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03-25 Kommentar Swami Sivananda

Der Unwissende arbeitet in der Erwartung von Früchten. Er sagt: »Ich werde dieses oder jenes tun und daraus diesen oder jenen Ertrag haben.« Aber der Weise, der das Selbst kennt, dient nicht aus Eigennutzen. Er muß so handeln, daß die Welt Frieden, Harmonie, Reinheit des Herzens, göttliches Licht und Erkenntnis findet, wenn sie seinem Beispiel folgt. Ein Weiser ist der, der das Selbst kennt. (Vgl. II.64, III.19, XVIII.49)

03-26 Wort-für-Wort Übersetzung

na – nicht
buddhi-bhedam – Verwirrung (bheda „Spaltung“) des Verstands (buddhi)
janayet – er möge erzeugen
ajñānām – der Unwissenden
karma-saṅginām – an Handlungen anhaftenden
joṣayet – er möge gutheißen, billigen
sarva-karmāṇi – alle Handlungen
vidvān – der Wissende
yuktaḥ – (selbst) achtsam
samācaran – handelnd

03-27 Wort-für-Wort Übersetzung

prakṛteḥ – der Natur
kriyamāṇāni – werden ausgeführt
guṇaiḥ – durch die Eigenschaften
karmāṇi – die Handlungen
sarvaśaḥ – gänzlich
ahaṅkāra-vimūḍha-ātmā – einer, dessen Verstand (ātman) vom Ichbewußtsein (ahaṅkāra) verwirrt ist (vimūḍha)
kartā – der Handelnde
aham – ich (bin)
iti – so
manyate – denkt

03-27 Kommentar Swami Sivananda

Prakriti, Pradhana, die Natur, ist der Zustand, in dem die drei Gunas, Sattva, Rajas und Tamas, in ausgewogenem Zustand vorhanden sind. Wenn dieses Gleichgewicht gestört wird, beginnt die Schöpfung; Körper, Sinne, Geist, usw. entstehen. Der durch Ichbewußtsein verwirrte Mensch meint, das Selbst wäre der Körper, der Geist, die Lebenskraft und die Sinne und schreibt dem Selbst alle Attribute des Körpers und der Sinne zu. Aus Unwissenheit denkt er: »Ich bin der Handelnde«. In Wirklichkeit führen die Gunas der Natur alle Handlungen aus. (Vgl.III.29; V.9,10; XIII.21,24,30,32; XVIII.13,14)

03-28 Wort-für-Wort Übersetzung

tattva-vit – wer die Wahrheit (tattva) kennt
tu – aber
mahābāho – oh Starkarmiger (Arjuna)
guṇa-karma-vibhāgayoḥ – bezüglich der Unterscheidung (vibhāga) der Eigenschaften (guṇa) und (ihren) Wirkungen (karma)
guṇāḥ – die Eigenschaften (als Sinne)
guṇeṣu – auf die Eigenschaften (als Sinnesobjekte)
vartante – wirken ein
iti – so
matvā – denkend
na – nicht
sajjate – der haftet an

03-28 Kommentar Sukadev

Wir sollten nicht denken, dass wir der Handelnde sind. In vorherigen Versen hatte ich ja schon mal beschrieben, welche Kriterien Krishna als Kriterien für eine gute Handlung aufstellt. Er hat diesen Vers jetzt noch als ein weiteres Kriterium „für das Wohlergehen anderer“ hinzugefügt. Wir handeln als Opfer für die Devas, als Opfer für Gott und ohne Identifikation, d.h. die Gunas handeln. Und so ist das Paradox, dass wir zum einen unseren Körper einsetzen, um zu handeln, aber dann wissen, dass wir das nicht wirklich sind. Wir sollen uns davon lösen.

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03-28 Kommentar Swami Sivananda

Wer die Wahrheit kennt, nämlich daß sich das Selbst gänzlich von den drei Gunas und den Handlungen unterscheidet, verhaftet sich nicht an die Handlungen. Wer die Wahrheit über die Bereiche der Gunas und ihre jeweiligen Funktionen kennt, versteht, daß sich die Eigenschaften als Sinnesorgane zwischen den Eigenschaften als Sinnesobjekten bewegen. Daher ist er an die Handlungen nicht verhaftet. Er weiß: »Ich bin Akarta – ich handle nicht.« (Vgl. XIV.23)

03-29 Wort-für-Wort Übersetzung

prakṛteḥ – der Natur
guṇa-saṃmūḍhāḥ – diejenigen, die von den Eigenschaften (guṇa) getäuscht sind (saṃmūḍha)
sajjante – hängen
guṇa-karmasu – an den Wirkungen (karma) der Eigenschaften (guṇa)
tān – diese
akṛtsna-vidaḥ – unvollkommen (akṛtsna) wissenden
mandān – Törichten
kṛtsna-vit – der vollkommen (kṛtsna) Wissende
na – nicht
vicālayet – möge verwirren

03-29 Kommentar Swami Sivananda

Unwissende Menschen handeln in Erwartung von Früchten. Weise Menschen mit Selbsterkenntnis dürfen nicht den Glauben, die Überzeugung oder das Vertrauen solch unwissender Menschen verwirren. Wenn sie ihren Geist unsicher machen, werden sie zu handeln aufhören und dem Müßiggang zum Opfer fallen. Sie werden ein untätiges Leben führen. Die Weisen müssen sie zu Anfang ermutigen, Sakama Handlungen auszuführen (Handlungen um ihrer Früchte willen). Die Weisen müssen eine Umkehr im Geist der Unwissenden herbeiführen, indem sie sie allmählich über Karma Yoga (Yoga des selbst- und wunschlosen Handelns) und seinen Nutzen aufklären, nämlich die Reinigung des Herzens, die zur Erlangung von Selbstverwirklichung führt.

03-30 Wort-für-Wort Übersetzung

mayi – mir
sarvāṇi – alle
karmāṇi – Handlungen
saṃnyasya – überlassend, anvertrauend
adhyātma-cetasā – mit auf das Selbst (adhyātma) gerichtetem Geist (cetas)
nirāśīḥ – ohne Erwartung
nirmamaḥ – ohne Ichbezogenheit
bhūtvā – seiend
yudhyasva – kämpfe
vigata-jvaraḥ – frei von Kummer („Fieber“ jvara)

03-31 Wort-für-Wort Übersetzung

ye – welche
me – meine
matam – Lehre
idam – diese
nityam – stets
anutiṣṭhanti – befolgen, praktizieren
mānavāḥ – (diejenigen) Menschen
śraddhāvantaḥ – voller Glauben (śraddhā)
anasūyantaḥ – ohne zu murren
mucyante – werden befreit
te – die
api – auch
karmabhiḥ – von Handlungen