Bhakti Sutra 8

Narada Bhakti Sutra 8
Deutsche Übersetzung

Entsagung besteht darin, alle Handlungen – sowohl die weltlichen als auch die transzendentalen – Gott zu weihen.

Sanskrit Text

  • nirodhas tu lokavedavyāpāranyāsaḥ ।। 8 ।।
  • निरोधस्तु लोकवेदव्यापारन्यासः ।। ८ ।।
  • nirodhas tu lokavedavyaparanyasah || 8 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • nirodhaḥ : Auflösung, Vernichtung, Beherrschung („Einsperrung“, Nirodha)
  • tu : aber, jedoch (Tu)
  • loka-veda-vyāpāra-nyāsaḥ : (bedeutet hier) die Entsagung (Nyasa) der weltlichen (Loka) und vedischen (d.h. zum Opferkult des Veda gehörigen) Aktivitäten (Vyapara)  || 8 ||

Kommentar von Sukadev Bretz

Lesen

Entsagung, du magst dich fragen, wie kommt Narada jetzt darauf von Entsagung zu sprechen? Er hat vorher davon gesprochen, ja, Bhakti, Hingabe führt zu Parama Prema, zur höchsten Liebe, führt zu Paramananda, zur höchsten Freude, führt zu Atman Jnana zur Erkenntnis des Selbst.

Wie kommt jetzt die Entsagung dort hinein? Ab jetzt kommt nämlich Narada zum Mittel, um zum Höchsten zu kommen. Wie kommt man jetzt zur höchsten Gottesliebe? Und darüber geht es bei den nächsten Versen. Und er beginnt mit der Entsagung. Er bezieht sich darauf auf einen Vers, der in einer der Upanishaden steht. Dort heißt es: „Nicht durch irgendwelche Werke, nicht durch irgendwelche Praktiken, nicht durch Wohltätigkeit, nicht durch Rituale wird die Unsterblichkeit erreicht, sondern allein durch Tyaga, durch Entsagung. Also Unsterblichkeit wird erreicht durch Entsagung, sie wird nicht erreicht durch Werke, durch Rituale, nicht erreicht durch irgendwelche Praktiken und Askese, sondern durch Entsagung.

Und im Anschluss an diesen Vers, und es gibt viele dieser Verse in den Upanishaden und den Veden, haben sich die Weisen immer wieder gefragt, was gilt es zu entsagen? Krishna spricht darüber, ein Hauptthema der Bhgavad Gita ist Entsagung, Tyaga und Sannyasa und so spricht jetzt auch Narada davon. Und er gebraucht eine gleiche Definition wie Krishna zur Entsagung, wobei er die sehr einfach hält im Bhakti Yoga. Entsagung besteht darin, alle Handlungen, sowohl die weltlichen als auch die spirituellen, Gott darzubringen. Also ein Bahkta braucht gar nicht auf so viel zu verzichten. Er bringt alles Gott dar.

Wenn Du heute isst, denke an Gott und sage, oh Gott, ich bringe Dir diese Nahrung dar, denn Gott wohnt in diesem Körper. Gott ist die Nahrung. Gott ist der Körper. Du bringst diese Nahrung, die Dir Gott gegeben hat Gott dar, der dann diese Nahrung verdaut.

Wenn Du etwas für dein Kind tust, dann sei Dir bewusst, Gott ist in diesem Kind. Dich um dein Kind zu kümmern bedeutet, alles Gott darzubringen. Wenn du dann deinen Beruf erfüllst, vielleicht die Finanzbuchhaltung, vielleicht Raumpfleger, vielleicht Computerprogrammierer, dann bringe auch das Gott dar. Was auch immer Du tust, bringe es Gott dar. In dem Moment wo Du es Gott darbringst und es nicht für dich selbst tust, hast du dem egoistischen Teil der Handlung entsagt.

Du kannst dies tun, indem du vor jeder Handlung sagst, oh Gott ich bringe es dir dar. Auf Sanskrit kannst Du sagen: „Narayanayi sama payami“. Bevor Du etwas tust, sag innerlich, oh Gott, ich bringe Dir die Handlung dar. Narayanayeti sama payami. Nachdem Du etwas getan hast, bringe es Gott dar und sage, oh Gott, was auch immer ich heute getan habe, das was ich gerade getan habe, ich bringe es dir dar. Narayanayeti sama payami.

Mach dies immer wieder und so brauchst du nichts Äußerem zu entsagen. Tue das, was zu tun ist. Bringe es Gott dar! Mache dies nicht nur mit weltlichen Handlungen, sondern auch mit den spirituellen. Auch wenn Du meditierst, bringe die Meditation Gott dar. Wenn Du Asanas und Pranayama übst, bringe sie Gott dar. Bringe alles Gott dar. Und dann wird Dich Gott ganz erfüllen.

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