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17-12 Kommentar Swami Sivananda

Wenn jemand ein Opfer bringt, um den Himmel, einen Sohn, Reichtum oder Ehre und Ruhm zu erlangen, ist das Opfer rajasig. Wer so opfert, will damit seine eigene Wichtigkeit steigern, seinen Namen in der Welt bekannt machen, etwas dafür bekommen, sich als großer, frommer und gebildeter Mensch darstellen und seine Reichtümer zu seiner eigenen Verherrlichung zu Schau stellen. Er strebt nicht danach, Selbsterkenntnis zu erlangen.

17-13 Wort-für-Wort Übersetzung

vidhi-hīnam – ohne (Beachtung der) Vorschrift (vidhi)
asṛṣṭa-annam – bei dem keine Speise (anna) verteilt (sṛṣṭa) wird
mantra-hīnam – ohne (hīna) Opfersprüche (mantra)
adakṣiṇam – ohne Opfergabe (dakṣiṇā)
śraddhā-virahitam – ohne (virahita) Glauben (śraddhā)
yajñam – ein Opfer
tāmasam – als tamasig (von Tamas „Trägheit“ bestimmt)
paricakṣate – betrachtet man

17-13 Kommentar Swami Sivananda

Ein von einem tamasigen Menschen ausgeführtes Opfer wird niemals von Überlegungen über die vorgeschriebenen Riten oder Sprüche geleitet. In diesem Opfer entspricht nichts den Regeln. Es werden keine Speisen verteilt. Es werden keine Gelder an die Priester gegeben, wie das in den Schriften vorgesehen ist. Die Mantras werden nicht richtig gesungen. Die rezitierten Hymnen sind fehlerhaft in Aussprache und Betonung. Manchmal werden gar keine Sprüche gesagt. Es liegt darin kein Glaube. Einem Menschen, der so opfert, erwächst daraus keinerlei Verdienst.

17-14 Wort-für-Wort Übersetzung

deva-dvija-guru-prājña-pūjanam – Verehrung (pūjana) der Götter (deva), Zweimalgeborenen (dvi-ja), Lehrer (guru) und
      Weisen (prājña)
śaucam – Reinheit
ārjavam – Aufrichtigkeit
brahma-caryam – Enthaltsamkeit
ahiṃsā – Gewaltlosigkeit
ca – und
śārīram – körperliche
tapaḥ – Askese
ucyate – wird genannt

17-15 Wort-für-Wort Übersetzung

anudvegakaram – die nicht erregend ist
vākyam – Rede
satyam – wahr
priya-hitam – angenehm (priya) und nützlich/heilsam (hita)
ca – und
yat – die
sva-adhyāya-abhyasanam – die Praxis (abhyasana) des Selbststudiums (sva-adhyāya) der Veden
ca eva – und
vāk-mayam – sprachliche
tapaḥ – Askese
ucyate – wird genannt

17-15 Kommentar Sukadev

Interessanterweise findet man dasselbe auch im Koran. Da heißt es, wenn man etwas sagen will, soll man erst überlegen: „Ist es wahr?“ Wenn es unwahr ist, sollte man es nicht sagen, also nicht lügen – Satyam, Wahrhaftigkeit. Als Zweites sollte man überlegen, ist es nutzbringend. Wenn es nicht nutzbringend ist, sollte man schweigen. Und als Drittes, verletzt es jemanden. Wenn es jemanden verletzt, sollte man es nicht aussprechen. Man sollte nur das sagen, was wahr, angenehm und nutzbringend ist.

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17-15 Kommentar Swami Sivananda

Die Worte eines Menschen, der Askese der Sprache praktiziert, können nicht für einen anderen schmerzlich sein. Seine Worte sind für andere aufheiternd und tröstlich. Seine Worte nützen allen. Das Sprechorgan verursacht sehr viel Ablenkung des Geistes. Die Beherrschung der Sprache ist eine schwierige Disziplin, aber sie muß praktiziert werden, wenn man höchsten Frieden erreichen möchte. Nichts ist einem Menschen unmöglich, der fest entschlossen ist, dessen Absichten ehrlich sind, und der eisernen Willen, Geduld und Ausdauer besitzt. In der Manu Smriti heißt es:

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17-16 Wort-für-Wort Übersetzung

manaḥ-prasādaḥ – Gelassenheit (prasāda „Heiterkeit“) des Geistes (manas)
saumyatvam – Milde
maunam – Schweigsamkeit
ātma-vinigrahaḥ – Selbstbeherrschung
bhāva-saṃśuddhiḥ – Reinheit (saṃśuddhi) des Wesens (bhāva)
iti – so
etat – das
tapaḥ – Askese
mānasam – geistige
ucyate – wird genannt

17-16 Kommentar Sukadev

Gelassenheit ist eine Tugend, die Krishna immer wieder erwähnt. Schon im 2. Kapitel definiert er Yoga unter anderem auch als „Yoga Samatvam ucyate“, „Yoga heißt Ausgeglichenheit des Geistes“. Aber hier gebraucht er Gelassenheit als tapas, als Praxis, als etwas, was man üben kann. Üben beinhaltet natürlich auch, dass wir nicht sofort vollkommen sind. Uns gelingt es nicht immer, in diesem mana prasada, diesem Gleichmut zu sein.

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17-16 Kommentar Swami Sivananda

Wie ein See ohne Wellen an der Oberfläche sehr still ist, so ist auch der Geist, der keine Erscheinungsformen und keine wandernden Gedanken an Sinnesobjekte hat, ganz heiter und ruhig.
Saumyatvam: Um das Wohlergehen aller Wesen bemüht; der Geisteszustand, der an seinen Auswirkungen zu sehen ist, wie das Strahlen des Gesichtes, usw.
Maunam: Der Stille der Sprache muß notwendigerweise auch Gedankenkontrolle vorangehen, und so wird hier die Wirkung für die Ursache gesehen, nämlich Gedankenkontrolle: es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle, so weit sie das Sprechen betrifft, die Stille des Geistes, die Fähigkeit ruhig zu bleiben, auch inmitten störender Faktoren von außen. Mauna ist der Zustand des Muni (Weisen), d.h. die Praxis der Meditation mit Einpünktigkeit im Geist.
Atmavinigrahah: Selbstbeherrschung: Allgemeine Geisteskontrolle. Asamprajnata Samadhi, wo alle Erscheinugsformen des Geistes beherrscht sind. Der Geist kann nicht zu den Sinnen laufen, und die Sinne können nicht zu den Objekten laufen. In Mauna herrscht Gedankenkontrolle, soweit das Sprechen betroffen ist.
Bhavasamsuddhih: Reinheit des Wesens: Ehrlichkeit der Absicht; Freisein von Unehrlichkeit im Umgang mit anderen; der reine Geisteszustand, wo es keine Lust, keinen Zorn, keine Gier, usw. gibt.

17-17 Wort-für-Wort Übersetzung

śraddhayā – Glauben
parayā – mit größtem („höchstem“)
taptam – ausgeübt
tapaḥ – Askese
tat – diese
tri-vidham – dreifache
naraiḥ – von Menschen
aphala-ākāṅkṣibhiḥ – die keinen Gewinn (a-phala) davon erhoffen (ākāṅkṣin)
yuktaiḥ – (innerlich) gesammelten
sāttvikam – sattvig („rein“)
paricakṣate – wird genannt