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1. Kapitel: Der Yoga der Mutlosigkeit

Die Bhagavad Gita beginnt mit dem ethischen Dilemma von Arjuna. Er weiß nicht, was seine Aufgabe ist. Auf der einen Seite will er sich dafür einsetzen, ein tyrannisches Regime zu überwinden, welches das ganze Land in Elend gestürzt hat. Er will helfen wieder eine gerechte Ordnung zu schaffen, wo die Menschen ohne Angst und Sorge leben können. Darauf hat er sich vorbereitet. Nun geht es los und er soll auf dem Schlachtfeld für diese Ideale kämpfen. In diesem Moment wird er sich bewusst, auch auf der Gegenseite sind nicht nur Bösewichte; im Gegenteil, es sind alles Menschen wie er, teilweise sogar seine eigenen Verwandten und Lehrer.

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01-01 Wort-für-Wort Übersetzung

dhṛtarāṣṭraḥ – (König) Dhṛtarāṣṭra
uvāca – sprach
dharma-kṣetre – auf der heiligen Ebene, auf dem „Dharma-Feld“
kuru-kṣetre – im Gebiet von Kurukṣetra,  im „Feld der Kurus“
samavetāḥ – versammelt
yuyutsavaḥ – kampfbegierig
māmakāḥ – die Meinigen, mein Volk
pāṇḍavāḥ – die Söhne Pāṇḍus
ca eva – und
kim – was
akurvata – taten sie 
saṃjaya – oh Saṃjaya

01-02 Wort-für-Wort Übersetzung

saṃjayaḥ – Saṃjaya
uvāca – sprach
dṛṣṭvā – nachdem er gesehen hatte
tu – aber
pāṇḍava-anīkam – das Heer der Pāṇḍavas
vyūḍham – (in Schlachtenreihe) aufgestellt
duryodhanaḥ – Duryodhana
tadā – da
ācāryam – zu (seinem) Lehrer (Droṇa)
upasaṃgamya – nachdem er gegangen war
rājā – der König
vacanam – Wort, Rede
abravīt – sprach

01-03 Wort-für-Wort Übersetzung

paśya – sieh
etām – diese
pāṇḍu-putrāṇām – der Söhne Pāṇḍus
ācārya – oh Lehrer
mahatīm – gewaltige
camūm – Armee
vyūḍhām – (in Schlachtenordnung) aufgestellt
drupada-putreṇa – durch den Sohn Drupadas (Dṛṣṭadyumna)
tava – deinen
śiṣyeṇa – Schüler
dhīmatā  – weisen

01-04 Wort-für-Wort Übersetzung

atra – hier (gibt es)
śūrāḥ – Helden
mahā-iṣu-āsāḥ – große Bogenschützen
bhīma-arjuna-samāḥ – Bhīma und Arjuna ebenbürtig
yudhi – im Kampfe
yuyudhānaḥ – Yuyudhāna (Sātyaki)
virāṭaḥ – Virāṭa
ca – und
drupadaḥ – Drupada
ca – und
mahā-rathaḥ – der große Wagenkämpfer

01-07 Wort-für-Wort Übersetzung

asmākaṃ – unsere
tu – aber, nun
viśiṣṭāḥ – die Hervorragenden 
ye – welche (sind)
tān – diese
nibodha – erfahre
dvija-uttama – oh Bester unter den Zweimalgeborenen (dvija)
nāyakāḥ – die Führer 
mama – meines
sainyasya – Heeres
saṃjñā-artham – zum Zwecke der Kenntnis (saṃjñā)
tān – diese
bravīmi – nenne ich
te – dir

01-07 Kommentar Sukadev

Als Zweimalgeborene werden in Indien die höheren Kasten, also die Brahmanen, die Kshatriyas und die Vaishyas bezeichnet. Es wird mit ihnen ein bestimmtes Einweihungsritual durchgeführt, was so eine Art spirituelle Neugeburt (also Zweitgeburt) darstellt. Jeder, der an diesem Ritual teilnimmt, wird als Zweimalgeborener bezeichnet. In den letzten Jahren gab es in Indien viele Bestrebungen, das Kastenwesen aufzulösen. Dies ist inzwischen in den meisten Teilen Indiens auch geglückt. Die Aufhebung des Kastenwesens ermöglicht es dann nämlich auch den „Kastenlosen“ eine Einweihung zu bekommen.

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01-08 Wort-für-Wort Übersetzung

bhavān – du selbst
bhīṣmaḥ – Bhīṣma
ca – und
karṇaḥ – Karṇa
ca – und
kṛpaḥ – Kṛpa
ca – und
samitiṃ-jayaḥ – der im Krieg (samiti) Siegreiche
aśvatthāmā – Aśvatthāman
vikarṇaḥ – Vikarṇa
ca – und
saumadattiḥ – Somadattas Sohn (Jayadratha)
tathā eva – ebenso
ca – und

01-08 Kommentar Sukadev

In diesem Vers wird ein großes Paradox beschrieben, nämlich Tyrannen, die Furcht haben. Die Armee der Kauravas war doppelt so groß wie die Armee der Pandavas. Aber die Pandavas hatten das Recht auf ihrer Seite stehen. Ferner stand Krishna auf ihrer Seite. Duryodhana wusste, dass Krishna nicht nur irgendjemand war, und so bekam er Angst. Das ist sehr charakteristisch. Es gibt keinen Tyrannen, der nicht paranoid war und letztlich auch Gründe dafür gehabt hat, paranoid zu sein. Alexander der Große z.B. hat alles Mögliche unternommen, um zu verhindern, dass er vergiftet werden würde. Er zählte zu den ganz großen Menschenschlächtern. Die Schlachten, die er angeführt hatte, waren die größten Schlachten, die es bis zu dieser Zeit gegeben hat. Hunderttausende von Menschen sind gestorben. Wenn irgendjemand ihm was Böses gesagt hat, dann ließ er diesem Menschen mit dem Schwert den Kopf abschlagen. Es konnte sowohl seinen besten Freund als auch seinen Geliebten treffen. Dieser hatte ihn irgendwann mal beleidigt, worauf hin Alexander der Große ihn umbringen ließ. Im Nachhinein hat er sich dafür Vorwürfe gemacht. Des Weiteren arbeiteten viele Vorkoster für ihn und er unterhielt eine riesige Leibwache. Man weiß nicht, wie oder woran er letztlich gestorben ist. Ob er doch irgendwie vergiftet worden ist ­- es gibt ja einen Roman darüber, wo das so beschrieben wurde – oder ob er vielleicht an Malaria gestorben ist oder sich zu Tode getrunken hat. Auf jeden Fall ging er als Begründer eines riesigen Reichs in die Geschichte ein. Er war zu keinem Zeitpunkt zufrieden und hatte immer Angst vor irgendwas gehabt.

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