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02-28 Wort-für-Wort Übersetzung

avyakta-ādīni – unentfaltet (avyakta) am Anfang
bhūtāni – (sind) die Wesen
vyakta-madhyāni – entfaltet (vyakta) in der Mitte
bhārata – oh Sohn Bharatas (Arjuna)
avyakta-nidhanāni – unentfaltet (avyakta) am Ende
eva – gewiss
tatra – darüber
kā – welche
paridevanā – Klage (gibt es)

02-28 Kommentar Sukadev

Gebrauchen wir einmal das Beispiel der Sonne. Nehmen wir an, es wäre ein sonniger Tag, dann wäre um 5.00 Uhr die Sonne unsichtbar. Um 7.30 Uhr im Winter geht sie auf, und abends um 18.00 Uhr wahrscheinlich schon um 17.00 Uhr, geht sie wieder unter. Später am Tag ist sie wieder unsichtbar. Wir brauchen jetzt nicht um die Sonne zu trauern, weil wir wissen, dass sie später am Tag wieder scheint. Es ist wichtig diese Sache zu verstehen.

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02-28 Kommentar Swami Sivananda

Der physische Körper besteht aus den fünf Elementen. Die physischen Augen können ihn erst wahrnehmen, nachdem sich die fünf Elemente miteinander verbunden haben. Nach dem Tod löst sich der Körper auf, und die fünf Elemente gehen zurück zu ihrer Quelle; diese ist unsichtbar. Der Körper kann also nur im mittleren Stadium wahrgenommen werden. Die Beziehung als Sohn, Freund, Lehrer, Vater, Mutter, Frau, Bruder
und Schwester entsteht durch den Körper durch Verhaftung und Moha (Täuschung). So wie Pfosten in einem Fluß zusammentreiben und sich wieder trennen, so wie Pilger an einem Rastplatz zusammenkommen und wieder auseinandergehen, genauso treffen und trennen sich Väter, Mütter, Söhne und Brüder in dieser Welt. Diese Welt ist ein großer Rastplatz für alle. Die Menschen treffen sich und trennen sich wieder.
Im Anfang und am Ende gibt es keine Hülle. Auch wenn du in der Mitte die Hülle siehst, denke und fühle, daß es Illusion ist und nicht wirklich existiert. Genauso ist auch am Anfang und am Ende kein Körper da. Das, was am Anfang und am Ende nicht besteht, muß auch in der Mitte eine Illusion sein. Denke und fühle, daß der Körper auch in der Mitte nicht wirklich existiert. Wer die Natur des Körpers und aller menschlichen Beziehungen so versteht, kennt keine Sorge.

02-29 Wort-für-Wort Übersetzung

āścaryavat – als ein Wunder
paśyati – sieht
kaścit – einer
enam – ihn (den Verkörperten, das Selbst)
āścaryavat – als ein Wunder
vadati – spricht
tathā eva – ebenso
ca – und
anyaḥ – ein anderer
āścaryavat – als ein Wunder
ca – und
enam – über ihn (den Verkörperten, das Selbst)
anyaḥ – ein anderer
śṛṇoti – hört
śrutvā – gehört habend
api – sogar
enam – ihn (den Verkörperten, das Selbst)
veda – kennt
na – nicht
ca eva – aber
kaścit – irgendwer

02-29 Kommentar Sukadev

In diesem Vers heißt es, dass wir versuchen können, das Selbst zu verstehen. Aber wir sollten begreifen, dass es ist nicht wirklich verstehbar ist. Wie ich vorher schon beschrieben habe, geht die moderne Physik nicht mehr davon aus, dass wir das Weltall intellektuell schlüssig erklären können. Viele Wissenschaftler behaupten, Naturwissenschaft sei ein Weg zu Gott. Je mehr wir dort forschen, desto mehr stehen wir vor diesem grandiosen, phantastischen Leben und sehen, was für eine Intelligenz inwendig ist. Wir sollten uns aber niemals einbilden, dass wir die Intelligenz 100 % verstehen können. So ähnlich ist es auch mit der Philosophie des Vedanta. Wir können sie sehr schlüssig in Begriffe fassen. Und es gibt ja auch Indologiestudien an einigen Universitäten in Deutschland, wo versucht wird, diese Philosophie sehr logisch zu erfahren. Aber wenn wir dabei das Gefühl dafür verlieren, dass es wie ein Wunder ist, dann haben wir die Logik nicht ganz erfasst. Dann schaffen wir das Verständnis nur mittels Begriffen, wie schon Buddha mit den Worten: „Beschränke nicht das Unbeschränkte mit Begriffen.“, festgestellt hat. Anfangs hat Buddha völlig darauf verzichtet eine größere Philosophie zu entwickeln. Er hat zwar eine Psychologie entwickelt, eine Theorie des Geistes, die ähnlich der von Patanjali ist und Menschen sich fragen, wer diese Theorie von wem übernommen hat, aber über Philosophie hat er wenig gesprochen. Erst seine Nachkommen, wie z.B. Nagachula, haben dann auch große philosophische Systeme entwickelt.

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02-30 Wort-für-Wort Übersetzung

dehī – der Verkörperte (das Selbst)
nityam – ewig
avadhyaḥ – unzerstörbar
ayam – dieser
dehe – im Körper
sarvasya – eines jeden
bhārata – oh Nachkomme Bharatas
tasmāt – deshalb
sarvāṇi – alle
bhūtāni – Wesen
na – nicht
tvam – du
śocitum – betrauern
arhasi – sollst

02-30 Kommentar Sukadev

Diese Aussage hört sich für einen westlichen Menschen unvorstellbar schrecklich an. Wir sollten aber verstehen, dass Krishna hier aus der Purva Mimamsa Philosophie heraus argumentiert, die Arjuna vertraut ist. Krishna argumentiert aus Sicht dieser Philosophie heraus, weil er Arjuna erreichen möchte. Viele große Meister handeln so. Sie vermitteln ihre Lehren so an ihre Schüler, dass diese sie in ihrem jeweiligen Weltanschauungskonzept verstehen. Deshalb sprechen auch viele Yogis, die in den Westen kommen, über den wissenschaftlichen Kontext. Was ich ja auch gemacht habe. Damit das Ganze etwas verständlicher wird, habe ich ein paar Beispiele aus der Physik gebraucht.

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02-31 Wort-für-Wort Übersetzung

sva-dharmam – die eigene Pflicht
api – auch
ca – und
avekṣya – betrachtet habend, bedenkend
na – nicht
vikampitum – zaudern
arhasi – du sollst
dharmyāt – als den gerechten
hi – denn
yuddhāt – Kampf
śreyaḥ – Besseres
anyat – etwas anderes
kṣatriyasya – für einen Kṣatriya (Krieger)
na – nicht
vidyate – es gibt

02-31 Kommentar Sukadev

Swami Sivananda schreibt, dass Krishna weltliche Gründe angibt, warum er kämpfen muss. Weltlich bedeutet zu Zeiten Krishnas etwas anderes, als es heute bedeutet. Zu Krishnas Zeiten hieß weltlich zu sein, Vergnügen zu haben und Verdienste anzusammeln. Heute bedeutet „weltlich“ eher materielle Güter anzusammeln. Für uns heute klingt dieser Vers sicher befremdlich. Aus gutem Grund würde hoffentlich kaum jemand denken, dass irgendein Krieg irgendetwas „Hohes“ darstellen würde, wie „gerecht“ er auch sein möge. Jeder Krieg, auch ein „gerechter“ Krieg ist letztlich das Eingeständnis einer Niederlage, nämlich dass man den Konflikt nicht mit friedlichen Mitteln lösen konnte. Krishna allerdings bezieht sich hier auf das Weltbild, die Ethik seiner Zeit.

02-31 Kommentar Swami Sivananda

Shri Krishna gibt Arjuna nun weltliche Gründe dafür an, warum er kämpfen muß. Bis jetzt hat Er zu Arjuna über die Unsterblichkeit des Selbst gesprochen und ihm philosophische Gründe genannt. Jetzt sagt Er zu Arjuna: Oh Arjuna! Kämpfen ist die Pflicht eines Kshatriya. Du darfst dich vor dieser Pflicht nicht verschließen. Einem Kshatriya (jemandem, der in der Kaste der Krieger oder Herrscher geboren ist) ist nichts willkommener
als ein gerechter Krieg. Ein Krieger muß kämpfen.

02-32 Wort-für-Wort Übersetzung

yadṛcchayā – zufällig, ganz von selbst
ca – und
upapannam – bietet sich dar
svarga-dvāram – das Himmelstor
apāvṛtam – geöffnet
sukhinaḥ – glücklich (sind)
kṣatriyāḥ – die Kṣatriyas (Krieger)
pārtha – oh Sohn Pṛthās
labhante – (welche) erlangen
yuddham – Kampf
īdṛśam – solchen

02-33 Wort-für-Wort Übersetzung

atha – aber
cet – wenn
tvam – du
imam – diesen
dharmyam – gerechten
saṃgrāmam – Kampf
na – nicht
kariṣyasi – machen, austragen wirst
tataḥ – dann
sva-dharmam – die eigene Pflicht
kīrtim – (deinen) Ruhm
ca – und
hitvā – aufgegeben habend
pāpam – Sünde, Schuld
avāpsyasi – du wirst erwerben