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02-40 Kommentar Swami Sivananda

Wenn eine religiöse Zeremonie unvollendet gelassen wird, ist das Verschwendung, denn der Ausführende kann die Früchte nicht erfahren. Im Karma Yoga ist das nicht so, denn jede Handlung bewirkt eine unmittelbare Reinigung des Herzens. In der Landwirtschaft herrscht immer Ungewißheit. Der Bauer mag das Land ackern, pflügen und den Samen auslegen; er wird aber keine Ernte erhalten, wenn es nicht regnet. Für Karma Yoga gilt das nicht. Da ist nichts ungewiß. Es kann auch kein Schaden daraus entstehen. Bei einer medizinischen Behandlung entsteht großer Schaden wegen unsachgemäßer Behandlung durch den Arzt, wenn er ein falsches Medikament anwendet. Bei Karma Yoga ist es aber nicht so. Alles, was auf diesem Pfad des Yoga, dem Pfad des Handelns, getan wird, sei es noch so gering, errettet vor der großen Furcht, im Rad von Geburt und Tod gefangen zu sein. Shri Krishna rühmt hier Karma Yoga, um in Arjuna Interesse dafür zu wecken.

02-41 Wort-für-Wort Übersetzung

vyavasāya-ātmikā – deren Wesen Entschlossenheit (vyavasāya) ist
buddhiḥ – Einsicht
ekā – (ist) eins
iha – hier (bei dieser Praxis)
kuru-nandana – oh Kuru-Sohn (Arjuna)
bahu-śākhāḥ – weitverzweigt
hi – in der Tat
anantāḥ – endlos, ziellos
ca – und
buddhayaḥ – (sind) die Einsichten
avyavasāyinām – derjenigen ohne Entschlossenheit

02-41 Kommentar Swami Sivananda

Hier, auf diesem Weg zur Seligkeit, gibt es nur einen einzigen Gedanken, und dieser ist eindeutig; es herrscht feste Entschlossenheit. Dieser einzige Gedanke kommt aus der richtigen Quelle des Wissens. Der Yogaschüler sammelt alle zerstreuten Strahlen des Geistes. Er führt sie alle zusammen durch Unterscheidung, Leidenschaftslosigkeit und Konzentration. Er ist frei vom Wanken und Schwanken des Geistes.

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02-42 Wort-für-Wort Übersetzung

yām imām – all diese
puṣpitām – blumige
vācam – Rede (das Vedawort, die Śruti)
pravadanti – verkünden
avipaścitaḥ – Unweise
veda-vāda-ratāḥ – die Gefallen an Diskussionen (vāda) über den Veda finden
pārtha – oh Sohn Pṛthās (Arjuna)
na – nicht
anyat – etwas anderes
asti – existiert
iti – so
vādinaḥ – sagen sie

02-42 Kommentar Swami Sivananda

Unweise Menschen, denen es an Unterscheidung mangelt, messen dem Karma Kanda, dem Teil der Veden, der die Rituale beschreibt, große Bedeutung bei, wo bestimmte Regeln für bestimmte Handlungen beschrieben werden, um bestimmte Ergebnisse zu erlangen, und rühmen diese Handlungen und die Belohnungen dafür auf unangemessene Weise. Sie sind ganz versessen auf die Stellen in den Veden, die Methoden beschreiben, wie himmlische Freuden zu erlangen sind. Sie sagen, es gäbe nichts Höheres als die Sinnesfreuden in Svarga (Himmel), die man erlangen kann, wenn man die im Karma Kanda der Veden beschrieben Riten ausführt.
Es gibt zwei Hauptteile in den Veden – Karma Kanda (der Teil, der sich mit dem Handeln beschäftigt) und Jñana Kanda (der Teil, der sich mit Erkenntnis beschäftigt). Das Karma Kanda umfaßt die Brahmanas und die Samhitas. Es ist der Ursprung der von Jaimini gegründeten
Schule von Purvamimamsa. Die Anhänger dieser Schule beschäftigen sich mit Ritualen und schreiben viele davon vor, um Freude und Kraft hier und Glück im Himmel zu erlangen. Sie betrachten dies als das letzte Ziel menschlichen Seins. Gewöhnliche Menschen fühlen sich von ihren Lobreden angezogen. Das Jñana Kanda umfaßt die Aranyakas und die Upanishaden, die vom Wesen Brahmans, des höchsten Selbst, handeln.

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02-43 Wort-für-Wort Übersetzung

kāma-ātmānaḥ – ihr Wesen sind Wünsche (kāma)
svarga-parāḥ – der Himmel (svarga) ist ihnen das Höchste
janma-karma-phala-pradām – deren Ergebnis (phala) des Handelns (karma) eine (neue) Geburt (janma) ist
kriyā-viśeṣa-bahulām – durch vielerlei (bahula) spezielle (viśeṣa) Riten (kriyā)
bhoga-aiśvarya-gatim – des Erreichens (gati) von Genuss (bhoga) und Macht (aiśvarya)
prati – hinsichtlich, mit dem Ziel

02-43 Kommentar Sukadev

In diesen Versen spricht sich Krishna eigenartigerweise gegen die Lehren der Veden aus. Er bezieht sich dabei auf den Karma Kanda der Veden, also dem Teil der Veden, der über Punyas und Papas spricht. Der Teil, wo man lernt, bestimmte Dinge zu tun, um Wünsche zu befriedigen, und in den Himmel zu kommen. Natürlich wird das nicht in allen Veden beschrieben, auch nicht in den ersten drei Teilen der Veden. Es gibt Schöpfungsmythen und Weisheitslehren und vieles mehr. Aber es gibt eben auch einiges, was dort steht, was wir tun können, um unsere Wünsche zu befriedigen. Dem zu folgen, ist, laut Krishna, unweise. Falsche Motive in blumige Worte zu kleiden bringt nichts. Wenn wir nach falschen Motiven handeln, dann richtet sich unser Geist nicht beständig auf Meditation und Samadhi aus. Wir werden stattdessen von unseren Wünschen getrieben und bekommen immer mehr Wünsche.

02-44 Wort-für-Wort Übersetzung

bhoga-aiśvarya-prasaktānām – derjenigen, die an Genuss (bhoga) und Macht (aiśvarya) hängen
tayā – durch diese (Rede, das Vedawort, die Śruti)
apahṛta-cetasām – deren Geist abgelenkt (apahṛta) wird
vyavasāya-ātmikā – deren Wesen Entschlossenheit (vyavasāya) ist
buddhiḥ – Einsicht
samādhau – hinsichtlich der Versenkung
na – nicht
vidhīyate – bildet sich

02-45 Wort-für-Wort Übersetzung

traiguṇya-viṣayāḥ – von den Bereichen (viṣaya) der drei Grundeigenschaften (traiguṇya)
vedāḥ – (handeln) die Veden
nistraiguṇyaḥ – frei von den drei Grundeigenschaften (traiguṇya)
bhava – werde du
arjuna – oh Arjuna
nirdvandvaḥ – frei von den Gegensatzpaaren (dvandva)
nitya-sattva-sthaḥ – verweile stets (nitya) in Tugend, Reinheit (sattva)
niryoga-kṣema – frei von Erlangen (yoga) und Behalten (kṣema)
ātmavān – selbstbeherrscht

02-45 Kommentar Swami Sivananda

Guna bedeutet Attribut oder Eigenschaft. Es ist sowohl Wesen als auch Eigenschaft. Die Natur (Prakriti) ist aus drei Gunas aufgebaut, Sattva (Reinheit, Licht, Harmonie), Rajas (Leidenschaft, Bewegung) und Tamas (Dunkelheit, Trägheit). Die Gegensatzpaare sind Wärme und Kälte, Freude und Leid, Verlust und Gewinn, Sieg und Niederlage, Ehre und Schmach, Lob und Tadel. Wer danach strebt, Neues zu erwerben oder seine alten Besitztümer zu bewahren, kann keinen Frieden des Geistes haben. Er ist stets ruhelos. Er kann keine Konzentration finden und nicht über das Selbst meditieren. Er kann keine Tugend üben. Deshalb weist Shri Krishna Arjuna darauf hin, daß er sich von dem Gedanken, etwas zu erwerben oder zu bewahren, freimachen muß. (Vgl.IX.20, 21)

02-46 Wort-für-Wort Übersetzung

yāvān – wieviel
arthaḥ – Wert
udapāne – hinsichtlich eines Brunnens (besteht)
sarvataḥ – überall
saṃpluta-udake – wenn Wasser (udaka) fließt
tāvān – soviel (besteht)
sarveṣu – hinsichtlich aller
vedeṣu – Veden
brāhmaṇasya – für einen Brahmanen
vijānataḥ – verständigen