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3. Kapitel: Der Yoga des Handelns

3-HandelnHeute beginne ich mit dem 3. Kapitel das Yoga des Handelns, Karma Yoga, genannt wird. Der Ausdruck „Karma“ hat viele Bedeutungen. Zum einen heißt Karma schlicht und ergreifend Handeln. Karma Yoga heißt, so zu handeln, dass es dich zur Einheit führt. Yoga heißt nämlich Einheit, Yoga heißt Harmonie. Du kannst jetzt gleich überlegen, wie kannst du das, was du heute machst, so ausführen, dass es dich zu einem Gefühl der Einheit und der Verbundenheit führt. Und was auch immer du tust, tue es immer mit dem Bewusstsein, du bist verbunden mit allem. Nichts in dieser Welt kannst du alleine tun. Nichts in dieser Welt kannst du einfach so machen. Für alles, was du tust, bist du mit anderen verbunden. Du atmest, du isst, du trinkst, du handelst mit anderen. Sei dir der Verbundenheit bewusst! Gerade heute, sei dir bewusst, Karma Yoga bedeutet Verbundenheit im Handeln.

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03-01 Wort-für-Wort Übersetzung

arjunaḥ – Arjuna
uvāca – sprach
jyāyasī – besser
cet – wenn
karmaṇaḥ – als Handeln
te – dir
matā – erscheint
buddhiḥ – Einsicht, Vernunft
janārdana – oh Janārdana „Bedränger der Menschen“ (Kṛṣṇa)
tat – dann
kim – warum
karmaṇi – Handeln
ghore – zu furchtbarem
mām – mich
niyojayasi – drängst du
keśava – oh Keśava (Kṛṣṇa)

03-01 Kommentar Sukadev

Arjuna sagt, dass das Wissen und die Wunschlosigkeit das Wichtigste sind und er fragt Krishna, warum er sich an einer solchen Handlung beteiligen soll. Erinnert euch an den vielschichtigen Zusammenhang von Karma. Wenn du Buddhi für wichtiger hältst als Karma (Karma als Handlung, als Ritual), wenn das Wichtigste ist wunschlos zu werden: Warum soll ich überhaupt handeln? Warum sollte ich das tun?

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03-02 Wort-für-Wort Übersetzung

vyāmiśreṇa – mit widersprüchlicher
iva – wie
vākyena – Rede
buddhim – den Verstand
mohayasi – du verwirrst
iva – gleichsam
me – mir
tat – das
ekam – eine
vada – sage
niścitya – mit Bestimmtheit
yena – womit
śreyaḥ – Seelenheil
aham – ich
āpnuyām – erlangen kann

03-03 Wort-für-Wort Übersetzung

śrī-bhagavān – der Erhabene
uvāca – sprach
loke – Welt
asmin – in dieser
dvividhā – (gibt es) eine zweifache
niṣṭhā – Grundlage
purā – (bereits) früher
proktā – erwähnte
mayā – von mir
anagha – oh Unschuldiger (Arjuna)
jñāna-yogena – vermittels des Weges der Erkenntnis (jñāna)
sāṅkhyānāṃ – der empirischen Philosophen
karma-yogena – vermittels des Weges des Handelns (karma)
yoginām – der Yogis

03-04 Wort-für-Wort Übersetzung

na – nicht
karmaṇām – von Handlungen
anārambhāt – durch das Nichtbeginnen
naiṣkarmyam – Freiheit vom Handeln
puruṣaḥ – ein Mensch
aśnute – erreicht
na – nicht
ca – und
saṃnyasanāt – aufgrund von Entsagen
eva – bloßem
siddhim – zur Vollkommenheit
samadhigacchati – gelangt

03-04 Kommentar Sukadev

Das Nichtausführen von Handlungen führt nicht zu Naiskarmya. In der deutschen Übersetzung dieses Verses wird das Wort Handlungslosigkeit gebraucht. Eine bessere Übersetzung wäre meines Erachtens „Freiheit von Karma“. Wir erreichen also nicht dadurch Freiheit von Karma, indem wir nicht handeln. Einfach nur durch Entsagung kommen wir ebenfalls nicht zur Vollkommenheit. Nehmen wir mal ein Beispiel, wo das Nichtausführen von Handlungen zu Karma führt. Angenommen wir gehen die Straße entlang und finden jemanden, der in seinem Blut liegt. Wenn wir einfach an ihm vorbeigehen und nichts tun, dann schaffen wir uns Karma.

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03-04 Kommentar Swami Sivananda

Handlungslosigkeit (Naishkarmyam) und Vollkommenheit (Siddhi) sind Synonyma. Der Weise, der Vollkommenheit, den Zustand der Handlungslosigkeit, erlangt hat, ruht in seiner wahren eigentlichen Natur als absolutes Sein – absolutes Wissen – absolute Wonne (Satchidananda Svarupa). Für ihn gibt es weder die Notwendigkeit noch den Wunsch nach Handlung als Mittel zum Zweck. Er findet vollkommene Befriedigung im Selbst.

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03-05 Wort-für-Wort Übersetzung

na – nicht
hi – denn
kaścit – irgend jemand
kṣaṇam – für einen Augenblick
api – auch
jātu – jemals
tiṣṭhati – bleibt
akarmakṛt – untätig
kāryate – wird veranlasst auszuführen
hi – denn
avaśaḥ – unwillkürlich
karma – Handlung
sarvaḥ – ein jeder
prakṛtijaiḥ – durch die aus der Natur (prakṛti) geborenen
guṇaiḥ – Eigenschaften

03-05 Kommentar Sukadev

Als Menschen handeln wir ununterbrochen. Zum einen müssen wir essen. Zum anderen müssen wir auf die Toilette. In unseren Breiten brauchen wir Kleidung. Wir können nicht nachts auf der Straße leben. Zumindest bräuchten wir dafür einen Pappkarton und eine Decke darunter und darüber. Dafür müssen wir etwas tun. Die Natur treibt uns dazu. Aber die Natur treibt uns noch zu mehr an. Das entstammt dann aus unserer Prakriti. Wir wollen irgendetwas tun.

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03-06 Wort-für-Wort Übersetzung

karma-indriyāṇi – die Tatorgane
saṃyamya – beherrschend
yaḥ – wer
āste – dasitzt
manasā – mit dem Geist
smaran – denkend, sich erinnernd
indriya-arthān – an die Sinnesobjekte
vimūḍha-ātmā – verblendeter
mithyā-ācāraḥ – ein Heuchler
saḥ – der
ucyate – wird genannt

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