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03-06 Kommentar Sukadev

Diese Worte dürfen wir nicht wörtlich nehmen. Sonst müssten wir sagen, dass jeder, der meditiert, ein Heuchler ist, weil er ab und zu mal an Sinnesobjekte denkt. Wenn wir aber sehr viel meditieren und eigentlich nicht wirklich meditieren, sondern an alles mögliche denken, dann ist es besser, die Zeit der Meditation zu verkürzen und mehr selbstlosen Dienst zu machen. Und selbst wenn wir merken, dass wir durchaus stundenlang meditieren könnten, kann es immer noch sein, dass es mein Karma ist, das hervortritt. Swami Vishnu war jemand, der gerne viele Stunden meditiert hatte und in seinen späteren Lebensjahren hat er sich auch immer für ein paar Wochen oder Monate zurückgezogen. Allerdings hat er immer gemerkt, dass er dort nicht bleiben kann, sondern dass er wieder sein Karma erfüllen muss. Er hat uns auch erzählt, dass er in seinem vorherigen Leben vor seinen Pflichten davongelaufen wäre. Deshalb muss er in diesem Leben wieder zurückkommen und muss umso mehr und intensiver arbeiten und uns alles, was er uns in einem früheren Leben vorenthalten hätte, in diesem Leben geben. Erst wenn das alles abgearbeitet wäre, dann könnte er sich ganz zurückziehen.

03-06 Kommentar Swami Sivananda

Die fünf Handlungsorgane, Karma Indriyas, sind Vak (Sprechorgan), Pani (Hände), Padam (Füße), Upastha (Genitalien) und Guda (Anus). Sie stammen aus dem rajasigen Teil der fünf Tanmatras, der subtilen Elemente; Vak aus Akasha Tanmatra (Äther), Pani aus Vayu Tanmatra (Luft), Padam aus Agni Tanmatra (Feuer), Upastha aus Apas Tanmatra (Wasser) und Guda aus Prithvi Tanmatra (Erde). Der Mensch, der Handlungsorgane beherrscht, doch in seinem Geist Gedanken an Sinnesobjekte wälzt, während er sitzt, ist ein sündiger Mensch. Er täuscht sich selbst. Er ist ein wahrer Heuchler.

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03-07 Wort-für-Wort Übersetzung

yaḥ – wer
tu – aber
indriyāṇi – die Sinne
manasā – mit dem Geist
niyamya – beherrschend
ārabhate – in Angriff nimmt
arjuna – oh Arjuna
karma-indriyaiḥ – mit den Tatorganen
karma-yogam – den Yoga der Handlung
asaktaḥ – ohne Anhaftung
saḥ – der
viśiṣyate – zeichnet sich aus

03-08 Wort-für-Wort Übersetzung

niyatam – vorgeschriebenes
kuru – führe aus
karma – Handeln
tvam – du
karma – Handeln
jyāyaḥ – (ist) besser
hi – denn
akarmaṇaḥ – als Nichthandeln
śarīra-yātrā – die Erhaltung des Körpers (śarīra)
api – sogar
ca – und
te – dir
na – nicht
prasidhyet – würde gelingen
akarmaṇaḥ – durch Nichthandeln

03-09 Wort-für-Wort Übersetzung

yajña-arthāt – zum Zwecke des Opfers (yajña)
karmaṇaḥ – als bei Handeln
anyatra – in anderem Zusammenhang
lokaḥ – Welt
ayam – diese
karma-bandhanaḥ – hat aus Handeln (karma) bestehende Fesseln (bandhana)
tad-artham – zu diesem Zwecke
karma – Handlung
kaunteya – oh Sohn Kuntīs (Arjuna)
mukta-saṅgaḥ – frei von Anhaftung (saṅga)
samācara – führe aus

03-09 Kommentar Sukadev

Im Sanskritvers steht das Wort Yajna. Yajna bedeutet übersetzt „Feuerzeremonie“. Es ist ein kleines Feuerritual. Ein Feuer, in das Opfergaben gegeben werden, wird entzündet. Meistens wird Ghee (geklärte Butter) hinein gegeben. Manchmal aber auch Reis oder Sesamkörner oder andere Dinge. Das Opfern steht symbolisch dafür, dass wir Gott etwas darbringen. Zur Zeit von Krishna und Arjuna waren diese Homas/Yajnas sehr weit verbreitetet. Arjuna selbst führte Homas und Pujas sehr enthusiastisch aus.

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03-09 Kommentar Swami Sivananda

Yajña bedeutet Opfer, religiöses Ritual, selbstloses Handeln aus einem reinen Motiv. Es bedeutet auch Ishvara. Die Taittiriya Samhita (der Veden) sagt: »Yajña ist wahrlich Vishnu« (1-7-4). Wenn ein Mensch um Gottes willen handelt, wird er nicht gebunden. Sein Herz wird gereinigt, da er um Gottes willen handelt. Wo nicht der Geist der Selbstlosigkeit die Handlung lenkt, bindet sie an Samsara, gleich wie gut oder glorreich sie auch sein mag. (Vgl. II.48)

03-10 Wort-für-Wort Übersetzung

saha-yajñāḥ – samt Opfern (yajña)
prajāḥ – die Menschheit, die Lebewesen
sṛṣṭvā – als geschaffen hatte
purā – einst
uvāca – sprach
prajā-patiḥ – Prajāpati, der Herr (pati) der Geschöpfe (prajā)
anena – damit
prasaviṣyadhvam – möget ihr euch vermehren
eṣaḥ – diese
vaḥ – eure
astu – möge sein
iṣṭa-kāma-dhuk – Wunschkuh, „die die ersehnten (iṣṭa) Wünsche (kāma) melkt (duh) bzw. gewährt“

03-10 Kommentar Sukadev

In der Mythologie gibt es die so genannte Kamadhenu, die dem Vashistha gehörte. Sie war eine wunscherfüllende Kuh. Kama heißt „Wunsch“ und dhenu heißt, „sie gibt“. Wenn Vashistha irgendetwas brauchte, dann sagte er das seiner Kuh gesagt und sie hat es ihm gegeben. Eines Tages kam der König Vishwamitra mit einem riesigen Gefolge in die Einsiedelei des Vashistha. Vashistha lud ihn zu einer Mahlzeit ein. Vishwamitra antwortete ihm: „Ich habe ein paar hundert Menschen hier in meinem Gefolge. Wie willst du die alle verpflegen? Lass mich weiterziehen.“ Vashistha lehnte ab und meinte: „Nein, nein, ich bewirte euch gerne.“ Vashistha ging zu Kamadhenu, flüsterte ihr etwas ins Ohr und im nächsten Moment manifestierte sich das großartigste Mahl, was der König je gesehen und gegessen hatte. Der König und seine Gefolgsleute schlemmten. Nachdem sie satt waren, wurde der König allerdings sehr gierig. Er sagte zu Vashistha: „Du, Vashistha, du brauchst so eine Kuh doch überhaupt nicht. Ich gebe dir alles, was du brauchst. Gib mir diese Kuh, ich habe eine bessere Verwendung für sie.“ Vashistha lehnte ab und daraufhin nahm Vishmamitra die Kuh mit Gewalt. Mithilfe von Mantras holte Vashistha seine Kuh zurück. Diese Mantras waren stärker als alle Macht der Soldaten. Vishwamitra wurde ärgerlich und meinte: „Okay, wenn spirituelle Kräfte stärker als weltliche Kräfte sind, dann will ich auch spirituelle Kräfte bekommen.“ Daraufhin ruhte er nicht bis er alle seine Wünsche und alle seine Gedanken bezwungen und die Selbstverwirklichung erreicht hatte.

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03-11 Wort-für-Wort Übersetzung

devān – Götter
bhāvayata – möget ihr ernähren
anena – damit (mit der „Wunschkuh“, dem Opfer)
te – die
devāḥ – die Götter
bhāvayantu – mögen ernähren
vaḥ – euch
parasparam – gegenseitig
bhāvayantaḥ – in dem ihr euch ernährt
śreyaḥ – Gut, Glück
param – das höchste
avāpsyatha – werdet ihr erlangen

03-12 Wort-für-Wort Übersetzung

iṣṭān – die ersehnten
bhogān – Genüsse
hi – denn
vaḥ – euch
devāḥ – die Götter
dāsyante – werden geben
yajña-bhāvitāḥ – wenn sie durch Opfer (yajña) ernährt (bhāvita) wurden
taiḥ – (die) durch sie
dattān – gegebenen (Genüsse)
apradāya – ohne gegeben (geopfert) zu haben
ebhyaḥ – ihnen
yaḥ – wer
bhuṅkte – genießt
stenaḥ – ein Dieb
eva – gewiss
saḥ – der (ist)

03-12 Kommentar Sukadev

Dies ist eine ähnliche Analogie wie die, die ich mit dem Körper und der Zelle beschrieben habe. Arjuna hat folgendes Weltbild verinnerlicht: Es gibt Ishwara. Ishwara ist als Gott die Intelligenz des Universums. Es gibt Devas, die so genannten „Engelswesen“, die das Universum im Dienst von Iswhara steuern. Die Menschen geben den Devas etwas und die Devas geben den Menschen etwas. Wir haben durchaus das Recht zu genießen, was uns gegeben wird. Allerdings sollten wir auch etwas zurückgeben, so dass ein richtiger Kreislauf entsteht. Heutzutage würden wir das als ökologischen Kreislauf bezeichnen. Die Natur ist ein Ökosystem. Wir bekommen etwas von der Natur und geben ihr etwas zurück. Allerdings geben wir im Vergleich zu allem, was wir von der Natur bekommen ihr recht wenig zurück. Das schafft Probleme. Wenn wir Menschen da unser Verhalten nicht ändern, dann wird die Erde eines Tages versuchen uns loszuwerden. Der Mensch ist das einzige Wesen, welches Abfall in der Natur produziert. Ein Tier produziert als Abfallprodukte nur Urin und Kot. Vom Standpunkt der Pflanzen aus betrachtet sind diese Abfallprodukte Dünger.

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