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05-07 Wort-für-Wort Übersetzung

yoga-yuktaḥ – wer mit Yoga verbunden (yukta), in Yoga vertieft ist
viśuddha-ātmā – wessen Geist (ātman) rein (viśuddha) ist
vijita-ātmā – wer sich selbst (ātman) besiegt (vijita) hat
jita-indriyaḥ – wer die Sinne (indriya) besiegt (jita) hat
sarva-bhūta-ātma-bhūta-ātmā – wessen Selbst (ātman) das Selbst aller (sarva) Wesen (bhūta) geworden (bhūta) ist
kurvan – handelnd
api – obgleich
na – nicht
lipyate – wird befleckt

05-08 Wort-für-Wort Übersetzung

na eva kiṃcit – gar nichts („nicht irgend etwas“)
karomi – ich tue
iti – so
yuktaḥ – ein mit Yoga Verbundener, im Yoga Geübter
manyeta – denkt
tattvavit – der die Wahrheit (tattva) kennt
paśyan – sehend
śṛṇvan – hörend
spṛśan – fühlend (berührend)
jighran – riechend
aśnan – essend
gacchan – gehend
svapan – schlafend
śvasan – atmend

05-09 Kommentar Sukadev

In diesem Vers beschreibt Krishna, wie ein Mensch mit einer Jnana Yoga Einstellung sich verhält. Mit „ich tue gar nichts“ sind jetzt nicht die Menschen gemeint, die nichts tun, weil sie keine Lust zu etwas haben und einfach nur faul und träge sind. Mit der inneren Einstellung „ich tue nichts“ ist gemeint, dass Menschen um das höhere Selbst wissen. Sie identifizieren sich nicht mit ihren Handlungen. Sie wissen um ihren Körper, um ihren Geist, die Lektionen, die sie zu lernen haben und sie erfüllen ihr Dharma, ihre Pflichten. Sie engagieren sich, sie können auch emotional sein, seufzen und trotzdem wissen sie: mein Selbst ist vonalledem unberührt. Sie schaffen kein neues Karma.

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05-10 Wort-für-Wort Übersetzung

brahmaṇi – dem Brahman
ādhāya – indem er opfert („hingibt“)
karmāṇi – Handlungen
saṅgam – Anhaftung
tyaktvā – indem er aufgibt
karoti – handelt
yaḥ – wer
lipyate – wird befleckt ­
na – nicht
saḥ – der
pāpena – von Sünde
padma-patram – ein Lotosblatt
iva – wie
ambhasā – von Wasser

05-10 Kommentar Swami Sivananda

Kapitel IV, Verse 18,20,21,22,23,37,41; Kapitel V, Verse 10,11 und 12 übermitteln alle den Gedanken, daß der Yogi, der ohne Ichgedanken und Verhaftung an die Ergebnisse oder Früchte seiner Handlungen handelt, die er als Opfergaben an den Herrn betrachtet, nicht von den Handlungen (Karma) befleckt wird. Er ist nicht einmal an Moksha verhaftet. Er sieht Nichthandeln im Handeln. All seine Handlungen sind im Feuer der Weisheit verbrannt. Er entgeht dem Rad von Samsara. Er wird aus dem Rad von Geburten und Toden befreit. Er erlangt Reinheit des Herzens, und durch die Reinheit des Herzens erlangt er Selbsterkenntnis. Durch Selbsterkenntnis wird er befreit. Das ist der Kern der obengenannten zehn Verse. (Vgl.III.30)

05-11 Wort-für-Wort Übersetzung

kāyena – mit dem Körper
manasā – mit dem Geist
buddhyā – mit dem Verstand
kevalaiḥ – mit den gesamten
indriyaiḥ – Sinnen
api – auch
yoginaḥ – die Yogis
karma – Handlung
kurvanti – führen aus
saṅgam – Anhaftung
tyaktvā – aufgegeben habend
ātma-śuddhaye – für die Läuterung (śuddhi) ihrer selbst (ātman)

05-11 Kommentar Sukadev

Hier verbindet Krishna Karma Yoga mit Raja Yoga. Wir handeln, um uns selbst zu reinigen. Wir stoßen auf Lektionen im Leben, nehmen sie an und lernen aus ihnen und wachsen daran. Wir geben die Verhaftungen auf. Handeln nicht, um etwas zu bekommen oder etwas zu erreichen, sondern handeln, weil die Handlung notwendig ist. Weil sie unsere Pflicht ist. Wir tun die Handlung aus ganzem Herzen, weil wir wissen: Wenn ich das halbherzig tue, wachse ich nicht. Nur wenn ich die Handlung aus ganzem Herzen mache, wachse ich. Ansonsten bekomme ich die Lektion zu einem späteren Zeitpunkt erneut. So lange und so oft, bis ich sie wirklich gelernt habe.

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05-12 Wort-für-Wort Übersetzung

yuktaḥ – wer mit Yoga verbunden, im Yoga geübt ist
karma-phalam – den Früchten (phala) des Handelns (karma)
tyaktvā – nachdem er entsagt hat
śāntim – Frieden
āpnoti – erlangt
naiṣṭhikīm – den ewigen („vollkommenen“)
ayuktaḥ – wer nicht mit Yoga verbunden, nicht im Yoga geübt ist
kāma-kāreṇa – aufgrund seiner Begierden
phale – an der Frucht (dem Ergebnis seines Handelns)
saktaḥ – anhaftet
nibadhyate – wird gebunden

05-12 Kommentar Swami Sivananda

Santim naisthikim wird interpretiert als ›Friede, der aus Hingabe und Beständigkeit entstanden ist‹. Der harmonische Mensch, der um Gottes willen und ohne Erwartung der Früchte handelt und der sagt: »Ich handle nur für meinen Herrn, nicht zu meinem persönlichen Vorteil oder Gewinn«, gelangt zum Frieden, der aus Hingabe erwächst, durch die folgenden vier Stadien: Reinheit des Geistes, Erlangung von Wissen, Verzicht auf Handlungen und immerwährende Weisheit. Der unausgeglichene, unharmonische Mensch aber, der vom Wunsch geleitet wird, an den Früchten der Handlungen hängt und sagt: »Ich habe so und so gehandelt; ich werde dieses oder jenes Ergebnis haben«, bleibt fest gebunden.