Bhakti Sutra 64

narada-bhakti-sutra-64

Deutsche Übersetzung

Stolz, Eitelkeit und dergleichen andere Untugenden müssen aufgegeben werden.

Sanskrit Text

  • abhimānadambhādikaṃ tyājyam ।। 64 ।।
  • अभिमानदम्भादिकं त्याज्यम् ।। ६४ ।।
  • abhimanadambhadikam tyajyam || 64 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • abhimāna-dambhādikam : Stolz („Eigendünkel“, Abhimana), Heuchelei („Schwindel“, Dambha) usw. (Adika)
  • tyājyam : müssen aufgegeben werden („sind aufzugeben“, Tyajya) ।। 64 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

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64 spielt auch in Indien eine besondere Rolle. 2x2x2x2x2x2 ist tatsächlich 64, eine besondere Zahl. Und so hat dieser Vers auch eine besondere Bedeutung. Er ist einfach, er ist klar. Man könnte sagen, banal. Stolz, Eitelkeit und dergleichen andere Untugenden müssen aufgegeben werden. Also einfach. Du kannst natürlich sagen, so einfach ist das nicht, das alles aufzugeben. Schon richtig. Wenn das alles so einfach wäre, dann wären alle Menschen, die einmal so ein bisschen emotional enttäuscht worden sind von anderen und die irgendwie von Gott berührt sind, sofort vollkommen. Es sind solche Dinge – Stolz, Eitelkeit. Also ein Stolz, man will dieses nicht, man will jenes nicht, weil man sich irgendwo besser fühlt oder denkt, das ist unter meiner Würde, oder das sollen andere machen. Eitelkeit, man will schöner sein, man will besonders großartig erscheinen usw. Du kannst selbst noch überlegen: welche Untugenden habe ich.

Verschiedenste Menschen haben unterschiedliche Untugenden. Du kannst sagen, ja die will ich aufgeben. Das ist erst mal so ein Entschluss, erst mal wirklich sagen und erkennen, das ist eine Eigenschaft in mir, die ist nicht gut. Und die will ich aufgeben. Danach kannst du überlegen, wie setze ich das jetzt praktisch um. Du kannst auch nicht alles auf einmal an dir machen. Swami Sivananda hat es so gesagt: „Nimm dir eine Sache vor im Monat und indem du eine Sache machst, einen ganzen Monat lang, kannst du eine Menge bewirken.“ Also wenn du z. B. feststellst, da ist Stolz und vielleicht auch Dünkel, Eitelkeit. Dann kannst du überlegen, was kannst du tun. Du kannst es dir z. B. zur Aufgabe machen, den nächsten Monat alles zu tun, was zu tun ist. Nicht zu überlegen, was ich mag oder nicht mag, was ist meine Würde, was ist unter meiner Würde, was sollten andere machen. Du tust, was zu tun ist, ohne zu murren und zu knurren – die einfachste Weise, Stolz und Eitelkeit zu überwinden. Oder du kannst auch bewusst solche Arbeiten suchen, die andere nicht machen wollen. Du kannst bewusst schauen, was ist vielleicht unpopulär und genau das machst du. So überwindest du Stolz, so überwindest du Eitelkeit.

Also es geht nicht nur darum, jetzt an deinem Charakter irgendwie zu arbeiten und da irgendwelche Affirmationen zu machen, das ist sicher auch hilfreich. Aber du kannst auch bewusst sagen, was muss ich tun, um dem entgegenzuwirken. Angenommen, du bist eher ängstlich, dann gilt es natürlich, dich dafür zu melden, etwas zu tun, was mutig ist. Vielleicht einen Vortrag geben, vielleicht auf die Straße zu gehen und sich mit Menschen zu unterhalten, vielleicht irgendwo mit Menschen sprechen, was auch immer es ist. Tue etwas. Angenommen, du bist jemand, der sehr langsam ist, dann kannst du dir vornehmen, ich werde einfach schneller sein. Angenommen du bist unpünktlich, dann nimm dir vor, einen Monat will ich pünktlich sein und ich baue mir eine Viertelstunde Puffer ein, um pünktlich zu sein. Also das Aufgeben von Untugenden, wie er es hier nennt, heißt auch bewusst etwas tun, was dem entgegengesetzt ist. Und das ist die einfachste Weise, wie du positive Eigenschaften entwickelst. Setze sie einfach um!

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