Bhakti Sutra 26

Narada Bhakti Sutra 26

Deutsche Übersetzung

Denn Bhakti ist das Ergebnis all dieser Pfade.

Sanskrit Text

  • phalarūpatvāt ।। 26 ।।
  • फलरूपत्वात् ।। २६ ।।
  • phalarupatvat || 26 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • phala-rūpatvāt : weil (Bhakti) ihrem Wesen (Rupa) nach die Frucht (Phala) all dieser Pfade ist     ।। 26 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

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Narada sagt: „Bhakti ist das Erbegnis all dieser Pfade.“ Im vorherigen Vers sagte er: „Bhakti steht über Karma, über Jnana und über Yoga.“ Bhakti ist das Ergebnis all dieser Pfade. Natürlich muss man vorsichtig sein. Jede Schrift über einen der Yogawege besagt, dass dieser Yogaweg besonders gut ist, oder sogar besser ist als alle anderen Wege. So sagt Shankara im Viveka Chudamani, dass Jnana über allem steht. So sagt Patanjali, dass Raja Yoga der Weg zur Vollkommenheit ist. So sagt die Hatha Yoga Pradipika, dass man nur durch Hatha Yoga zur Vollkommenheit kommen kann. Und so sagt Narada, dass Bhakti das Ergebnis all dieser Praktiken und all dieser Pfade ist. Und bis zu einem gewissen Grade haben alle recht. Aber Bhakti ist besonders wichtig.

Eine spirituelle Praxis ist nur dann wirklich erfolgreich, wenn sie einen zu mehr Liebe geführt hat. Angenommen du übst Karma Yoga und du hilfst vielen. Aber du entwickelst keine Liebe in deinem Herzen. Du fühlst dich nachher ausgenutzt oder bist im Burnout. Dann war nicht genügend Bhakti dabei. Du hast es aus deinem Ego heraus gemacht. Wenn du viel Gutes tust und in anderen Gott dienst, dann kann dein Bhakti wachsen. Du kannst sagen, du machst in dem Maße Fortschritte im Karma Yoga, wie sich dabei auch Bhakti, die Gottesliebe, entwickelt.

Angenommen du gehst den Weg des Jnana Yoga. Du siehst das Selbst in allen Wesen. Du siehst Gott in allem. Das Ergebnis dieses Jnana Yoga wird auch die Hingabe, die Liebe zu Gott sein, Liebe zu den Menschen, Liebe zur Schöpfung. So ist auch hier Bhakti die Frucht von Jnana Yoga. Und auch hier gilt, das Maß für deinen Fortschritt im Jnana Yoga ist deine wachsende Bhakti. Ebenso ist es auch, wenn du Yogapraktiken übst. Zeichen für den Fortschritt in der Yogapraxis ist nicht, dass du den Kopfstand länger halten kannst, dass du die Luft länger anhalten kannst, dass du mehr Sanskritmantras rezitieren kannst, oder dass du besonders beeindruckend singen kannst. Ein Zeichen für Fortschritte im Yoga ist, daß du im Bhakti wächst und deine Liebe und Hingabe stärker wird.

Vielleicht findest du einen Moment Zeit, um über Folgendes nachzudenken:

  • Übe ich wirklich Handlungen des uneigennützigen Dienens?
  • Mache ich es mit Liebe? Gebe ich sie Gott hin? Spüre ich Liebe?
  • Entwickle ich mich weiter im Wissen? Es ist gut sich im Yoga weiterzubilden. Und führt das tatsächlich zu mehr Liebe und mehr Verständnis?
  • Wie ist es mit meinen Yogapraktiken? Praktiziere ich ausreichend Yoga? Tue ich es mit Liebe? Praktiziere ich mit Hingabe? Hilft mir meine Praxis in der Erfahrung Gottes?

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