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09-07 Wort-für-Wort Übersetzung

sarva-bhūtāni – alle Wesen
kaunteya – oh Sohn Kuntīs (Arjuna)
prakṛtim – Natur
yānti – gehen ein
māmikām – (in) meine
kalpa-kṣaye – am Ende (kṣaya) eines Tages Brahmās (kalpa)
punaḥ – erneut
tāni – sie
kalpa-ādau – am Anfang (ādi) eines Tages Brahmās (kalpa)
visṛjāmi – erschaffe
aham – ich

09-07 Kommentar Sukadev

Kalpa bedeutet übersetzt „Zeitalter“. Krishna beschreibt hier auf der relativen Ebene, dass es mal ein Universum gibt und mal kein Universum gibt. Die westlichen Physiker streiten sich immer weiter über die Fragen: „Wie ist die Welt entstanden? Wird sie ewig bestehen oder geht sie irgendwann unter?“ Die Inder hingegen haben schon immer ein zyklisches Denken gehabt: Sie gingen davon aus, dass es alle möglichen Kalpas gibt. Zwei Kalpas dauern einen Tag und eine Nacht Brahmas, nämlich 8.640.000.000 Jahre, und solange soll ein Schöpfungszyklus dauern. Dies deckt sich nicht ganz mit der westlichen Astronomie, nach der das Universum so um die 15 bis 30 Milliarden Jahre alt sein soll (Stand der Wissenschaft im Jahr 2005). Interessant daran ist aber, dass es schon ungefähr die gleiche Größenrichtung hat. Am Ende hört es mit einem Kalpa auf – es hört aber nicht wirklich alles auf- sondern es fängt wieder von Neuem an, denn es ist erst ein Tag und eine Nacht Brahmas. Und ein Brahma hat insgesamt 365 Tage für ein Jahr und wird 100 Jahre alt. Das ist der große Schöpfungszyklus, der nach dieser Chronologie 311.040.000.000.000 Jahre dauert. Und danach, wenn der zu Ende ist, ist das Leben eines Brahmas zu Ende und es beginnt ein neues. Das ist die relative Ebene.

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09-08 Wort-für-Wort Übersetzung

prakṛtim – Natur
svām – (meine) eigene
avaṣṭabhya – während ich beherrsche („stütze, einschließe“)
visṛjāmi – erschaffe ich
punaḥ punaḥ – immer wieder
bhūta-grāmam – Vielzahl (grāma) der Wesen (bhūta)
imam – diese
kṛtsnam – gesamte
avaśam – unwillkürlich
prakṛteḥ – der Natur (der jeweiligen Wesen)
vaśāt – gemäß

09-09 Wort-für-Wort Übersetzung

na – nicht
ca – aber
mām – mich
tāni – diese
karmāṇi – Handlungen
nibadhnanti – binden
dhanaṃjaya – oh Dhanaṃjaya „Schatzgewinner“ (Arjuna)
udāsīnavat – wie unbeteiligt
āsīnam – sitzend, verweilend
asaktam – nicht verhaftet
teṣu – an diese
karmasu – Handlungen

09-09 Kommentar Sukadev

Hier kommt Krishna wieder auf Vibhuti Yoga, den Yoga der göttlichen Herrlichkeiten, zu sprechen. Nicht umsonst hat das 9. Kapitel die Überschrift „Der Yoga der königlichen Wissenschaft“ und – vor allem – „des königlichen Geheimnisses“. Krishna redet häufig in Paradoxien. Er sagt, dass Gott die Welt hinaus schickt und sie wieder zurück bringt. Aber wer ist dann Gott? Und wer kann Gott sein vor der Schöpfung? Wenn Gott eine Person ist, dann kann sie es nicht vor der Schöpfung sein. Und woher kommt diese Person? Und wenn Gott nicht die eine Person ist, sondern wenn Gott einfach nur ein abstraktes Prinzip ist, woher bringt das abstrakte Prinzip irgendwas zustande? Krishna erklärt diese Zusammenhänge hier nicht vollständig, zumindest nicht für mein Verständnis der Logik. Aber er versucht es auch nicht wirklich, es genau verständlich zu machen. Er versucht eher mittels Paradoxien die höhere Wahrheit zu verkünden, indem er sagt: Zum einen bringt Gott die Welt hervor und zieht sie wieder zurück. Zum anderen ist Gott daran nicht gebunden – er ist unbeteiligt. D. h. auf einer anderen Ebene bleibt Gott dieses Sat-Chid-Ananda, wie es in der Vedanta heißt; Brahman – reines absolutes SeinWissenGlückseligkeit und nichts passiert. Dann spricht er wieder von dem persönlichen Aspekt: Etwas entsteht und vergeht wieder.

09-10 Wort-für-Wort Übersetzung

mayā – mit mir
adhyakṣeṇa – als Aufseher
prakṛtiḥ – die Natur
sūyate – gebiert
sa-cara-acaram – das, was Bewegtes (cara) und Unbewegtes (acara) umfasst
hetunā – Grund
anena – aus diesem
kaunteya – oh Sohn Kuntīs (Arjuna)
jagat – die Welt
viparivartate – dreht sich

09-11 Wort-für-Wort Übersetzung

avajānanti – missachten
mām – mich
mūḍhāḥ – die Törichten, Verblendeten
mānuṣīm – menschliche
tanum – Gestalt
āśritam – (wenn) ich angenommen habe
param – höheres
bhāvam – Wesen
ajānantaḥ – nicht erkennend
mama – mein
bhūta-mahā-īśvaram – als großen Herrn (maheśvara) der Wesen (bhūta)

09-12 Wort-für-Wort Übersetzung

mogha-āśāḥ – ihre Hoffnungen (āśā) sind vergeblich (mogha)
mogha-karmāṇaḥ – ihre Handlungen (karman) sind vergeblich
mogha-jñānāḥ – ihr Wissen (jñāna) ist vergeblich
vicetasaḥ – (sie sind) ohne Verstand (cetas)
rākṣasīm – von Rākṣasas (nächtlichen Unholden)
āsurīm – von Asuras (Dämonen)
ca eva – und
prakṛtim – Natur
mohinīm – der trügerischen
śritāḥ – sie sind verfallen