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10-19 Wort-für-Wort Übersetzung

śrī-bhagavān – der Erhabene
uvāca – sprach
hanta – wohlan
te – dir
kathayiṣyāmi – ich werde erzählen
divyāḥ – göttlichen
hi – gewiss
ātma-vibhūtayaḥ – von den Herrlichkeiten/Entfaltungen (vibhūti) meiner selbst (ātman)
prādhānyataḥ – beschränkt auf das Wichtigste
kuru-śreṣṭha – oh Bester der Kurus (Arjuna)
na – nicht
asti – es gibt
antaḥ – ein Ende
vistarasya – Ausdehnung
me – meiner

10-19 Kommentar Sukadev

Gott ist allgegenwärtig, allmächtig, allwissend. Er ist immanent, also in allem und transzendent, also jenseits von allem. Gott ist im Inneren aller Wesen, aber nicht beschränkt auf das Innere. Um Gott zu erfahren, musst du Gott nicht als Ganzes erfahren. Es reicht zunächst, Gott in etwas zu erfahren. Wenn du den Ozean verstehen willst, brauchst du nicht jedes einzelne Molekül zu sehen. Wenn du aber das Meer betrachtet, einen Tropfen Salzwasser geschmeckt, das Rauschen von ein paar Wellen gehört und das Gefühl des Wassers gespürt hast, hast du eine gute Ahnung vom Meer. Ähnlich ist es mit Gott. Wenn du Gott irgendwo erfahren hast, bekommst du eine Ahnung, was „der Allmächtige“ bedeutet.

10-20 Wort-für-Wort Übersetzung

aham – ich (bin)
ātmā – das Selbst
guḍākeśa – oh Guḍākeśa (Arjuna)
sarva-bhūta-āśaya-sthitaḥ – das sich im Herzen (āśaya) aller (sarva) Wesen (bhūta) befindet (sthita)
aham – ich (bin)
ādiḥ – der Anfang
ca – sowohl
madhyam – die Mitte
ca – als auch
bhūtānām – der Wesen
antaḥ – das Ende
eva – wahrlich
ca – und

10-20 Kommentar Sukadev

Hier bleibt Krishna erst einmal abstrakt. Es heißt auch: Wenn jemand in unser Leben tritt, können wir dankbar sein. Wenn er in unserem Leben ist, können wir dankbar sein und wenn er aus unserem Leben herausgeht, können wir auch wieder dankbar sein. Und Krishna sagt nicht, dass er nur Beginn, Mitte und Ende aller guten Wesen ist. Er ist vielmehr Beginn, Mitte und Ende aller Wesen. Jemand kommt zu dir und ist freundlich: Gott tritt in dein Leben. Jemand nervt dich und geht nicht weg: Gott ist anhänglich. Du magst jemanden und er verschwindet trotzdem aus deinem Leben: Gott in dieser speziellen Manifestation geht wieder. Glücklicherweise bleibt er in anderen Manifestationen und kommt in neuen. Hieraus kannst du auch eine gewisse Übung für den Alltag machen: Wenn jemand kommt, grüße Gott in ihm. Hier im Ashram machen wir das mit Om Namah Shivaya oder einfach nur Om. Das heißt: „Herzlich Willkommen, ich grüße Gott in dir.“ Und wenn jemand geht, sagen wir wieder Om Namah Shivaya – „Ich grüße Gott in dir“. Das ist eine gute Gewohnheit. Immer wenn jemand kommt oder geht, sage innerlich: „Oh Gott, ich grüße dich.“ Dazwischen kann man immer noch Auseinandersetzungen führen.

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10-21 Wort-für-Wort Übersetzung

ādityānām – unter den Ādityas (einer von Aditi abstammenden Götterklasse)
aham – ich (bin)
viṣṇuḥ – Viṣṇu
jyotiṣām – unter den Himmelskörpern („Lichtern“)
raviḥ – Sonne
aṃśumān – die strahlende
marīciḥ – Marīci
marutām – unter den Maruts (einer Götterklasse, ursprünglich Windgötter)
asmi – bin
nakṣatrāṇām – unter den Gestirnen
aham – ich
śaśī – der Mond

10-21 Kommentar Sukadev

Ab diesem Vers beginnt der eigentliche Vibhuti Yoga. Vibhuti heißt „göttliche Herrlichkeiten“. Vibhuti Yoga ist die spirituelle Praxis, Gott im Großartigen zu sehen. Zwar ist Gott überall, es fällt dem Menschen aber am leichtesten, Gott im Großartigen zu sehen. Die Fähigkeit zu staunen lässt den Menschen an Gott denken. Diese Fähigkeit kannst du bewusst entwickeln. Überlege dir:

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10-22 Wort-für-Wort Übersetzung

vedānām – unter den Veden
sāma-vedaḥ – der Sāmaveda
asmi – bin (ich)
devānām – unter den Göttern
asmi – bin (ich)
vāsavaḥ – Vāsava (Indra)
indriyāṇām – unter den Sinnen
manaḥ – der Geist, das Denken
ca – und
asmi – bin (ich)
bhūtānām – der Lebewesen
asmi – (ich) bin
cetanā – die Intelligenz, das Bewusstsein

10-22 Kommentar Swami Sivananda

Vasava ist Indra.
Götter: Wie Rudra, die Adityas.
Indriyas: Die fünf Jñana-Indriyas, die Organe des Wissens, Ohr, Auge, Haut, Zunge und Nase; und die fünf Karma Indriyas, die Organe der Handlung, Sprache, Hände, Füße, Genitalien und Anus. Der Geist wird als der elfte Sinn betrachtet. Da die Sinne nicht ohne die Hilfe des Geistes funktionieren können, wird der Geist als der Hauptsinn betrachtet.
Chetana: Intelligenz ist der Zustand des Denkvermögens, der sich in der Masse des Körpers und der Sinne manifestiert.

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10-23 Wort-für-Wort Übersetzung

rudrāṇām – unter den Rudras
śaṅkaraḥ – Śaṅkara (Śiva)
ca – und
asmi – bin (ich)
vitta-īśaḥ – Kubera, der Herr (īśvara) des Reichtums (vitta)
yakṣa-rakṣasām – unter den Yakṣas und Rākṣasas
vasūnām – unter den Vasus
pāvakaḥ – das Feuer
ca – und
asmi – bin (ich)
meruḥ – Meru
śikhariṇām – unter den Bergen
aham – (bin) ich

10-23 Kommentar Swami Sivananda

Es gibt elf Rudras. Die zehn Luftsströme des Lebens (je fünf Pranas und fünf Upa-Pranas) und der Geist sind die elf Rudras. Sie heißen auch so, weil sie Kummer verursachen, wenn sie den Körper verlassen. Sie sind folgendermaßen in den Puranas symbolisiert worden: Virabharda, Shankara, Girisha, Ajaikapati, Bhuvanadhisvara, Aherbhujya, Pinaki, Aparajita, Kapali, Sthanu und Bhaga. Unter diesen Rudras gilt Shankara als das Oberhaupt.

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10-24 Wort-für-Wort Übersetzung

purodhasām – unter den Priestern
ca – und
mukhyam – als den ersten
mām – mich
viddhi – erkenne
pārtha – oh Sohn Pṛthās (Arjuna)
bṛhaspatim – Bṛhaspati (der Lehrer der Götter)
senā-nīnām – unter den Heerführern
aham – (bin) ich
skandaḥ – Skanda (der Kriegsgott Kārttikeya, Śivas Sohn)
sarasām – unter den Gewässern
asmi – bin (ich)
sāgaraḥ – der Ozean

10-24 Kommentar Sukadev

Gott ist leicht in Geistlichen wie Priestern, Pfarrern, Rabbis, Imanen, Mönchen und Nonnen zu erfahren. Natürlich gibt es unter Amts-Priestern etc. solche und solche, Heilige und Scheinheilige (und vieles dazwischen). In jeder Religion          gibt es eine typische Kleidung für Geistliche, typische Arten zu sprechen, sich zu verhalten, Rituale etc. Das ist immer darauf ausgerichtet, damit der Gläubige Gottes Gegenwart erfährt. Natürlich kann es auch missbraucht werden. Deshalb ist immer wieder ein kritisches Hinterfragen nötig, in Indien wie auch in Europa und überall sonst. So wie ein romantisches Abendessen bei Kerzenlicht eine Paarbeziehung vertiefen (oder auch erst entstehen lassen) kann, so kann auch eine Beziehung zu Gott in der Gegenwart von Geistlichen erfahren werden, manchmal sogar ohne dass der Geistliche sich dessen bewusst ist. Das Amt des Geistlichen ist besonders dazu geeignet, anderen ein Gefühl von Gottes Gegenwart zu geben. In diesem Amt liegt deshalb eine Gefahr: Das Hervorrufen von religiösen Gefühlen macht den Gläubigen anfällig für Verführung und religiösen Wahn. Es gibt unter den Geistlichen religiöse Menschheitsverführer (die man als tamassig bezeichnen würde), egoistische Arrogante, die nach Macht und Ansehen streben (rajassig). Aber ein großer Teil der Geistlichen, vermutlich der allergrößte Teil, ist ehrlich darum bemüht, Gott und den Menschen zu dienen. Und manche sind sich Gottes Gegenwart ständig bewusst. Zu diesen gehört in der indischen Mythologie Bhrigu. Überlege selbst: Kenne ich einen Geistlichen, in dessen Gegenwart ich Gott erfahren kann oder konnte? Das kann jemand sein, der noch lebt, jemand, den du mal gekannt hast oder auch jemand Historisches oder eine Phantasiegestalt aus Mythologie, Roman, Film und Fernsehen. Letztlich ist es unerheblich, wie du zur Bewusstheit Gottes kommst. Vielleicht kann es dir helfen, öfter mal an einen tatsächlichen oder imaginären Geistlichen zu denken und so das Gefühl göttlicher Gegenwart in dir stärker werden zu lassen. Diesen Vers kann man deshalb auch so deuten: Zwar gibt es viele Geistliche. Aber Gottes Gegenwart kann man besonders in denen spüren, die Gott selbst tatsächlich dienen.

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