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05-11 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 5. Kapitel, 11. Vers: Gib Verhaftungen auf

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„Durch das Aufgeben von Verhaftung handeln die Yogis nur mit Körper, Geist, Verstand und auch mit den Sinnen, um sich zu reinigen.“

Namaste und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen. Krishna, der Lehrer, sagt zu Arjuna, seinem Schüler, „durch das Aufgeben von Verhaftungen“. Verhaftung – es gibt alle möglichen Verhaftungen, die man hat. Verhaftungen an die eigenen Ideen und Vorstellungen. Verhaftungen an das, was man denkt, was zu tun ist. Verhaftung an das Ergebnis der Handlung. Verhaftung an die Früchte der Handlungen. Es gilt, gegenüber allen verhaftungslos zu sein. Es ist wichtig, die Handlung so zu tun, dass sie wirklich sinnvoll ist. Es ist sehr wichtig, dass du geschickt im Alltag handelst. Aber sei nicht am Ergebnis verhaftet! Nur ein Teil liegt in deinen eigenen Händen.

So wie der Bauer erst pflügen kann, säen kann usw., hat er keinen Einfluss auf das Wetter und so kann trotz vieler Bemühung die Ernte schief gehen. Dennoch wird der Bauer jedes Frühjahr von neuem pflügen und säen und es wird hoffentlich in der Mehrzahl der Fälle zu einer guten Ernte führen. Genauso, du kannst das, was du tust, so gut tun, wie möglich. Ob es nachher gelingt, weißt du nicht. Sei dort verhaftungslos! Und ob andere dich dafür loben und was du dafür zurückkriegst, auch das liegt nicht in deinen Händen. Mache es so gut, wie du kannst! So kannst du dich lösen von Verhaftungen und Leiden. Krishna erwähnt dort noch etwas weiteres. „Handle mit den Sinnen, um dich zu reinigen.“ Wenn du etwas tust, tust du es nicht nur um des Ergebnisses willen, sondern du tust es, weil Handlung an sich dir hilft, zu wachsen. Angenommen, du engagierst dich für etwas, z.B. irgendwo in der Nachbarschaftshilfe. Du engagierst dich, du bemühst dich und kriegst auch was auf die Beine gestellt und nach bekommt ihr kein Recht oder euer Anliegen wird nicht berücksichtigt, vielleicht von Politik oder von der Rechtsprechung nicht beachtet. War das dann umsonst? Nein, es war nicht umsonst. Die Erfahrung ist das, was wichtig ist. Diese innere Reinigung ist das, was wichtig ist.

Eine Mutter erzieht ihr Kind und mit achtzehn oder zwanzig oder wann auch immer verlässt das Kind das Heim. Was es falsch, sich um das Kind zu kümmern? Natürlich nicht, das Kind ist so gewachsen. Die Mutter ist auch gewachsen, hat so viel gelernt durch die Erziehung des Kindes. Selbst wenn das Kind nachher vielleicht trotz aller bester Erziehungsbemühungen auf die schiefe Bahn gerät, vielleicht auch nur vorübergehend oder auf die schiefe Bahn zu geraten scheint, hat die Mutter es nicht falsch gemacht. Wenn sie es nach bestem Wissen und Gewissen getan hat, hat sie selbst Erfahrungen gemacht und sie macht weiter Erfahrungen der Demut, wenn sie feststellt, es war vielleicht doch nicht alles so gut, wie sie konnte. Du weißt nie, ob das, was du tust, von einem höheren Standpunkt aus das Richtige ist. Du weißt nicht, ob es von der Zukunft betrachtet aus das Richtige ist. Daher solltest du dich nicht so sehr unter Stress setzen. Tue das, was du kannst, so gut, wie du kannst, entscheide dich gut, engagiere dich, bringe dann alles Gott dar und verhafte dich weder an das Ergebnis, noch an die Handlung, noch an die Belohnung, noch insbesondere an die Vorstellung von dem, was du denkst, was zu sein hat. Lasse los! Habe Vertrauen! So wirst du spirituell wachsen.

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