Bhakti Sutra 79

narada-bhakti-sutra-79

Deutsche Übersetzung

Dem gesegneten Herrn allein sollte stets durch jeden Aspekt des Lebens und mit unbeirrbarer Aufmerksamkeit, frei von Sorge, gehuldigt werden.

Sanskrit Text

  • sarvadā sarvabhāvena niścintair bhagavān eva bhajanīyaḥ ।। 79 ।।
  • सर्वदा सर्वभावेन निश्चिन्तैर्भगवानेव भजनीयः ।। ७९ ।।
  • sarvada sarvabhavena nischintair bhagavan eva bhajaniyah || 79 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • sarvadā : immer (Sarvada)
  • sarva-bhāvena : von ganzem Herzen (Sarvabhava)
  • niścintaiḥ : sorgenfrei (Nishchinta)
  • bhagavān : der Erhabene (Bhagavat)
  • eva : nur, allein (Eva)
  • bhajanīyaḥ : soll verehrt werden (ist zu verehren, Bhajaniya) ।। 79 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

Lesen

Im 79. Vers. sagt Narada, man soll Gott huldigen, huldigen, Gott ehren, Gott verehren. Und zwar durch jeden Aspekt des Lebens und mit unbeirrbarer Aufmerksamkeit, frei von Sorge. Jeder Aspekt des Lebens, was auch heißt, tue alles im Leben so, dass es Gottesverehrung ist. Wenn du morgens aufstehst, stehe so auf, dass es Gottesverehrung ist. Wenn du isst, iss so, dass es Gottesverehrung ist. Wenn du dich duschst, dusche dich so, als ob es Gottesverehrung ist. Wenn du gehst, wenn du zur Arbeit fährst, wenn du deinen Job erledigst, tue es so, als ob es Gottesdienst ist. Natürlich, wenn du morgens aufwachst, Pranayama übst, Asanas übst, meditierst, all das ist Gottesdienst. Wenn du zurückkommst, dann ist das auch Gottesdienst. Im Umgang mit deinem Kind, deinen Kindern, deinen Eltern, deinem Partner, deinen Freunden, Bekannten, all das ist Gottesdienst. Wenn du deine Aufgaben erledigst, ist es Gottesdienst. Wenn du in einem Ashram lebst und deine Aufgaben erledigst, tue es als Gottesdienst.

Was er damit sagen will ist, es geht nicht darum, jetzt irgendwelche Abteilungen zu machen, wo man sagt, ja – das ist meine spirituelle Praxis, das ist die Zeit für meine Familie, Zeit für Beziehung. Das ist die Zeit für meine Arbeit. Das ist dann die Zeit, die ich für mein Hobby brauche, soviel brauche ich zum Ausruhen und so viele Minuten bleiben mir dann noch übrig für die spirituelle Praxis. Das ist eine gewisse Neigung der Menschen immer schon gewesen: Sie sagen, das ist diese Abteilung, jene Abteilung. Narada sagt, was auch immer du tust, tue es als Huldigung an Gott. Was auch immer du machst, tue es für Gott. Und tue es eben auch so, dass du es für Gott tun willst. Gott ist immer da, Gott beobachtet all dein Tun, letztlich beobachtet er dein Tun von Deinem Herzen aus, aber von oben, von unten, von links, von rechts, von vorne, von hinten, von unten, von überall. Gott ist überall. Aber führe dein Leben so, dass dein ganzes Leben Huldigung Gottes ist.

Dann sagt er noch etwas: „Mit unbeirrbarer Aufmerksamkeit“ – das nächste Charakteristikum. Mit unbeirrbarer Aufmerksamkeit, was auch heißt, tu das, was du tust, so gut wie du kannst. Wenn du es für Gott tust und Gott darbringen willst, kannst du es eben nicht halbherzig machen, irgendetwas hin hudeln, sondern du machst es so gut, wie du es kannst. Und dann bringt du es Gott dar. Du machst es mit Aufmerksamkeit, auch ohne zu murren und zu knurren. Ohne zu sagen, das will ich nicht, das mag ich nicht, warum muss ich das tun, warum kann es nicht jemand anderes tun, soll es doch jemand anderes tun, usw. Nein, du machst es für Gott, mit unbeirrbarer Aufmerksamkeit, so gut, wie du kannst und widmest die Früchte Gott. Daran kannst du auch immer wieder denken.

Und er sagt hier noch, frei von Sorge. Du musst dich nicht wirklich sorgen. Wenn du in allem Gott siehst, alles Gott darbringst, es so gut tust wie du kannst, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Gott wird sich um dich kümmern. Es mag zwar momentan manches schwierig für dich sein. Du magst manchmal nicht wissen, was du tun sollst. Es mag sein, dass irgendwelche Gefahren in der Luft sind. Es spielt keine allzu große Rolle. Mache dir keine Sorgen. Gott wird sich um den kümmern, der alles Gott darbringt und das, was er tut wirklich gewissenhaft und so gut tut, wie er kann. Du kannst jetzt noch einen Moment nachdenken, reflektieren über diesen Vers. Was heißt das, alles Gott darbringen? Gelingt es dir wirklich, alle Handlungen Gott darzubringen? Gelingt es dir, alle Handlungen so zu tun, dass sie eine Huldigung an Gott sind? Machst du das, was zu tun ist, mit richtiger Aufmerksamkeit? Und hast du dich gelöst von Sorgen, weil du weißt, Gott macht alles?!

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