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02-70 Kommentar Sukadev

Hier wird ein ähnliches Prinzip beschrieben, wie die Buddhisten es aus der Vipassana Meditation kennen. Angenommen man hat einen Wunsch: Was macht man im Vipassana Buddhismus? Man nimmt ihn zur Kenntnis, atmet ein und atmet aus, stellt fest, dass da ein Wunsch ist nach dem man nicht handeln muss. Dann kommt der zweite Wunsch. Man beobachtet ihn wieder, ohne ihn zu erfüllen und denkt nur: Der Wunsch erweitert mein geistiges Potential. Und so kommt ein Wunsch nach dem nächsten.

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02-71 Wort-für-Wort Übersetzung

vihāya – aufgegeben hat
kāmān – Wünsche
yaḥ – welcher
sarvān – alle
pumān – ein Mensch
carati – wandelt
niḥspṛhaḥ – frei von Verlangen
nirmamo – frei von Besitzansprüchen
nirahaṅkāraḥ – frei von Ichbewusstsein
saḥ – der
śāntim – zum (inneren) Frieden
adhigacchati – gelangt

02-71 Kommentar Sukadev

Dieser Vers beinhaltet einen wichtigen Gedanken. Wenn wir sagen, das ist „Mein“, mein Yogacenter, meine Yogaschüler, mein Kooperationscenter und mein Gebiet, dann müssen wir in irgendeiner Weise damit umgehen lernen. Wir haben Verpflichtung für etwas. Ich z.B. bin der Leiter von Yoga Vidya, was bestimmte Verpflichtungen beinhaltet. Doch es ist nicht „mein“ Yoga Vidya. Es kann sein, dass wir Pleite gehen. Es kann sein, dass eines Tages ein großartiger Meister kommt und er die Leitung des Hauses übernimmt. Vieles ist möglich. Wir identifizieren uns mit etwas. Und diese Identifikation und das Sagen: „Das ist meins“ schafft uns Probleme. Verschiedenste Beispiele, die ich öfters gebrauche, verdeutlichen das. Nehmen wir einmal an, ich identifiziere mich besonders mit dieser Uhr, die ich am Handgelenk trage. Ich sage: „Das ist meine Uhr.“ Während der Meditation lege ich die Uhr ab und vergesse manchmal hinterher sie wieder an mich zu nehmen oder es tritt jemand auf sie. Angenommen ich sage: „Das ist meine Uhr“ und es tritt jemand auf sie, dann bin ich sehr ärgerlich. Wenn ich aber nicht denke, dass das meine Uhr ist, und jemand tritt auf sie, dann ist es zwar immer noch ein finanzieller Verlust und ich muss mir eine andere Uhr anschaffen, aber ich bin nicht so ärgerlich. Bei manchen ist es aber mehr als nur ein finanzieller Verlust. Sie sagen: „Das ist meine Uhr. So eine Uhr finde ich nie wieder. Sie ist ein Erbstück. Was wird der Schenker von mir denken.“

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02-72 Wort-für-Wort Übersetzung

eṣā – dies (ist)
brāhmī – des Brahman
sthitiḥ – der Zustand
pārtha – oh Sohn Pṛthās (Arjuna)
na – nicht
enām – diesen
prāpya – (wer) erlangt hat
vimuhyati – ist verwirrt
sthitvā – wenn (er) sich befindet
asyām – in diesem (Zustand)
anta-kāle – in der Todesstunde
api – sogar
brahma-nirvāṇam – das Verlöschen (nirvāṇa) im Brahman
ṛcchati – erreicht

02-72 Kommentar Swami Sivananda

Der Zustand, der im vorangegangenen Vers beschrieben wurde – allem zu entsagen und in Brahman zu leben – ist der Absolute Zustand, der Zustand in Brahman. Wenn man dorthin gelangt ist, unterliegt man niemals der Täuschung. Wer sich auch zur Stunde des Todes in diesem Zustand befindet, erreicht Moksha. Unnötig zu sagen, daß derjenige, der sein ganzes Leben lang fest in Brahman ruht, den Zustand von Brahman, BrahmaNirvana, erlangt. (Vgl.VIII.5,6)

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