirituellen Weg gekommen sind. Krishna verspricht uns: Wenn wir unseren Geist auf Gott richten, wenn wir Gott ergeben sind, ihm opfern, ihn verehren und ihn als höchstes Ziel haben, werden wir Gott verwirklichen.