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10-38 Kommentar Sukadev

Wenn Menschen zusammen leben, muss es Regeln des Zusammenseins geben. Damit Regeln eingehalten werden, müssen Regelverstöße sanktioniert werden. Die eleganteste „Sanktion“ ist das Heben des Zepters: Das einfache aufmerksam machen, dass jemand etwas nicht korrekt gemacht hat. Wenn du kraft deines eigenen Lebensstils den Respekt der anderen hast, kann eine einfache klare Bemerkung andere zur Einsicht veranlassen. Und bevor man jemanden bestraft, ist ein einfaches und klares Feedback wichtig. Wenn jemand sich nicht richtig verhält, schlucke deinen Ärger nicht monatelang hinunter, um dann zu explodieren oder massive Konsequenzen zu ziehen. Vielmehr gib frühzeitig und auch häufig Feedback. Wenn das nichts bringt, muss es natürlich auch andere Konsequenzen geben.

Unter denen, die den Sieg wünschen, bin ich die Kunst des Staatsmannes“: Manchmal setzt du dich für eine gute Sache ein. Du willst natürlich auch Erfolg haben. Manchmal reichen Engagement, Einsatz und Durchhaltevermögen aus. Bei größeren und langfristigen Zielen muss aber auch etwas anderes dazu kommen, die Kunst des Staatsmannes, des Politikers. In Deutschland wird häufig von „Politikverdruss“ gesprochen, weil die „bösen“ Politiker vor der Wahl etwas versprechen und dann etwas anderes tun, weil sie „faule“ Kompromisse schließen, weil sie auf Meinungsumfragen hören, weil sie diversen Lobbyisten Zugeständnisse machen. Krishna würde sagen: Genau das ist Staatskunst. Genau das ist beim menschlichen Zusammenleben notwendig. Die Alternative wäre Kompromisslosigkeit, die häufig genug zu Krieg oder massiven Machtkämpfen, in jedem Fall zu irgendeiner Form von Gewalt führt. Ein spiritueller Mensch, der sich für Großartiges einsetzt, darf sich nicht für zu gut für „staatsmännisches“, „politisches“ Denken halten. Das war schon zu Krishnas Zeiten wichtig. Das ist heute im Zeitalter der Demokratie umso wichtiger. Natürlich darf man sich dabei nicht korrumpieren lassen. Es gibt eine feine Trennlinie zwischen taktisch geschicktem Handeln zugunsten einer guten Sache und Prinzipienlosigkeit. Eine feine, nicht immer klare Trennlinie zwischen dem geschickten Einbeziehen der Anliegen vieler verschiedener Gruppen und Korruption. Wenn du dich also engagierst und Verantwortung in größeren Vereinen, in der Politik, in der Ökologie, in Bürgerinitiativen, auch in spirituellen Gemeinschaften, in der Kirchengemeinde etc. übernimmst, wirst du irgendwann auf die Notwendigkeit stoßen, Kompromisse zu schließen, zu verhandeln, die Anliegen von anderen einzubeziehen. Denke dann nicht, dass du jetzt deine Prinzipien aufgibst. Denke vielmehr, dass jetzt Krishna als Kunst des Staatsmannes in dir wirkt. Beachte aber, dass du die feine Grenzlinie zu Korruption und reiner Machtpolitik nicht überschreitest. Satyam, Asteya, Ahimsa, Aparigraha sind dabei wichtige Richtlinien.

Ich bin die Stille unter den Geheimnissen“: Es heißt so schön: „Reden ist Silber – Schweigen ist Gold.“ Zwar sollte man nicht lügen, aber man muss auch nicht alles sagen. Und wenn du willst, dass etwas geheim bleibt, dann erzähle es niemandem, auch nicht unter dem Siegel der Verschwiegenheit. Und wenn dir jemand ein Geheimnis anvertraut, dann bewahre es auch. Vieles kannst du natürlich auch anderen mitteilen. Manche Probleme lösen sich, wenn man darüber spricht. Manche früheren unverarbeiteten Erfahrungen kannst du besser integrieren, wenn du es anderen mitteilst. Nicht umsonst sind Psychotherapien und Selbsthilfegruppen sehr hilfreich bei der Bewältigung von psychischen Problemen. Man spricht über Belastendes, das man vorher kaum jemandem mitgeteilt hat. Triff immer wieder die korrekte Entscheidung, was du anderen erzählen kannst und was nicht. Bei vielem wäre es gut, wenn du es nicht für dich behältst, damit du Unterstützung von anderen erfährst und du es selbst besser integrieren kannst. Aber wenn du willst, dass etwas ein Geheimnis bleibt, dann erzähle es niemandem.

 

„Kenntnis bin Ich unter den Wissenden.“: Bewundere immer wieder das Wissen, das Menschen haben. Jeder Mensch ist Spezialist auf einem Gebiet. Lerne es, das zu entdecken und wertzuschätzen, darin Gott zu erfahren.

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