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17-14 Kommentar Swami Sivananda

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Tapas: Askese, Selbstdisziplin.

Die Füße für Pilgerreisen zu den heiligen Tempeln verwenden; die Hände zur Säuberung der Tempel, zum Zusammentragen von Gegenständen für den Gottesdienst und zur Ausführung des Gottesdienstes verwenden; Verbeugen vor Brahmanen, Lehrern und Weisen; Enthaltsamkeit und Nichtverletzen stellen physische Askese dar. Der Körper wird verwendet zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken. Auch das ist körperliche Askese. Die Askese, die mit dem Körper ausgeführt wird, ist körperliche Askese. Bei diesen Askesen ist hauptsächlich der physische Körper beteiligt. Daher heißt es physische Askese. Die Praxis des Nichtstehlens und der Nichtbegehrlichkeit sind ebenfalls Bestandteil der physischen Askese. Wer verwirklicht hat »Ich bin Brahman.«, ist ein Weiser (Prajna). Ein Shudra kann auch ein Weiser sein. Obwohl Vidura ein Shudra war, war er ein Weiser. Daher hat der Herr die Weisen extra erwähnt.
Brahmacharya bedeutet Kontrolle aber nicht Unterdrückung der sexuellen Wünsche und der Sexualkraft. Wenn der Geist durch Meditation, Japa (Mantrawiederholung), Gebet, Studium der heiligen Schriften, das Fragen ›Wer bin ich?‹ und Betrachtung über das geschlechtslose, reine Selbst erfüllt ist, wird der sexuelle Wunsch durch Abziehen des Geistes davon seiner Kraft beraubt werden. Der Geist wird auch geschwächt. Unterdrückte sexuelle Wünsche greifen immer wieder an, schaffen feuchte Träume, Erregbarkeit und Ruhelosigkeit des Geistes. Der Geist muß durch Meditation, Japa, das Singen der Namen des Herrn und durch Gebet gereinigt werden. Zuerst muß der Geist kontrolliert werden. Dann wird es leicht, die Sinne zu beherrschen. Daher kommt zuerst Sama, die Beherrschung des Geistes, und dann Dama, die Einschränkung der Sinne (wie in den sechsfachen Tugenden, siehe III.3). Ohne den Geist können die Sinne nicht tätig sein. Daher ist das wirksamste Mittel gegen die Lust und die beste Hilfe im Zölibat zuerst die Kontrolle des Geistes und dann der Sinne.

Intensives Grübeln über Objekte schadet dem inneren spirituellen Leben mehr als tatsächliche Sinnesbefriedingung. Wenn der Geist nicht durch Sadhana gereingt worden ist, wird ein bloßes Betäuben der äußeren Sinne nicht den gewünschten Effekt haben. Auch wenn die äußeren Sinne betäubt sind, es rächen sich ihre inneren Gegenspieler, die nach wie vor energievoll und stark sind, am Geist und bringen intensive geistige Störungen und ungezähmte Vorstellungen.

Für Anfänger ist es schwierig, den Geist zu kontrollieren. Es wird zuerst überaus schwierig sein, den Geist zu beherrschen, wenn es den Sinnen gestattet ist, Sturm zu laufen. Deshalb sagt Shri Krishna: »Daher, Oh Arjuna, meistere zuerst die Sinne und vernichte dieses Ding, das Sünde bringt (den Wunsch) und das Weisheit und Wissen zerstört.« (Vgl.III.41)

Die Theorie oder Doktrin, daß zuerst der Geist beherrscht werden muß, ist ganz richtig. Diese Praxis ist für die besonders gut qualifizierten Sucher vorgesehen. Der mittelmäßige Typ von Schüler muß zuerst die Sinne beherrschen. Die Sinne tendieren immer nach außen. Der Geist arbeitet durch die Sinne. Beherrschung des einen geht mit der Beherrschung des anderen Hand in Hand. Beherrschung der Sinne ist auch Beherrschung des Geistes, denn der Geist ist nur eine Summe von Sinnen; ohne Sinne gibt es keinen Geist.

So wie ein Feind leicht bezwungen werden kann, wenn er aus zwei Richtungen angegriffen wird, so kann auch der Geist leicht beherrscht werden, wenn du ihn an zwei Fronten gleichzeitig attackierst – ein äußerer Angriff auf die Sinne und ein innerer Angriff auf den Geist selbst, dadurch, daß die Wünsche an der Wurzel ausgerottet werden.

Zu sagen: »Wenn du zuerst den Geist beherrschst, kannst du die Sinne beherrschen.« (ein Standpunkt) oder »Beherrsche die Sinne zuerst, dann kannst du den Geist leicht beherrschen.« (ein anderer Standpunkt) bedeutet einfach in einem Teufelskreis zu streiten – wie »Was war zuerst – der Baum oder der Same?« oder »Du wirst Selbsterkenntnis erlangen, wenn du alle Wünsche beherrschst – und du kannst alle Wünsche erst dann beherrschen, wenn du Selbsterkenntnis hast.«

Über dieses scheinbare Paradoxon braucht man sich keine Gedanken zu machen. Versuche jede der Praktiken zu üben, nämlich Kontrolle des Geistes und Kontrolle der Sinne, jenachdem wie es dir entspricht, wie es dir möglich ist, nach deinem Geschmack und deinem Charakter. Wenn du es tatsächlich praktizierst, kannst du selbst feststellen, was besser ist. Wenn du in deiner Praxis fortschreitest, wird dein Zweifel allmählich verschwinden und du wirst höchsten Frieden und höchste Freude empfinden.

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