Suche
  • TIPP: Nutze die Suche, um bestimmte Verse zu finden.
  • z. B.: die Eingabe 01-21 bringt dir 1. Kapitel, 21 Vers.
Suche Menü

03-31 Kommentar Sukadev

Krishna lehrt Arjuna zuerst immer sehr hohe Ideale und beobachtet dann in dessen Augen die Botschaft: „Das schaffe ich nie.“ Dann bemüht er sich, ihm Möglichkeiten aufzuzeigen, die leichter für Arjuna zu erreichen sind. Meistens wechselt er dafür ins Bhakti Yoga über. Wenn wir die höchsten Ideale (allen Handlungen zu entsagen, immer bewusstes Selbst zu sein, keine Wunschgedanken zu haben und keine Ichidentifikation, kein geistiges Fieber) beachten, dann können wir die Lehren praktizieren. Praktizieren bedeutet in diesem Zusammenhang, dass wir die Lehren üben. Üben bedeutet wiederum, dass wir Fehler machen. Wenn wir es schon könnten, dann bräuchten wir es nicht mehr zu üben. Dann würden wir es einfach machen. Wir sollten üben und beständig in unserem Üben sein, also nicht nur einen Tag die Woche üben und die anderen sechs Tage über Leichen gehen. Beständigkeit ist wichtig. Und dabei brauchen wir auch Glauben und Vertrauen. Vertrauen wächst wenn wir es eine Weile praktizieren.

03-32 Wort-für-Wort Übersetzung

ye – welche
tu – aber
etat – diese
abhyasūyantaḥ – murrend
na – nicht
anutiṣṭhanti – befolgen, praktizieren
me – meine
matam – Lehre
sarva-jñāna-vimūḍhān – die verblendet sind (vimūḍha) hinsichtlich jeglichen (sarva) Wissens (jñāna)
tān – diese
viddhi – wisse, dass
naṣṭān – verloren sind
acetasaḥ – Unverständigen

03-32 Kommentar Sukadev

Wir dürfen uns jetzt nicht vorstellen, dass Krishna plötzlich einen Blitz aus dem Himmel herunterwirft, um damit die Menschen zu töten. Jeder Mensch stirbt irgendwann. Wenn wir uns mit dem Körper identifizieren, dann haben wir das Gefühl, dass wir sterben. Und wenn wir uns mit unseren Werken identifizieren, dann stellen wir fest: „Meine Werte werden zerstört.“ Egal, was jemand aufbaut, es wird irgendwann zerstört. Das ist kein Geheimnis. Vielleicht noch nicht zu Lebzeiten. Manches überlebt den physischen Tod. Menschen bemühen sich ja Dinge zu schaffen, die den physischen Tod überleben. Wenn wir uns nicht identifizieren, dann werden wir nicht zerstört, wenn Dinge zerstört werden. Gott macht alles, wir sind nur die Instrumente und tun, was wir können, zum Wohlergehen aller. Wir tun alles auf die bestmögliche Weise, die unserer Swabhava und Prakriti entspricht.

 ...>>> weiter zum vollen Artikel...

03-34 Wort-für-Wort Übersetzung

indriyasya indriyasya – jedes einzelnen Sinnes
arthe – an das Objekt
rāga-dveṣau – Zuneigung und Abneigung
vyavasthitau – sind gebunden
tayoḥ – in dieser beider
na – nicht
vaśam – Gewalt
āgacchet – möge man kommen
tau – diese beiden
hi – denn
asya – für einen (nach Befreiung Strebenden)
paripanthinau – (sind) Widersacher

03-34 Kommentar Sukadev

Also, wenn wir der tiefen Prakriti folgen, ist das eine Sache. Wenn wir aber jedem Wunsch folgen ist das eine andere Sache. Unsere Sinne sollten wir schon beherrschen und nicht jedem Impuls nachgehen. Schon Augustinus (Kirchenlehrer 354-430 n.Chr.) sagte: „Liebe und tue dann, was du willst.“ Patanjali sagt im Yoga Sutra: „Wer in der Nichtgier (Aparigraha) fest begründet ist, erkennt den Sinn, Zweck und die Aufgaben in seinem Leben“ (II.39). Wenn wir also Verhaftungen überwinden, kommt von innen heraus der Impuls, das Richtige zu tun.

03-34 Kommentar Swami Sivananda

Jeder Sinn empfindet gegenüber Angenehmem Anziehung und Abneigung gegen Unerfreuliches. Wenn man diese beiden Ströme, Zu- und Abneigung, beherrschen kann, wird man nicht unter den Einfluß dieser beiden Tendenzen kommen. Hier ist Raum für persönliche Anstrengung, Purushartha. Die Natur, die die Summe aller Samskaras, der latent vorhandenen Eindrücke aus früheren verdienst- oder nichtverdienstvollen Handlungen eines Menschen enthält, die unwillkürlich wirksam werden, zieht ihn durch die beiden Ströme, Anhaftung und Abneigung, in ihren Lauf. Wenn man diese beiden Ströme beherrschen kann, wenn man sich über den Einfluß von Zu- und Abneigung mittels Unterscheidungskraft und Vichara, richtiges Befragen, zu erheben vermag, kann man die Natur bezwingen und Unsterblichkeit und ewige Seligkeit erlangen. Man wird nun nicht mehr länger seiner Natur unterworfen sein. Man muß stets bemüht sein, sich von Anhaftung und Abneigung gegenüber den Sinnesobjekten zu befreien.

03-35 Wort-für-Wort Übersetzung

śreyān – (ist) besser
sva-dharmaḥ – die eigene (sva) Pflicht (dharma)
viguṇaḥ – (selbst) ohne Verdienst, Vorzug
para-dharmāt – als die Pflicht eines anderen (para)
svanuṣṭhitāt – die gut ausgeführt wurde
sva-dharme – in der eigenen Pflicht
nidhanam – der Tod
śreyaḥ – besser (ist)
para-dharmaḥ – die Pflicht eines anderen
bhaya-āvahaḥ – bringt Furcht, Gefahr (bhaya)

03-35 Kommentar Sukadev

Vorher hatte ich etwas über Swadharma geschrieben. Swadharma ergibt sich aus Swarupa, Swabhava, Prakriti und Karma, also unserer inneren Natur und äußeren Einflüssen. Beides müssen wir natürlich noch filtern und in Sattwa und in Daiva umwandeln. Auch scheinbar negative asurische Eigenschaften können wir in Daivas, göttliche Eigenschaften, umwandeln. Ungeduld, z.B. gilt als eine rajassige Eigenschaft. Wenn wir sie sattvig leben, steht sie für Einsatz, Enthusiasmus und Schnelligkeit. Oder Trägheit als tamassige Eigenschaft kann sich auch als Ruhe, Beständigkeit und Gleichmut ausdrücken. Vielleicht ist man gar nicht so träge, man springt nur nicht einfach jedes Mal hin und her. Wir sollten uns immer bemühen, unsere Swarupa sattwig zu leben.

 ...>>> weiter zum vollen Artikel...

03-35 Kommentar Swami Sivananda

Es ist in der Tat besser für einen Menschen, in Ausübung der eigenen Pflicht zu sterben, auch wenn dies keinen Gewinn verheißt, als zu leben und eine fremde Pflicht aufs beste zu erfüllen. Denn die fremde Pflicht hat Fallstricke. Die Pflicht eines Kshatriya ist es, in einem gerechten Kampf zu kämpfen. Arjuna muß kämpfen. Das ist seine Pflicht. Auch wenn er in der Erfüllung seiner Pflicht stirbt, ist es für ihn besser. Er wird den Himmel erreichen. Er darf nicht eine fremde Pflicht erfüllen. Das bringt ihm Gefahren. Er darf nicht aufhören zu kämpfen und den Pfad der Entsagung einschlagen. (Vgl. XVIII.47)

03-36 Wort-für-Wort Übersetzung

arjuna – Arjuna
uvāca – sprach
atha – aber
kena – wodurch
prayuktaḥ – veranlasst
ayam – der
pāpam – Sünde
carati – begeht
pūruṣaḥ – Mensch
anicchan – er es nicht will („nicht wollend“)
api – obwohl
vārṣṇeya – oh Sohn Vṛṣṇīs (Kṛṣṇa)
balāt – mit Gewalt
iva – wie
niyojitaḥ – (dazu) gezwungen

03-37 Wort-für-Wort Übersetzung

śrī-bhagavān – der Erhabene
uvāca – sprach
kāmaḥ – Begierde
eṣaḥ – (es ist) die
krodhaḥ – Zorn
eṣaḥ – der
rajaḥ-guṇa-samudbhavaḥ – dessen Ursprung (samudbhava) die Eigenschaft (guṇa) rajas („Leidenschaft“) ist
mahā-aśanaḥ – der große Esser (aśana)
mahā-pāpmā – das große Unheil (pāpman)
viddhi – erkenne
enam – ihn
iha – hier, in der Welt
vairiṇam – als Feind