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10-36 Kommentar Sukadev

Wenn jemand betrügt, dann am besten im Glücksspiel. Diejenigen, die sich auf ein Glücksspiel einlassen, wissen, dass es schief gehen kann. Man kann auch sagen: Ich bin das Geschick des Glücksspielers. Auch die Kunst des Betrügers ist etwas Großartiges. Natürlich sollte sich ein spiritueller Aspirant an die hohen ethischen Prinzipien Ahimsa (Nichtverletzen), Satyam (Wahrhaftigkeit), Asteya (Nichtstehlen) halten. Dennoch kann man auch im Geschick eines Betrügers Göttliches sehen. Man kann z.B. bewundern, wie Aktienspekulanten über Jahre betrügen. Natürlich gehören solche Betrüger vor ein Gericht. Und damit eine Gesellschaft nach modernen Prinzipien funktioniert, müssen Betrüger auch bestraft werden. Man braucht sie aber nicht zu hassen. Vielmehr kann man sie bewundern – und trotzdem ihrer „gerechten Strafe“ zuführen. In den 108 Verehrungen von Shiva (Shiva Archanam bzw. Shiva Sahasranam) gibt es einen Vers, der in etwa so geht: „Ehrerbietung an Shiva, dem Dieb der Diebe.“ Also auch im Geschick des Diebes steckt etwas Göttliches. Eine andere Interpretation wäre: Wenn dich jemand betrügt oder bestiehlt, ist auch darin eine göttliche Lektion. Es ist eine Erfahrung, die zu deiner spirituellen Entwicklung beiträgt. Auf der einen Ebene ist es sicherlich eine Aufforderung, künftig etwas vorsichtiger zu sein. Auf der anderen Ebene hat Gott über diese Erfahrung gesprochen. Auf noch einer anderen Ebene ist die Fähigkeit zu betrügen, die in jedem steckt, in diesem Menschen aktiv geworden. Jede dieser Interpretationen kann dir helfen, den Übeltäter nicht zu hassen, sondern vielmehr als Manifestation Gottes anzunehmen. Natürlich muss anschließend die göttliche Manifestation der Gerechtigkeit, der Vorsicht, der Geschicktheit durch dich wirken. Es gibt noch eine andere Interpretation des Verses „Ehrerbietung an Shiva, dem Dieb der Diebe“. Diese ist eine eher Bhakti-mäßige Interpretation: Shiva (Gott) stiehlt unser Herz. Wenn wir von göttlicher Liebe erfüllt sind, gehört unser Herz ganz Gott.

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10-37 Wort-für-Wort Übersetzung

vṛṣṇīnām – unter den Vṛṣṇis (das Geschlecht der Yādavas und Mādhavas)
vāsudevaḥ – Vāsudeva, der Sohn Vasudevas
asmi – bin (ich)
pāṇḍavānām – unter den Pāṇḍavas, den Söhnen Pāṇḍus
dhanaṃ-jayaḥ – Dhanañjaya „Schatzgewinner“ (Arjuna)
munīnām – unter den Weisen
api – aber
aham – (bin) ich
vyāsaḥ – Vyāsa
kavīnām – unter den Poeten
uśanā – Uśanas (wurde später mit Śukra, dem Lehrer der Dämonen identifiziert)
kaviḥ – der Poet

10-37 Kommentar Sukadev

Vrishnis ist ein anderer Name für die Yadavas, dem Volksstamm von Krishna. Vasudeva ist ein anderer Name von Krishna. Hier sagt er: Unter den Angehörigen dieses Volksstammes bin ich Vasudeva, also Krishna. Krishna ist zwar zum einen das Göttliche überall und in jedem. Gott ist transzendent, also jenseits des Vorstellbaren. Gott ist immanent, also in allem. Gott ist aber zum anderen auch persönlich: Gott manifestiert sich immer wieder auch als Mensch. Und man kann eine persönliche Beziehung zu Gott aufbauen.

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10-38 Wort-für-Wort Übersetzung

daṇḍaḥ – der Stock
damayatām – unter den Strafenden
asmi – bin (ich)
nītiḥ – die Staatskunst
asmi – bin (ich)
jigīṣatām – unter denen, die zu siegen wünschen
maunam – das Schweigen
ca eva – und
asmi – bin (ich)
guhyānām – unter den Geheimnissen
jñānam – Erkenntnis
jñānavatām – unter denen, die Wissen haben
aham – (bin) ich

10-38 Kommentar Sukadev

Wenn Menschen zusammen leben, muss es Regeln des Zusammenseins geben. Damit Regeln eingehalten werden, müssen Regelverstöße sanktioniert werden. Die eleganteste „Sanktion“ ist das Heben des Zepters: Das einfache aufmerksam machen, dass jemand etwas nicht korrekt gemacht hat. Wenn du kraft deines eigenen Lebensstils den Respekt der anderen hast, kann eine einfache klare Bemerkung andere zur Einsicht veranlassen. Und bevor man jemanden bestraft, ist ein einfaches und klares Feedback wichtig. Wenn jemand sich nicht richtig verhält, schlucke deinen Ärger nicht monatelang hinunter, um dann zu explodieren oder massive Konsequenzen zu ziehen. Vielmehr gib frühzeitig und auch häufig Feedback. Wenn das nichts bringt, muss es natürlich auch andere Konsequenzen geben.

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10-39 Wort-für-Wort Übersetzung

yat – was (existiert als)
ca – und
api – sogar
sarva-bhūtānām – aller (sarva) Wesen (bhūta)
bījam – der Same
tat – das
aham – (bin) ich
arjuna – oh Arjuna
na – nicht
tat – das
asti – existiert
vinā – ohne
yat – was
syāt – sein (existieren) könnte
mayā – mich
bhūtam – Wesen
cara-acaram – bewegte (oder) unbewegte

10-39 Kommentar Sukadev

Hier nun wieder der Generalvers: Gott ist überall. In den letzten Versen war es die Aufzählung: „Ich bin im Großartigen, im Besonderen.“ Er gab dir dadurch eine Menge von Beispielen, um immer wieder die Gelegenheit zu haben, an Gott zu denken. Hier sagt er nun: „Ich bin in jedem Wesen.“ Gott ist der Same, also der Beginn und die Essenz in jedem Wesen. Und ohne Gott kann kein Wesen sein, weder ein bewegtes noch ein unbewegtes.

10-40 Wort-für-Wort Übersetzung

na – nicht
antaḥ – ein Ende
asti – existiert
mama – meiner
divyānām – göttlichen
vibhūtīnām – Herrlichkeiten, Entfaltungen
paraṃtapa – oh Parantapa „Vernichter der Feinde“ (Arjuna)
eṣaḥ – das
tu – aber
uddeśataḥ – in aller Kürze, andeutungsweise
proktaḥ – wurde beschrieben
vibhūteḥ – (meiner) Herrlichkeit, Entfaltung
vistaraḥ – Ausmaß
mayā – von mir

10-41 Wort-für-Wort Übersetzung

yat yat – welches
vibhūtimat – mächtig
sattvam – Wesen (auch immer)
śrīmat – wohlhabend
ūrjitam – kräftig (ist)
eva – wahrlich
vā – oder
tat tat – das
eva – eben, genau
avagaccha – begreife
tvam – du
mama – meines
tejaḥ-aṃśa-saṃbhavam – als etwas, das seinen Ursprung (saṃbhava) in einem Teil (aṃśa) meines Glanzes (tejaḥ) hat

10-42 Wort-für-Wort Übersetzung

atha vā – aber ­
bahunā – vielen
etena – aus diesem
kim – was (für ein Nutzen)
jñātena – Wissen
tava – (erwächst) dir
arjuna – oh Arjuna
viṣṭabhya – indem ich stütze, durchdringe
aham – ich
idam – diese
kṛtsnam – ganze
eka-aṃśena – mit einem einzigen (eka) Teil (aṃśa) (von mir)
sthitaḥ – verweile (ich)
jagat – Welt

10-42 Kommentar Sukadev

Wir können hier erkennen „Ich bin“, vistabyaham –aham „Ich bin“. Als Moses Gott im brennenden Busch gefragt hat: „Wer bist du?“, hat Gott gesagt: „Ich bin, der ich bin.“ (2. Buch Mose 3,14). Gott ist. Und mit einem Teil seines Wesens manifestiert er sich als die Welt. Er erschafft die Welt. Er erhält die Welt, er zerstört die Welt und bleibt dennoch transzendent, jenseits vonallem Fassbaren.

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