Bhakti Sutra 69

narada-bhakti-sutra-69

Deutsche Übersetzung

Sie heiligen die Stätten der Pilgerfahrt; die Werke, die sie vollbringen, werden zu Beispielen guter Handlung; sie verleihen den heiligen Schriften spirituelle Glaubwürdigkeit.

Sanskrit Text

  • tīrthīkurvanti tīrthāni sukarmīkurvanti karmāṇi sacchāstrīkurvanti śāstrāṇi ।। 69 ।।
  • तीर्थीकुर्वन्ति तीर्थानि सुकर्मीकुर्वन्ति कर्माणि सच्छास्त्रीकुर्वन्ति शास्त्राणि ।। ६९ ।।
  • tirthikurvanti tirthani sukarmikurvanti karmani sachchhastrikurvanti shastrani || 69 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • tīrthī-kurvanti : sie heiligen (Tirthi-kṛ)
  • tīrthāni : die Badestellen (Tirtha)
  • su-karmī-kurvanti : sie machen (kṛ) zu guten  Werken (Sukarman)
  • karmāṇi : die (gewöhnlichen) Werke, Handlungen (Karman)
  • sac-chāstrī-kurvanti : sie machen (kṛ) zu heiligen („guten“) Lehren (Sachchhastra)
  • śāstrāṇi : die Schriften, Lehrtexte (Shastra)     ।। 69 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

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Narada spricht weiter über Bhaktas, die Gottesverehrer, insbesondere solche, die ausschließliche Liebe zu Gott empfinden, Gottes Liebe, um der Gottes Liebe willen, Gott lieben, um Gottes Willen. Er sagt jetzt hier, solche Bhaktas heiligen die Stätte der Pilgerfahrt. Es gibt verschiedene Pilgerreisen. In Indien z. B. gibt es verschiedene heilige Orte. Rishikesh gilt als heiliger Ort. Haridwar oder auch Badrinath, Kedarnath oder in Südindien Tirupathi und so viele andere. Menschen gehen auf Pilgerreise. Und da gehen auch die Bhaktas auf Pilgerreise. Die Bhaktas müssten nicht auf Pilgerreise gehen, die verwirklichten Bhaktas. Aber sie gehen dorthin. Indem sie auf die Pilgerreisen gehen, heiligen sie diese Orte. Sie strahlen etwas aus. Sie haben eine Energie, eine Ausstrahlung, eine Liebe, die auch den Ort, wo sie hingehen, aufladen mit Kraft. Genauso könnte man auch sagen, in den Ashram zu gehen, ist auch eine kleine Pilgerfahrt.

Es gibt viele Menschen in Deutschland, die zu den Yoga  Vidya Ashrams gehen. Und dann kann man auch die Fahrt dorthin schon als Pilgerfahr ansehen. Und ja, wenn viele Menschen, die auch schon spirituelle Erfahrungen haben, zu solchen Orten hingehen, dann reinigen sie den Ort. Wir haben bei Yoga Vidya z. B. auch Satsangs. Man geht zum einen in den Satsang, um sich selbst zu inspirieren. Man geht aber auch in den Satsang, wenn man selbst inspiriert ist, um andere zu inspirieren. Und so wird dadurch, dass Bhaktas an heilige Orte gehen, der Ort geheiligt. Er sagt auch, die Werke, die sie vollbringen, z. B. gute Handlung. Wenn man sieht, was eine Anandamayi Ma gemacht hat, wenn man sieht, was ein Swami Vivekananda gemacht hat, wenn man sieht, was ein Swami Sivananda gemacht hat, dann will man diese Handlungen auch tun. Man will auch der Menschheit dienen. Man will auch Werke tun. Man kann dann auch an diesen Meister, diese Meisterin denken. Man kann sagen, ja Swami Sivananda, der hat Yoga gelehrt. Ich möchte es auch tun.

Swami Sivananda hat Bücher geschrieben. Vielleicht kannst Du keine Bücher schreiben. Aber Du kannst sagen, vielleicht kann ich im Internet den einen oder anderen Artikel schreiben und auch das weitergeben. Ja, und Swami Sivananda hat sich um Kranke gekümmert. Vielleicht kann ich mich auch etwas um Kranke kümmern. Swami Sivananda hat Yogavorträge gegeben. Vielleicht kannst Du es auch machen usw. Was große Heilige tun, das tun auch andere. Und er sagt noch, die Heiligen oder die Bhaktas verleihen den Heiligen Schriften spirituelle Glaubwürdigkeit. Es ist eben nicht so, dass jemand nur irgendetwas gesagt hat vor 3000, 4000 oder 5000 Jahren so wie Narada. Sondern dadurch, dass es lebendige Beispiele gibt von unendlicher Gottesliebe, sieht man, was die Heiligen Schriften schreiben, das gibt’s tatsächlich. Als ich in der Gegenwart von Swami Vishnu devananda war, wusste ich – bedingungslose Bhakti ist möglich. Als ich Swami Chidananda gesehen hatte, da wusste ich – bedingungslose Geduld und vollständige Herrschaft über den Geist ist möglich. Als ich einen anderen Schüler von Swami Sivananda gesehen hatte, Swami Brahmananda, da wusste ich, volle Atman Jnana, Brahman Jnana, volle Erkenntnis des Selbst, volle Erkenntnis Brahman ist möglich. Und ich habe gesehen, wie sich das auswirkt und wusste – ja, das will ich erreichen.

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