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Krishna meditiert

Die Bhagavad Gita

Die Bhagavad Gita ist eins der meist gelesenen Bücher in Indien. Viele Inder tragen sie immer bei sich, um darin zu lesen und die Wahrheit zu verinnerlichen. Es ist die Bibel der Hindus. Die Bhagavad Gita gilt als eine der wichtigsten Schriften im Yoga und hilft uns besonders, den Alltag bewusst zu leben und zu spiritualisieren.

In diesem Bhagavad-Gita Portal findest du:

Was ist die Bhagavad Gita?

Das Wort „Bhagavad Gita“ heißt „Göttlicher Gesang.“ Es ist das Zwiegespräch eines Lehrers, der Gottinkarnation Krishna, mit seinem Schüler Arjuna.

Arjuna stellt in der Bhagavad Gita seinem Lehrer immer wieder praktische und philosophische Fragen zum Yoga und zum Leben. Das Wort „Yoga“ heißt „Einheit, Vereinigung.“ Yoga ist ein systematisches Übungssystem, welches alle Aspekte der Persönlichkeit entfaltet.

Yoga gibt Übungen, die auf drei Ebenen wirken:

  • Leben in Harmonie mit sich und der Umwelt
  • Entdeckung schlafender Fähigkeiten in sich
  • Verwirklichung des wahren Selbst, der spirituellen Wesensnatur

Es gibt verschiedene Weisen, das Yogasystem zu unterteilen. Ich unterscheide gerne sechs Aspekte des Yoga, die sich gegenseitig ergänzen und zusammen ein großartiges Ganzes bilden – und alle in der Bhagavad Gita mehr oder weniger intensiv beschrieben werden:

  • Jnana Yoga, der Yoga des Wissens. Er beruht auf der Selbstbefragung: Wer bin ich? Er hat als Mittel die philosophische Analyse, die tiefe Reflexion und die Meditation
  • Raja Yoga, der Yoga der Geistesbeherrschung
  • Bhakti Yoga, der Weg der Hingabe zu Gott
  • Karma Yoga, der Yoga der Tat (Karma), bestehend aus selbstlosem Dienst und Spiritualisierung des ganzen Lebens
  • Hatha Yoga, der Yoga der Körperschulung. Dies ist der im Westen bekannteste Yoga und besteht vor allem aus Körperübungen (asanas), Atemübungen (pranayama), Tiefenentspannung (shavasana) und Ratschlägen zur richtigen Ernährung
  • Kundalini Yoga, der Yoga der Energie

Die Bhagavad Gita ist der Yogatext zu Karma und Bhakti Yoga schlechthin. Es geht darum, alle Handlungen im Alltag zu spiritualisieren, um so Gotterkenntnis zu erreichen und selbstverwirklicht zu werden. Und obgleich die Bhagavad Gita hauptsächlich Karma und Bhakti Yoga behandelt, findet man an vielen Stellen auch ausgezeichnete Hinweise für die anderen Aspekte des Yoga.

Die Bhagavad Gita als Schrift verspricht uns nicht, wie das Yoga Sutra, übernatürliche Kräfte oder besondere Fähigkeiten. Die Bhagavad Gita verspricht uns auch nicht wie die Hatha Yoga Pradipika, unendliche Energie oder die Fähigkeit alles verändern zu können. Die Bhagavad Gita will uns schlicht und einfach lehren, wie wir die Selbstverwirklichung erreichen können. Trotz dieser hohen Zielsetzung funktioniert das sehr einfach im Alltag, denn die Bhagavad Gita hat einen Vorteil gegenüber anderen Schriften: Die Bhagavad Gita lehrt uns wie wir so handeln können, dass wir das tägliche Leben, Beruf, Alltag, Familie und was auch immer wir tun, spiritualisieren und auf das Göttliche ausrichten, ohne dafür mehr Zeit im Alltag aufbringen zu müssen. Wir brauchen nicht etwas Anderes zu tun, als wir normalerweise tun. Wir sollten was wir tun nur mit einer anderen Einstellung tun. Dann transformiert sich unser Leben. Es wird erfüllt und glücklich. Um das zu tun, was die Hatha Yoga Pradipika empfiehlt, brauchen wir viel Zeit. Da muss man viele Stunden am Tag Asanas, Pranayama und Meditation üben. In den Yoga Sutras gibt uns Patanjali eine Meditationstechnik nach der anderen. Damit die Techniken richtig wirken, müssen wir meditieren. In der Bhagavad Gita gibt es zwar auch ein Kapitel, das sechste, in dem Krishna uns dazu rät zu meditieren und dann auch noch Kurzanleitungen zur Meditation gibt. Aber hauptsächlich ist die Bhagavad Gita Anleitung für Spiritualisierung und Transformierung unseres Alltags in spirituelle Handlungen.

Die drei Teile der Bhagavad Gita

Die Bhagavad Gita selbst besteht aus 701 Sanskritversen, die in 18 Kapitel aufgeteilt sind.

Klassischerweise lässt sich die Bhagavad Gita in drei größere Teile einteilen:

  • Teil 1 umfasst die Kapitel eins bis sechs und behandelt überwiegend den Weg des Karma Yogas
  • Teil 2 umfasst die Kapitel sieben bis zwölf und behandelt überwiegend den Weg des Bhakti Yogas
  • Teil 3 umfasst die Kapitel 13-18 und behandelt überwiegend den Weg des Jnana Yogas.

(Anmerkung des Yoga Vidya Internet Teams: Dieser Artikel ist ein Auszug aus Sukadevs Buch „Die Yoga-Weisheit der Bhagavad Gita für Menschen von heute, Band 1„)

Zusammenfassung der Bhagavad Gita

Zu Beginn möchte ich einen Kurzüberblick über einige übergeordnete Aspekte der Bhagavad Gita geben. Die Bhagavad Gita erschließt sich, wie viele klassische spirituelle Schriften, mit jedem Lesen mehr und mehr. Ich empfehle, jeden Tag einen oder mehrere Verse aus der Bhagavad Gita zu lesen. Wenn man sie auf diese Weise mehrmals gelesen hat, erschließen sich immer mehr und immer tiefere Bedeutungen. Mich hat die Bhagavad Gita von Anfang an fasziniert, jedoch weniger als andere Schriften wie etwas das Yoga Sutra, die Hatha Yoga Pradipika oder die Upanishaden. Je häufiger ich mich jedoch mit der Bhagavad Gita beschäftige, deso lieber studiere ich sie und deso mehr gewinne ich daraus.

Arjunas Konflikt

Die Bhagavad Gita beginnt mit dem ethischen Dilemma von Arjuna. Er weiß nicht, was seine Aufgabe ist. Auf der einen Seite will er sich dafür einsetzen, ein tyrannisches Regime zu überwinden, welches das ganze Land in Elend gestürzt hat. Er will helfen wieder eine gerechte Ordnung zu schaffen, wo die Menschen ohne Angst und Sorge leben können. Darauf hat er sich vorbereitet. Nun geht es los und er soll auf dem Schlachtfeld für diese Ideale kämpfen. In diesem Moment wird er sich bewusst, auch auf der Gegenseite sind nicht nur Bösewichte; im Gegenteil, es sind alles Menschen wie er, teilweise sogar seine eigenen Verwandten und Lehrer. Eine der ersten Erkenntnisse aus der Bhagavad Gita ist hier, dass im weiteren Sinne alle Menschen unsere Verwandten sind. Wir sind alle eine Familie, und nicht nur unter den Menschen, sondern auch mit unseren Mitgeschöpfen – selbst mit Schimpansen haben wir 98% der Erbguts gemeinsam, mit dem Schmetterling 76% und mit Pilzen immer noch über die Hälfte. Aus der Frage von Arjuna, wie er sich verhalten soll, entwickelt sich das Lehrgespräch der Bhagavad Gita. Die Bhagavad Gita ist zeitlos, weil es sich nicht wirklich um den realen Kampf zwischen den Kauravas und den Pandavas handelt, sondern unter anderem um unser inneres Schlachtfeld.

Das innere Schlachtfeld

Wir haben Seiten in uns, die man als positiver bezeichnen würde und andere, die man als negativer bezeichnen kann. Am Anfang des spirituellen Weges fängt man an, an sich zu arbeiten, das „Schlechte“ soll überwunden werden, das „Gute“ muss siegen. Wenn man dann genauer hinschaut, sieht man, dass das „Schlechte“ eigentlich nicht nur schlecht war. Es war vielleicht ein langer Begleiter, ein Verwandter, eine lieb gewordene Gewohnheit, die mir lange am Herzen lag und mir vielleicht auch auf einer Strecke des Wegs gut gedient hat. Warum sollte ich nun dagegen etwas tun? Das Leben selbst ist voller ethischer Konflikte. Jeden Tag stehen wir vor vielen kleineren und manchmal auch schwerwiegenderen Entscheidungen – glücklicherweise nicht um Leben und Tod, Krieg oder Frieden, aber wir treffen häufig Entscheidungen, und jede Entscheidung hat Auswirkungen. Die Weise, wie wir uns entscheiden, prägt unseren Tag, unseren Charakter, unser Leben.

Kapitel 2 – 5: Jnana und Karma Yoga

Krishna macht es Arjuna zu Anfang der Bhagavad Gita nicht einfach. Er hebt zunächst alles auf eine höhere spirituelle Ebene. In den Kapiteln 2 – 13 der Bhagavad Gita sagt Krishna weniger über konkrete Entscheidungen, sondern gibt Arjuna vielmehr kosmische Zusammenhänge im Sinne einer übergeordneten Perspektive: Was auch immer geschieht, die Seele ist unsterblich. Diese hintergründige Weisheit kann uns immer trösten. Deshalb spielt es aus einer höheren Perspektive nicht die ganz große Rolle, ob wir uns richtig oder falsch entscheiden. Vom Höchsten her passiert nichts. Das Sein hat kein Nichtsein, das Nichtsein hat kein Sein und wer die Wahrheit von Beidem erfahren hat, ist ein Weiser unter den Menschen. Das ist „Gita Samkhya“, die höchste philosophische Weisheit der Bhagavad Gita. Da fragt man sich natürlich sofort: Wozu überhaupt etwas tun? – Das beantwortet Krishna mit seinen Ausführungen zum Karma Yoga, dem „Gita Yoga“: „Deine Aufgabe ist zu handeln.“ Wenn auch aus höchster Sicht alles eins ist, gehört dennoch auf der relativen Ebene das Handeln dazu.

Damit das Handeln uns nicht bindet oder zu viele Sorgen macht, gibt uns die Bhagavad Gita Grundsätze richtigen Handelns:

  1. ohne Anhaftung,
  2. ohne an den Früchten zu hängen,
  3. ohne etwas dafür haben zu wollen,
  4. ohne zu denken, ich bin der Handelnde.

Die beiden Prinzipien – Erkenntnis, der Handlung zu entsagen, auf der einen und zu handeln auf der anderen Seite – werden in der Bhagavad Gita immer wieder gegenüber gestellt bzw. miteinander verbunden, um den scheinbaren Gegensatz zur Synthese zu führen.

Die Bhagavad Gita sagt: Es gilt, sich immer wieder bewusst zu machen, auch im Alltag seine Bewusstheit auszudehnen, wirklich zu spüren: „Das Selbst ist unsterblich, alles ist eine Manifestation von Bewusstsein.“ Und gleichzeitig gilt es, auf der relativen Ebene ohne Anhaftung und ohne Identifikation zu handeln, denn kein Mensch kann auch nur einen Augenblick ohne Handlung sein. Selbst Essen und Trinken, Ausscheidung, Atmung sind Handlung. Die Frage ist also nicht, Handeln oder Nichthandeln, denn Nichthandeln ist auf der physischen Ebene gar nicht möglich. Es geht mehr darum, das zu tun, was unsere Aufgabe, unser Dharma in der kosmischen Ordnung ist und weniger darum, durch Nichtstun Handlung vermeiden zu wollen.

Die beiden ersten Teile, Karma Yoga und Jnana Yoga, werden ausführlich in den Kapiteln 2 – 5 der Bhagavad Gita behandelt.

Kapitel 6: Die Rolle der Meditation

Im sechsten Kapitel der Bhagavad Gita geht es um Meditation. Da stellt sich die Frage: Wenn alles Brahman (das Absolute) ist, wozu braucht es dann Meditation? Was hat Brahman davon, wenn ich meditiere? Wird Es glücklicher dadurch? – Brahman hat nichts davon. Unser Selbst hat etwas davon. Meditation hilft, dieses Brahman, dieses Ewige, Unendliche, Unsterbliche, irgendwie zu erahnen, zu erspüren und letztlich zu erfahren. Die Intuition kann erwachen, indem wir unseren Geist regelmäßig zur Ruhe bringen. Die meisten Menschen werden merken, dass die innere Führung stärker zu spüren ist, seitdem sie meditieren.

Stell dir die Situation vor: Die Waffen sind entsichert, die beiden Armeen wollen anfangen, sich die Köpfe einzuschlagen, und was macht Krishna? Er lehrt Arjuna zu meditieren: „Setze dich mit geradem Rücken hin und schaue in eine bestimmte Richtung, richte dir einen Sitz, weder zu hoch noch zu niedrig, usw….“ Das will uns zeigen, wie wichtig Meditation und Konzentration sind. Daran kannst du dich erinnern, wenn dein Geist Ausreden sucht und dir erzählen will, er sei zu beschäftigt um zu meditieren. Wenn es mitten auf dem Schlachtfeld geht, dann geht es auch in deinem Alltag, und wenn es nur ein paar Minuten täglich sind!

Kapitel 7-12: Bhakti Yoga

Zwar geht es in diesen Kapiteln der Bhagavad Gita nicht ausschließlich um Bhakti Yoga, aber es ist doch das Hauptthema. Das kann uns beispielsweise lehren, dass wir auch und besonders in Krisensituationen über Hingabe Hilfe und Rat erfahren können.

In der ganzen Bhagavad Gita argumentiert Krishna abwechselnd vom Jnana Yoga und Karma Yoga Standpunkt aus. Wahrscheinlich hat er dann dazwischen von Arjunas Gesicht die Hoffnungslosigkeit abgelesen: „Diese hehren Ideale, das packe ich nie…“ oder gesehen, dass er ihm nicht mehr folgen konnte und sein Geist abdriftet. Wahrscheinlich geht es den meisten Lesern so wie Arjuna und man stellt sich die Frage: „Wie soll ich das hinbekommen?“ – Immer wenn Krishna zu abstrakt wird für Arjuna, der ein Mensch der Tat und kein Philosoph ist, geht Krishna in der Bhagavad Gita wieder ins Bhakti Yoga und tröstet: „Wem das schwer fällt, der soll Hingabe an Gott üben.“, oder: „Bringe mit edler Motivation nach bestem Wissen und Gewissen alles Gott dar, dann kannst du keine Fehler begehen“, also – durch Hingabe und Gnade kommst du auch zum Ziel. Bhakti gilt als der einfachste aller Yoga Wege. Wir brauchen nicht alle Arbeit selbst zu machen. Gott macht sie für uns. Wir müssen ihn nur darum bitten und uns ihm ganz hingeben. Der spirituelle Weg ist nicht nur die eigene Anstrengung, sondern ein großer Teil ist Gnade. Bhakti spricht die Emotionen an, und von Emotionen wird man schnell wieder wach, wenn man droht, wegen der abstrakten Philosophie abzuschalten. In Emotionen steckt Prana, Energie, Kraft. Liebe, auch Liebe zu Gott, Hingabe, das Spüren von Gottes Gegenwart sind starke Emotionen. Wenn man die Liebe Gottes spürt, bekommt man daraus viel Power, viel Kraft.

Auch Karma Yoga ist am einfachsten in Verbindung mit Bhakti Yoga. Vom Jnana Yoga Standpunkt her würde man argumentieren, ich tue was nötig ist, im Bewusstsein, die Gunas handeln. Das Karma läuft ab und ich bin nur ein Instrument. Das ist zwar logisch einsichtig, aber nicht besonders ergreifend. Wenn ich hingegen sage: „Ich bin ein Instrument in den Händen Gottes, in den Händen Swami Sivanandas oder anderer Meister; Swami Sivananda will Yoga weitergeben, ich bin ein kleines Instrument in seinen Händen und Swami Sivananda ist wiederum ein Instrument in den Händen Gottes“, dann fällt das Karma Yoga viel leichter. Es geht nicht darum, die Aufgabe an sich zu machen, sondern über das Ausführen der Aufgabe selbst zu lernen, zu wachsen, ebenso wie alle, die daran beteiligt sind, auch daraus lernen sollen und können. Letztlich zu handeln aus einem Gefühl der Liebe, der Dankbarkeit und der Verbundenheit heraus. Aus dieser Liebe und Verbundenheit resultiert dann auch Vertrauen. Wenn man spürt, da ist eine höhere Kraft, die durch mich wirken will, kann man dabei auch entspannen. Man weiß, dass es letztlich die Aufgabe einer höheren Kraft ist. Gott weiß schon was er macht. Ich will nur versuchen, mich als Instrument zur Verfügung zu stellen, damit geschehen kann, was geschehen soll. Dafür spiele ich meinen Part so gut ich kann. Diese Lehren der Bhagavad Gita sind einfach umzusetzen – und spiritualisieren den Alltag auf wunderbare Weise.

Kapitel 10: Patram Pushpam

Im 10. Kapitel der Bhagavad Gita zeigt Krishna Arjuna eine Reihe von Möglichkeiten auf, Gott zu sehen und gibt ihm ein paar Tipps zur Verehrung Gottes, zur Annäherung an Gott. „Bringe mir Blumen und Blätter dar – Patram Pushpam.“ Patra heißt Blatt, Pushpam Blüte.

Swami Vishnu-devananda, mein Lehrer, hat diesen Ausdruck manchmal gebraucht, wenn es darum ging etwas zu tun: Bringe es Gott dar als Blume oder als Blüte. Oder selbst wenn etwas schief gegangen war, was man gemacht hatte, hat er nur gesagt: „Patram Pushpam.“ Du hast es Gott dargebracht und er hat es angenommen.

Manchmal bekommen wir etwas von Gott zurück – zum Beispiel das Prasad, die Opfergabe, die wir im Satsang (Zusammensein mit anderen Aspiranten, gemeinsame Meditation, Mantrasingen, Lesung) darbringen. Oder wenn wir uns sehr für etwas eingesetzt haben, kommt oft eine große Freude und Verbundenheit. Aber manchmal nimmt Gott ein Opfer auch vollständig an und gibt uns nichts zurück.

Auf einer Ebene bringen wir Gott ständig etwas dar, und er nimmt es an. Wenn also einmal alles schief gegangen ist, kannst du dir vorstellen, Gott hat es vollständig angenommen – Patram Pushpam.

In Indien ist es auch üblich, Geschenke weiter zu geben. Der Beschenkte freut sich und gibt es dann weiter. So haben an der gleichen Sache viele Leute Freude. Letztlich ist das im Einklang mit dem Kosmos. Angenommen, jemand würde nur Geschenke annehmen und sie nie weitergeben – viele Menschen haben deshalb ihren ganzen Speicher voll – dann müssen irgendwann die Erben ausräumen. Gott nimmt unsere Sachen an, manchmal gibt er sie an andere weiter, manchmal gibt er uns ein Geschenk zurück und manchmal nicht, mindestens kein sofort Erkennbares.

Kapitel 10: Vibhuti Yoga

Krishna lehrt Arjuna im 10. Kapitel der Bhagavad Gita den Vibhuti Yoga, Gott in allem Schönen und Großartigen zu sehen. Wenn es dir schwer fällt Gott in allem zu sehen, sieh Gott zunächst im Großartigen. Zwar ist Gott alles, aber wenn es uns nicht gelingt, ihn überall zu sehen, können wir ihn zum Beispiel in Orchideen sehen. Orchideen sind faszinierende Pflanzen, die wunderschön und oft sehr lange blühen. Oder wenn du durch die Natur gehst, wenn du ein Baby siehst, kannst du Gott sehen. Krishna gibt Anregungen: „Ich bin der Himalaya unter den Bergen, ich bin Arjuna unter den Pandavas, ich bin Airavatam unter den Elefanten, ich bin Indra unter den Engelswesen usw.“ So kannst du auch selbst überlegen, worin siehst du besonders Gott, was öffnet dir das Herz.

Kapitel 11: Die Vision der kosmischen Gestalt

Das 11. Kapitel der Bhagavad Gita, „Die Vision der kosmischen Gestalt“, markiert einen gewissen Wendepunkt. Arjuna möchte jetzt Gott wahrnehmen als kosmische Gestalt, und Krishna gewährt ihm die Vision. Bis dahin ist Arjuna ein relativ „outspoken disciple“, einer der kein Blatt vor den Mund nimmt. Er ist kein demütiger Schüler, sondern er fordert Krishna heraus.

Es fängt schon damit an, dass Arjuna Krishna zu Beginn der Bhagavad Gita darum bittet, ihn als Schüler anzunehmen und ihn zu lehren. Kurz danach sagt er: „Ich werde nicht kämpfen.“ Erst will er einen Rat, aber gleichzeitig nimmt er vorweg, egal was du mir rätst, das eine mache ich ganz sicher nicht. Was ist das für eine Einstellung eines Schülers? – Später in der Bhagavad Gita sagt Arjuna öfter zu Krishna: „Einmal rätst du mir das, ein anderes Mal das, sage mir doch einmal genau was du meinst. Du erzählst mir einmal so und dann wieder so, mir ist nichts klar.“  „Was du erzählst, ist unmöglich, ein Mensch schafft das doch nie, all diese Eigenschaften eines Vollkommenen zu verwirklichen. Es ist einfacher, den Wind mit bloßen Händen zu stoppen, als den Geist zur Ruhe zu bringen.“ Krishna rät ihm wieder zu ständiger Übung und Entsagung.

Später in der Bhagavad Gita fragt Arjuna: „Wenn ich es in diesem Leben nicht schaffe, ist dann mein ganzes Leben verloren?“ Darauf erwidert Krishna: „Wenn du es in diesem Leben nicht schaffst, kommt das nächste Leben. Dadurch, dass du Yoga machst, ist nichts verloren. Selbst in dieser Welt geht es dir besser, wenn du nach Höherem strebst, auch wenn du nicht die Vollkommenheit erreichst. Im nächsten Leben kommst du dann weiter.“ Wer schon länger auf dem spirituellen Weg ist weiß, unabhängig von der Vollkommenheit wird das Leben in vielerlei Hinsicht bereichert.

Im 11. Kapitel der Bhagavad Gita schenkt Krishna Arjuna die Vision der kosmischen Gestalt. Arjuna sieht tatsächlich, nimmt wahr, spürt, erfährt, dass die ganze Welt ein einziger kosmischer Körper ist. Alles ist letztlich Gott. Er sieht es nicht nur abstrakt, sondern multidimensional. Er sieht Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, er sieht sich selbst und alle anderen auch. Er sieht ein mehrdimensionales Universum und realisiert, das gesamte Universum ist tatsächlich „Viratswarupa“, ein kosmischer Körper, in dem sogar die Zukunft schon vorhanden ist.

Von da an ändert sich Arjunas Einstellung gegenüber Krishna. Er wird demütiger; er hat „Es“ erfahren. Wenn wir zu dieser Form von Samadhi (Savikalpa Samadhi, Samadhi mit Bewusstsein, d.h., es gibt noch eine Vorstellung von Dualität, von jemandem, der etwas erkennt) gekommen sind, ändert sich dauerhaft etwas. Tief im Hintergrund ist es eine bleibende Erinnerung. Danach kann Krishna anders mit Arjuna sprechen, ihn auf andere Weise erreichen und lehren, und Arjuna kann es jetzt auch auf einer anderen Ebene verstehen. Unter anderem, dass letztlich die höchste Erfahrung durch Gnade kommt.

Der Aspekt der Gnade in der Bhagavad Gita

Manchmal wird auch von christlicher Seite den fernöstlich Praktizierenden vorgeworfen, man wolle sich die Erlösung erarbeiten. Dabei sei Erlösung nur ein Gnadenakt. Ein Zen Buddhist hat darauf mal geantwortet: „Wir nehmen an, dass Gott seine Arbeit schon tut. Er wird Gnade geben. Es liegt an uns, unsere Aufgaben wahrzunehmen, unsere Praktiken zu machen.“ Genauso ist es auch im ganzheitlichen Yoga. Wer jemals eine bewusstseinserweiternde Erfahrung erlebt hat, weiß, wenn es kommt, erfährt man es als Gnade, nicht als etwas, was man sich erarbeitet hat. Das ist auch gut so, sonst kommt sofort wieder das Ego hinein und man fällt heraus.

Der Aspekt der Gnade wird schön illustriert in einer Geschichte von einem alten Sadhu (Mönch), der am Dorfrand lebte und Narada, den himmlischen Seher, gefragt hat: „Ich habe jetzt 40 Jahre lang praktiziert, wann werde ich endlich die Gottverwirklichung erreichen?“ Daneben war  ein junger Aspirant, der nicht allzu viel praktiziert hat, jedoch mit viel Enthusiasmus. Dieser fragte ebenfalls Narada: „Wann werde ich denn die Selbstverwirklichung erreichen?“ Narada antwortete dem alten Sadhu: „Ich habe eine gute Nachricht für dich. Noch zwei Leben.“ Der alte Sadhu ist darauf total deprimiert. Noch zwei Mal die ganze Geschichte wieder von vorne… Dem  jungen, enthusiastischen Aspirant antwortete er: „Schau dir die Blätter dieses Baumes an. So viele Blätter, wie dieser Baum trägt, so oft musst du dich noch reinkarnieren, bis du zur höchsten Verwirklichung kommst.“ Daraufhin freute sich der junge Aspirant: Wie wunderbar,  auch ich werde es erreichen, obwohl ich bisher nur halbherzig und wenig praktiziert habe. Gott wird mir die Verwirklichung geben… Er fing an um den Baum herum zu tanzen und dachte daran, wie herrlich es sein wird, wenn er die Verwirklichung erreicht hat, wie großartig Gott ist, der selbst ihm die Verwirklichung schenkt. Schließlich setzte er sich hin und erreichte Samadhi.

Kapitel 12: Konkrete oder abstrakte Gottesverehrung

Im 12. Kapitel der Bhagavad Gita geht es um ein sehr modernes Thema: „Sollen wir Gott konkret verehren oder abstrakt?“ Sollen wir Gott  als allumfassendes, kosmisches Prinzip sehen, als reines Bewusstsein, allgegenwärtig, allmächtig, allwissend oder eher konkret, zum Beispiel als Licht, als Krishna, als Jesus, als Vater im Himmel, als jemanden, mit dem wir sprechen können? Wir können eine persönliche Beziehung zu Gott aufbauen, indem wir zu ihm sprechen, ihm zuhören, ihn rufen. Da ist natürlich eine naive Vermenschlichung dabei – hat Gott nichts anderes zu tun in diesem unendlichen Universum als mir zuzuhören, wenn ich ihn etwas frage? Und wie ist es mit den Millionen Menschen weltweit, die ihn gleichzeitig um etwas bitten? Kann er allen gleichzeitig zuhören….? – Trotzdem, wir können uns vorstellen, Gott hört mir zu, ich kann zu Gott eine Beziehung aufbauen, ich kann Gott fragen. Wer das tut, wird spüren, Gott antwortet. Trotz aller hohen Philosophie ist es für mich immer wieder ein Wunder. Man stellt Gott eine Frage, man bittet ihn um Hilfe, er lässt einen etwas zappeln und plötzlich kommt eine Antwort, eine Klarheit, ein bestimmtes Gefühl, und man spürt, das, worum man gebeten hat, ist plötzlich auf die eine oder andere Weise da. Das passiert immer wieder. So wie Krishna auch sagt: „Manche sehen Ihn als ein Wunder, manche verehren Ihn als ein Wunder.“ So ist es letztlich.

Krishna rät Arjuna in der Bhagavad Gita: „Baue eine persönliche Gottesbeziehung auf. Das fällt leichter.“ Modern ausgedrückt, Emotionen sind stärker als der Intellekt und konkrete Sachen faszinieren die meisten Menschen mehr als abstrakte. Krishna sagt aber in der Bhagavad Gita auch: „Du kommst auch mit abstrakter Gottesbewusstheit zum Ziel. Leichter fällt es jedoch über einen persönlichen Aspekt.“

Kapitel 13 – 18: Jnana Yoga

Die Kapitel 13-18 er Bhagavad Gita werden oft als Jnana Yoga Teile bezeichnet. Dort ist Jnana Yoga zwar ein Schwerpunkt, aber auch hier beobachten wir häufig den Wechsel zwischen den drei Gesichtspunkten Karma, Jnana und Bhakti. Und gerade ab dem  14. Kapitel wird es viel praktischer und konkreter als vorher.

Kapitel 14: Der Yoga der 3 Gunas

In diesem Kapitel beschreibt Krishna die 3 Gunas, Sattwa (Reinheit), Rajas (Unruhe), Tamas (Trägheit). er empfiehlt Arjuna, sein Leben nach Sattwa auszurichten, aber nicht am Sattwa zu hängen.

Kapitel 15: Der Yoga des Höchsten Geistes  

Hier steht „Geist“ nicht für „manas“, das Denkprinzip, sondern für „purusha“, den „höchsten Geist“. „Purusha“ ist die Seele oder das Bewusstsein, und „uttama“ heißt das Höchste. „Purushottama“ ist der höchste Geist, das höchste Bewusstsein.

Kapitel 16: Der Yoga der Unterscheidung zwischen dem Göttlichen und dem Dämonischen (dem Guten, Hilfreichen und dem weniger Hilfreichen)

Der Yoga der Unterscheidung, das 16. Kapitel der Bhagavad Gita,  zwischen Daiva, dem „Leuchtenden“ und Asura, dem „Dunklen“, „Unguten“. Daiva heißt wörtlich „strahlend“, erhebend, nach oben strebend. Im Wort Asura steckt „su“, „gut“, und durch das „a“ davor wird es zum Gegenteil, also das Ungute, das was uns nicht weiter bringt auf unserem spirituellen Weg. Es stellt keine allgemeingültige Einteilung in „gut“ und „schlecht“ dar, sondern ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Bhagavad Gita ein Werk ist, das uns zur höchsten Verwirklichung führen und uns zeigen will, was dafür zuträglich ist und was nicht. Mit „dämonisch“ ist nicht gemeint „abgrundtief schlecht“, sondern das, was einen in der Bindung hält (siehe Vers 5), und zum „Göttlichen“ gehört das, was einen „befreit“, zum Licht, zum Strahlenden führt.

Wenn Menschen im Westen das Wort Dämonen hören, denken sie oft an bestimmte Horrorfilme und andere Werke kreativer Fantasie. Auch in der indischen Mythologie finden wir Asuras, die recht eigenartig aussehen, wenn auch anders als die in westlichen Horrorfilmen. Aber Krishna bezieht in der Bhagavad Gita diesen Ausdruck hier weniger auf solche merkwürdigen Gestalten, als vielmehr auf gewisse Eigenschaften und Verhaltensweisen.

In der Bhagavad Gita handelt es sich also um eine praktische Einteilung des Lebens in Hilfreiches für die spirituelle Entwicklung, für das, was zur Selbstverwirklichung führt, und weniger Hilfreiches für die spirituelle Entwicklung. So zählt zum „Dämonischen“ zum Beispiel alles, was man als „unethisch“ oder „nicht korrekt“ bezeichnen würde, aber auch alles rein Materialistische, welches uns auf dem spirituellen Weg eher hinderlich ist bzw. nicht voranbringt.

In den vorigen Kapiteln der Bhagavad Gita hatten wir schon recht ausführlich über die Unterscheidung von Sattwa, Rajas und Tamas gesprochen, was in eine ähnliche Richtung geht. Daher stellt sich die Frage, wozu braucht es noch eine weitere Kategorisierung in „Daiva“ und „Asura“? – Nun, auch der fortgeschrittenste spirituelle Aspirant wird weiterhin etwas Rajas haben, sich mal ärgern, Instinkte werden sich in der einen oder anderen Form bemerkbar machen oder er wird mal träge und müde sein (tamas). Hier im 16. Kapitel geht es um eine klarere Richtung. Welche Eigenschaften führen zum Höheren, welche sind eher kontraproduktiv.

In den ersten Versen dieses Kapitels der Bhagavad Gita finden wir zunächst nochmals eine Auflistung aller guten Eigenschaften, die wir in uns stärken können, um zum Höchsten zu kommen.

In seinem Buch Sadhana sagt Swami Sivananda, jeder spirituelle Aspirant sollte immer an einer positiven Eigenschaft arbeiten, die er entwickeln und entfalten will. Welche Eigenschaften gilt es zu entwickeln? – Die „göttlichen“ Eigenschaften der folgenden Verse können uns als Richtschnur dienen.

Wir müssen uns bewusst sein, wenn wir spirituelle Praxis machen, dass wir diese Praxis sattvig, rajassig oder tamassig machen können.

Kapitel 17: Der Yoga der drei Gunas

Im 17. Kapitel der Bhagavad Gita spricht Krishna über die drei Gunas. Er beschreibt drei Arten von Askesen, drei Arten von Speisen, drei Arten von Opfer, drei Arten von spiritueller Praxis.

Tamassig ist, wenn wir es träge machen ohne Bewusstsein wofür wir es überhaupt machen oder wenn wir es rein mechanisch machen, ohne Glauben. Eine weitere Form von tamassiger Handlung ist, wenn sie selbstzerstörerisch gemacht wird, also wenn man z.B. weiß, dass bestimmte Asanas einem nicht gut tun und man sie trotzdem macht. Wenn man seinen Körper quält. Das kann entweder aus Tamas heraus geschehen oder auch aus Rajas, aus Ehrgeiz. Krishna sagt: „Wer diese Art von Übungen macht, der quält mich, der ich in dem Körper wohne.“

Daneben gibt es noch weitere tamassige Praktiken, nämlich um andere zu vernichten und zu zerstören. Wir können dämonische Praktiken machen. Es gibt tatsächlich in der Mahabharata, der Ramayanaya und vielen Puranas immer wieder Geschichten in denen immer viele Wesen viel Pranayama machen, viele Asanas, viel Fasten, ihre Ernährung einschränken und sogar Japa und Yajna, Feuerzeremonien, durchführen, mit dem Ziel, übernatürliche Fähigkeiten zu haben, um andere versklaven zu können. Das sind dann die so genannten Dämonen.

Krishna erweitert in der Bhagavad Gita die Interpretation, was ein Dämon ist. Seiner Meinung nach ist jeder Materialist ein Asura. In einigen Mythen wird auch beschrieben, die die Asuras die Engelswesen aus dem Himmel verbannen, die Herrschaft über die Erde übernehmen und verbieten, Gott zu verehren. Infolgedessen inkarniert sich Gott neu auf der Erde.

Rajassig handeln wir, wenn wir ein bestimmtes Ziel haben und an dieses Ziel verhaftet sind. Ein Beispiel wäre, wenn wir uns vornehmen in zwei Wochen den Skorpion zu können und wenn wir es dann doch nicht schaffen, traurig sind. Oder wenn wir Pranayama mit der Intention machen, uns hinterher glücklich zu fühlen, meditieren, um direkt Samadhi zu erreichen usw., dann ist das rajassig. Auch wenn wir üben, um zu zeigen wie großartig wir sind. Wenn wir unser Selbstwertgefühl steigern und unseren Minderwertigkeitskomplex überwinden wollen, indem wir täglich zwei Stunden meditieren, und das geschickt ab und zu mal in die Gespräche mit anderen einfließen lassen. Natürlich dazu parallel demütig sind und sagen: „Leider schaffe ich nur zwei Stunden Meditation. Ich bräuchte eigentlich drei oder vier Stunden.“ Da hat man Rajas geschickt verpackt. Ein bisschen Rajas schadet nicht, zuviel Rajas führt zu Leiden. Allerdings sollten wir unser Licht auch nicht immer unter den Scheffel stellen. Jesus sagt ja auch: „Ihr seid das Licht der Welt, ihr seid das Salz der Erde.“ (Matthäus 5,13-16).

Man kann anderen helfen, indem man sagt, man meditiere täglich eine Stunde, mache Asanas und Pranayama noch mal zwei Stunden, hätte zwar einen Beruf und eine Familie aber durch die Praktiken brauche man nur fünf bis sechs Stunden Schlaf und würde alles gut arrangiert bekommen. Diese Aussage kann sattvig, rajassig oder auch tamassig sein.

Es kann sattvig sein, wenn man es sagt, um andere zu inspirieren, ihnen Mut oder Kraft zu geben und zu zeigen: „Bei mir klappt es, warum soll es bei dir nicht klappen?“

Es kann rajassig sein, wenn man zeigen will, dass man jemand Besonderes ist.

Es kann tamassig sein, wenn alles nur gelogen ist und man eigentlich seine acht bis neun Stunden am Tag schläft und sich nur einmal die Woche aufrafft, um zu praktizieren. Man äußert diese Worte dann, um anderen ein schlechtes Gewissen zu geben. Wenn man z.B. jemanden nicht mag, oder ihn für zu stolz hält, will man ihn mit einer solchen Aussage zerstören.

Sattvig machen wir unsere Praktiken dann, wenn wir machen, was zu machen ist. Wenn wir es so gut machen, wie wir können, alles Gott darbringen und uns sogar vorstellen, dass wir es eigentlich nicht selbst sind, die die Praktiken machen. Swami Krishnanada hat oft gesagt, wir sollten uns nicht vorstellen, wir würden selbst Sadhana machen. Gott würde Sadhana durch uns machen oder auch das kosmische Bewusstsein würde sich durch uns ausdrücken. Wir würden nur unseren Geist zur Verfügung stellen und Praktiken machen, doch das Eigentliche mache Gott in uns.

Ob wir jetzt einen Bhakti, Raja oder Jnana Standpunkt der Betrachtung einnehmen, ist gleichgültig. Bei allen drei Standpunkten sollten wir uns nicht mit unseren Praktiken identifizieren, gleichmütig in Erfolg und Misserfolg, gleichmütig in Lob und Tadel sein.

Wenn wir Asanas üben und uns an einem Tag toll fühlen und am anderen Tag in den Asanas zu weit gegangen sind und Rückenprobleme und infolgedessen Schmerzen haben, können wir an beiden Tagen gleichmütig sein. Wir können auch die Früchte der Handlung Gott darbringen und sollten nicht erwarten, Lob oder Anerkennung für eine Handlung zu bekommen.

In Indien gibt es noch eine andere Form von rajassiger Praxis. Es gibt manche reiche indische Geschäftsleute, die zu wenig Zeit haben, um selbst zu praktizieren. Sie arbeiten 16 Stunden am Tag und oft nach dem Prinzip, dass die erste Generation sich zu Tode schuftet, damit die zweite Generation teure Schulen besuchen und in der Gesellschaft aufsteigen kann. Da sie keine Zeit zum Praktizieren haben, engagieren sie einen Brahmanen, der für sie praktiziert. Er ist ihr Hausguru. Dieser Hausguru praktizierte dann mehrere Stunden am Tag, spielte Harmonium, sang Mantras, meditierte und betreute nebenbei noch die Kinder. Er war so eine Art spiritueller Babysitter. An besonderen indischen Feiertagen zelebrierte er dann besondere Rituale.

Auch die Chinesen und die jüdischen Einwanderer handeln nach diesem Prinzip. Es ist Geschick im Handeln, zumindest dafür zu sorgen, dass in einem Land, wo Aufstieg möglich ist, und wo es nicht wirklich auf Hautfarbe etc. ankommt, man voranschreitet.

Für den einen oder anderen Leser hört sich das vielleicht sehr schön an, zeigt wie man ein gemütliches spirituelles Leben führen kann. Ich rate davon ab. Macht es euch nicht so gemütlich, sondern praktiziert selbst.

Kapital 18: Der Yoga der Befreiung durch Entsagung

Das 2. und das 18. Kapitel sind Schlüsselkapitel der Bhagavad Gita.

Im 2. Kapitel wird praktisch der gesamte Inhalt der Bhagavad Gita vorweg genommen. Alle wichtigen Aspekte der Bhagavad Gita werden bereits im 2. Kapitel angesprochen, in den folgenden Kapiteln näher ausgeführt und im 18. Kapitel wird nochmals alles zusammengefasst und vertieft.

So findet man im 18. Kapitel der Bhagavad Gita alle Aspekte, sowohl Jnana wie auch Bhakti, Karma und letztlich auch Raja Yoga. Es ist das letzte Kapitel, mit dem Krishna Arjuna in die Entscheidung, ins eigenverantwortliche Handeln,  entlässt. Danach geht es mit dem normalen Leben weiter.

Hilfen für spirituell gute Entscheidungen

Ab dem 14. Kapitel der Bhagavad Gita gibt Krishna Arjuna konkrete Unterscheidungshilfen, wie er sich verhalten kann, wenn er vor Entscheidungen steht. Das ist ja die ursprüngliche Frage. Arjuna will wissen: „Wie soll ich mich entscheiden?“ Krishna gibt ihm in den ersten Kapiteln eine ganze Reihe übergeordneter Gesichtspunkte über die Einstellung zum Leben usw. Unter anderem hat er betont: Wecke deine Intuition. Meditiere. Bitte Gott um Hilfe. Bete zu ihm. Bringe alles Gott dar. – All diese Techniken haben ja die Aufgabe, uns zur Intuition zu führen, uns eine höhere Führung spüren zu lassen, welche unsere Entscheidungen lenkt und erleichtert. Aber es reicht im Normalfall nicht aus, nur der Intuition zu folgen. Die Intuition kann einen auch in die Irre führen, denn wir wissen nie ganz genau, inwieweit ist es eine reine höhere Intuition und inwieweit ist sie geprägt von unseren eigenen bewussten oder noch mehr unbewussten Inhalten und Vorstellungen. Vermutlich hast du das auch schon festgestellt: Manchmal sind Intuitionen genau richtig, aber manchmal hat man auch eine Intuition und nachher stellt man fest, man hat sich doch getäuscht.

Irgendwann muss sich Arjuna und müssen wir uns im Leben konkret entscheiden. Dafür sind praktisch anwendbare Richtlinien hilfreich, an denen wir uns orientieren können. Auch wenn wir eine Intuition haben, und selbst wenn sie in die richtige Richtung zeigt, brauchen wir konkrete Entscheidungskriterien. Krishna fasst in der Bhagavad Gita die Kriterien so weit, dass sie nicht nur Arjuna in seiner Situation weiter helfen, sondern dass sie auf jede Situation anwendbar sind.

Die drei Gunas als Entscheidungshilfen

Im 14. Kapitel Bhagavad Gita geht es um die drei Gunas als Entscheidungskriterien. Im Wesentlichen werden Sattwa, Rajas und Tamas erklärt und die Empfehlung ist, sich an Sattwa auszurichten. Das heißt, bei allem, was wir tun oder was anliegt, sollten wir überlegen, ist es sattwig, rajasig oder tamasig und nach Möglichkeit den sattwigen Weg wählen, ohne allerdings auch daran verhaftet zu sein.

Das 15. Kapitel Bhagavad Gita ist dann wie eine kleine Warnung, dass wir uns nicht zu sehr an die Gunas hängen. Unter dem Titel „Der Yoga des höchsten Geistes“ finden wir hier wieder ein  reines Jnana Yoga Kapitel. Bis zu einem gewissen Grad relativiert Krishna die Aussagen des 14. Kapitels bzw. will uns zu einer noch universelleren Sichtweise verhelfen, indem er sagt: „Ich, das Göttliche, bin auch in Tamas und Rajas. Für praktische Zwecke orientiere dich an Sattwa, aber in Wirklichkeit bin Ich in allem.“

Daiva und Asura als Entscheidungshilfen

Im 16. Kapitel der Bhagavad Gita spricht Krishna über Sura und Asura bzw. Daiva und Asura, über göttlich und dämonisch, über „Gutes“ und „Böses“. Wenn man die Verse einzeln liest und interpretiert, besteht die Gefahr, dass man wieder in ein gewisses Schwarz-Weiß-Denken hineinkommt. Wenn es etwas „Böses“ gibt, führt es zu der irregeleiteten Vorstellung, man müsse das Böse ausmerzen. Vermutlich sind die schlimmsten Dinge auf dieser Welt passiert im Versuch, das Böse auszumerzen. Unter diesem Gesichtspunkt muss man vorsichtig an das 16. Kapitel herangehen. Nicht umsonst sagt Krishna vorher im 15. Kapitel: „Hinter allem ist letztlich Gott, selbst hinter dem vermeintlich oder vordergründig Bösen steckt das göttliche Wirken.“

Trotzdem gilt es im persönlichen Leben öfter, Unterscheidungen zu treffen. Und da gibt es auf praktischer Ebene durchaus Dinge und Verhaltensweisen, die ethisch korrekt sind, wie andere nicht verletzen etc. und andere Verhaltensweisen, die dies nicht sind. Als Individuen müssen wir im praktischen Leben ethische Prinzipien beachten, angepasst an die sozio-ökonomischen und –kulturellen Bedingungen unserer Zeit. Darum geht es und das darf man vor lauter Relativierung nicht vergessen.

Im 17. Kapitel der Bhagavad Gita erzählt Krishna erneut über die drei Gunas und fordert uns auf, auch die spirituellen und alle anderen Praktiken sattwig zu machen. Jede Praxis könnte sattvig, rajassig und tamassig sein. Man sieht es einem Schüler nicht an. Alle drei mögen im Kopfstand stehen, der eine übt tamassig: Er hat eigentlich Nackenprobleme und weiß, es tut ihm nicht gut, meint aber er müsste es trotzdem machen, schadet sich also selbst. Der nächste übt rajassig: Er will zeigen, wie großartig er ist. Ein anderer übt sattvig: Er macht den Kopfstand, weil er spürt, dass er richtig ist, gut für die Gesundheit ist, hilfreich ist. Dann bringt er die Früchte der Handlung Gott dar und denkt während dieser Handlung an Gott.

18. Kapitel ist eine komprimierte Zusammenfassung und der Höhepunkt der gesamten Lehre der Bhagavad Gita. Es werden nochmals die Gunas wiederholt, Bhakti-Gesichtspunkte, Prakriti, Svabhava und Svadharma, unserer eigenen Wesensnatur zu folgen, aus dem 2. Kapitel werden nochmals aufgegriffen.  Es endet damit, dass Krishna Arjuna sagt: „Tu, was du willst, aber vorher denke nach, überlege, bringe alle diese Kriterien in deine Überlegungen mit ein. Nachher wirst du vielleicht immer noch nicht genau wissen, was richtig ist.“ Und all diese Kriterien, die Krishna uns gibt, sollen wir auf die jeweilige karmische Situation anwenden.

Die Quintessenz – Entscheidungskriterien

  1. Prüfe, was sattwig, rajasig und tamasig ist und verhalte dich so sattwig wie möglich.
  2. Prüfe, was ethisch korrekt ist und was nicht (daiva/asura), und verhalte dich so ethisch korrekt wie irgend möglich.
  3. Überlege, was und wie ist die Situation, was erfordert sie, was steht als Aufgabe an, was liegt als Karma in der Situation und handle so, wie du es für deine Pflicht (Dharma) hältst, unter Berücksichtigung der sattwigen und ethischen Gesichtspunkte.
  4. Schaue, welche deiner eigenen Talente (Prakriti, Svabhava) kannst du dabei besonders einbringen. Jeder Mensch hat andere Fähigkeiten oder eine andere Weise, an Dinge heranzugehen. Folge in der Weise, wie du an eine Situation herangehst, deiner Prakriti, deiner natürlichen Veranlagung. Jemand mit einem sehr kreativen Geist wird die gleiche Situation vermutlich anders angehen als jemand, der sehr systematisch und strukturiert vorgeht. Beide können, wenn sie sattwige und ethische Kriterien vorher abwägen und sich der Pflicht gemäß verhalten, auf ihre Weise die Situation gut lösen und Gutes bewirken.

Wenn wir all das beachten – wissen wir dann, was wir zu tun haben? Manchmal ja und manchmal nein. So bleibt auch der Schluss der Bhagavad Gita offen. Krishna entlässt Arjuna in die Freiheit des Handelns: „So, und jetzt, nachdem du dies alles weißt und abwägst, tue, was du willst. Bringe dabei alles mir dar, dann begehst du kein Papa, keine Sünde, kannst letztlich nichts falsch machen.“ Das ist, so meine ich, etwas sehr Tröstliches, gerade in einer Zeit, wo alles immer komplexer wird, wo wir ständig Entscheidungen treffen müssen und es nicht mehr möglich ist, alle Gesichtspunkte immer zu berücksichtigen und eine wirklich eindeutig „richtige“ Entscheidung zu treffen:

Wir nutzen unsere Unterscheidungsfähigkeit, wägen nach den obigen Kriterien ab, beten, spüren hinein, folgen unserer Grundveranlagung und Intuition, tun das, was uns in der Situation am Korrektesten und Angemessensten erscheint und bringen dann alles Gott dar. So können wir nichts falsch machen, selbst wenn wir immer noch unsicher sind.

Mir persönlich und den meisten Menschen unserer Zeit behagt der Schluss der Bhagavad Gita nicht ganz. Arjuna nimmt die Waffen an, es gibt ein furchtbares Gemetzel und sehr viele Menschen sterben dabei. Viel schöner nach unserer heutigen Vorstellung wäre sicher, Arjuna hätte zum Schluss die Intuition gehabt, zu gewaltlosem Widerstand aufzurufen und so die Tyrannei zu überwinden. Aber ich glaube, daraus können wir zwei wichtige Lektionen und Schlüsse ziehen:
Erstens, dass Schriften nicht immer so sind, wie wir sie gerne hätten und zweitens, dass sich bestimmte ethische Prinzipien im Lauf der Jahrtausende auch irgendwie weiter entwickeln und eine universelle Evolution in Richtung auf gewaltfreiere Lösungen vielleicht auch ihre Zeit braucht.
Das Schöne ist, dass Mahatma Gandhi, der Begründer des erfolgreichen gewaltfreien Widerstands im 20. Jahrhunderts, seine Prinzipien aus drei Schriften bezogen hat:

  •  aus der Bhagavad Gita das Prinzip des Sich-Engagierens für das Gute,
  • aus den Jain-Schriften das Prinzip der absoluten Gewaltlosigkeit
  • und aus der Bergpredigt die Liebe.

Da es keinen historischen Hinweis gibt, dass die Schlacht von Kurukshetra tatsächlich stattgefunden hat, können wir auch mit gutem Gewissen davon ausgehen, Arjuna nimmt die „Schlacht“, die Herausforderung des Lebens an.

Die Grundprinzipien der Bhagavad Gita sind – übersetzt in unsere heutige Sprache und Welt – zeitlos und allgemein gültig. Sie können uns in jeder Situation bei jeder Entscheidung weiter helfen. Sie helfen, Dinge auf gute Weise zu tun, auf eine Weise zu tun, die uns in Übereinstimmung mit dem kosmischen Dharma, der kosmischen Ordnung, handeln läßt. So zu handeln, dass wir immer weiter unser Herz öffnen, Liebe zu den Menschen, allen Geschöpfen und Gott spüren können, dass wir unser Bewusstsein erweitern und schließlich die Essenz der Lehre der Bhagavad Gita verwirklichen können: „Das Selbst ist ewig, alldurchdringend, fest, unverrückbar. Ohne Anfang und Ende.“

Die komprimierte Lehre der Bhagavad Gita

Das 18. Kapitel beinhaltet in Kurzform alles, was wir brauchen, um die Spiritualität ins Leben umzusetzen. Auch die scheinbaren Gegensätze, die Krishna im Laufe der Bhagavad Gita erwähnt hatte, werden nochmals angesprochen und aufgelöst. Wenn man das 18. Kapitel gut verstanden hat, kann man die ganze Bhagavad Gita selbständig studieren und verstehen, insbesondere dann, wenn man sie in der Absicht und inneren Haltung studiert, mit Gott in Kontakt zu kommen.

Man kann die Bhagavad Gita auch von einem anderen Standpunkt aus studieren,  von einem indologischen, literarischen oder ideengeschichtlichen Standpunkt aus zum Beispiel.

Aber wenn wir sie als Schrift sehen, deren Studium uns mit Gott verbinden will, dann entsteht eine Verbindung, die umso stärker wird, je mehr man die Bhagavad Gita studiert, liest oder mit Ehrerbietung rezitiert. Dann kann es tatsächlich so werden, dass man in schwierigen Situationen oder Zweifelsfällen nur die Bhagavad Gita aufzuschlagen braucht und eine spirituelle Dimension für die Herangehensweise an das, was man gerade vorhat, enthüllt bekommt. Man bekommt eine Entscheidungshilfe, keine konkrete Antwort.

Denn genaue Antworten zu geben, liegt Krishna fern. Insbesondere beantwortet er die Frage, die Arjuna am Anfang stellt, „Was soll ich tun?“ nicht wirklich. Zwar sagt Krishna in den Anfangskapiteln schon mal: „Kämpfe!“, weil Arjuna dazu neigt, nicht kämpfen zu wollen. Später, als Arjuna unentschieden ist, gibt ihm Krishna keine konkreten Handlungsanweisungen mehr, sondern nur Betrachtungsweisen und Entscheidungshilfen.

Zum Schluss sagt er dann, „Und jetzt, nachdem du all dies abgewogen hast, tue, was du willst. Bringe alles Gott dar. Dann geht alles gut aus.“ Aber er sagt nicht einfach nur „Tue, was du willst“, sondern, „Nachdem du all dies gut abgewogen hast, dann tue was du willst.“

Wer anklopft, dem wird aufgetan

Auf die Frage, was ist für dich der wichtigste Vers der Bhagavad Gita, hat mal einer meiner Schüler geantwortet: „Arjuna uvaca” – “Arjuna sprach”. Das ist kein vollständiger Vers, aber viele Verse beginnen damit. Er hat es gut begründet und da steckt eine tiefe Weisheit dahinter, nämlich: Ohne dass Arjuna gesprochen hätte, hätte es keine Bhagavad Gita gegeben. Weil Arjuna gefragt hat, hat Krishna geantwortet. Das sollte man nicht vergessen.

Wir sind alle Schüler auf dem Weg. Wenn man nicht wissen will, wird man auch nichts erfahren. Vieles erfährt man nur dadurch, dass man fragt. Viele Menschen denken, dass Lehrer mit telepathischen Fähigkeiten gesegnet sind. Das mag auch manchmal sein. Aber zu spirituellen Lehrern gehört auch, dass sie sich zurückhalten und davon ausgehen, wenn Menschen etwas wissen wollen, dann fragen sie. Es ist Aufgabe des Schülers, Interesse zu zeigen und Fragen zu stellen. Ein Seminar zu besuchen ist natürlich an sich schon eine Frage. Damit zeigt man, dass man mehr über das Thema wissen will, sonst wäre man nicht zu dem Seminar gekommen. Da erfährt man natürlich Vieles, ohne dass man speziell danach fragt.

Laotse und der Grenzbeamte

Es gibt eine schöne Kurzgeschichte von Berthold Brecht: Laotse wollte in die Einöde gehen, und begegnete dabei einem Grenzbeamten. Dem Grenzbeamten fiel auf, dass von Laotse eine übernatürliche Weisheit ausstrahlte. Daher hat er ihn gefragt und ihn gebeten, ihm etwas von seiner Weisheit mitzuteilen. Daraufhin hat Laotse die Weisheit mitgeteilt, seine Rede wurde niedergeschrieben und daraus ist das Tao Te King entstanden. Wem haben wir nun das Tao Te King zu verdanken, Laotse oder dem Grenzbeamten? Letztlich beiden. – Die Geschichte will sagen: Laotse kommt viel Ehrerbietung zu. Aber ohne den Grenzbeamten hätte es auch kein Tao Te King gegeben. So ist Krishna natürlich verehrungswürdig, aber ohne dass Arjuna gefragt hätte, hätten wir auch keine Bhagavad Gita.

Hier kommst du direkt zu den einzelnen Teilen der Bhagavad Gita

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Om Om Om

    Hier ist die Rede von 701 Versen, das Yoga-Vidya-Wiki spricht von 700, ebenso die Wikipedia. Die bei Yoga Vidya in der Ausbildung verwendete Gita sagt auf dem Klappentext „700“ und im Vorwort „701“ Verse. In dieser Ausgabe sind es gezählt 700, Vers 1 des 13. Gesangs wurde nicht nummeriert, also wären es doch 701.

    Ist in der bei uns verwendeten Ausgabe falsch gezählt worden, fehlt ein Vers oder müssen die Angaben in den Wikis und dem Buchklappentext korrigiert werden?

    Namasté
    Jnanadev

  2. Om namah Shivaya,

    ich suche ein kleines Büchlein, in dem nur die Sanskrit Verse (mit Lautschrift) drinstehen zum Rezitieren. Gibt es sowas?
    Denn wenn Kommentare mit drin stehen, wird es sehr schwer und groß und man kann es nicht leicht mitnehmen.

    LG

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