Bhakti Sutra 63

narada-bhakti-sutra-63

Deutsche Übersetzung

Man sollte keinen Unterhaltungen über Frauen, Reichtum und Gottesleugnung zuhören.

Sanskrit Text

  • strīdhananāstikacaritraṃ na śravaṇīyam ।। 63 ।।
  • अभिमानदम्भादिकं त्याज्यम् ।। ६४ ।।
  • stridhananastikacharitram na shravaniyam || 63 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • strī-dhana-nāstika-caritram : Erzählungen (Charitra) über Frauen (Stri), Reichtümer (Dhana) und Atheisten (Nastika)
  • na : nicht (Na)
  • śravaṇīyam : sollen gehört werden („sind zu hören“, Shravaniya) ।। 63 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

Lesen

Hier erst mal ein komischer Vers. Man solle keinen Unterhaltungen über Frauen, Reichtum und Gottesleugnung zuhören. Was auch immer du tust, hat auch einen Einfluss. Keine Unterhaltungen über Frauen – damit ist natürlich nicht gemeint, nicht über heilige Frauen zu sprechen, selbstverständlich ist es gut, über große gottverwirklichte Seelen zu sprechen wie Anandamayi Ma, Sharada Devi, die Frau von Ramakrishna, wie Amritananda, Ammaji, Mutter Meera oder Gargi aus der vedischen Zeit. So viele heilige und gottverwirklichte Frauen gibt es. Über sie kann man sprechen.

Aber sich jetzt darüber zu unterhalten, wer besonders schön ist und die ganzen Klatschgeschichten, die es so gibt, wer was mit wem hat usw.  Er sagt hier, dem sollte man nicht zuhören. Warum sollte man dem nicht zuhören? Es zieht den Geist in eine weltliche, sinnliche Ebene ab und dann fängt man an, über andere zu lästern usw. Man sollte nicht lästern und man sollte auch nicht über das sprechen, was einen in die Dualität hineinbringt. Also – natürlich kannst du sprechen über all das, was dir weiterhilft. Natürlich umgekehrt, wenn Du eine Frau bist, dann gilt es auch, nicht über Männer usw. zu sprechen im Sinne von wer mit wem usw.  Also – ich glaube, Du weißt, was gemeint ist. Da muss man sich jetzt nicht an diesem komischen Ausdruck stören, man sollte nicht Unterhaltungen über Frauen zuhören. Sondern man sollte wissen, was damit gemeint ist.

Gut, man sollte auch nicht Unterhaltungen über Reichtum zuhören. Menschen sprechen über Börse und sagen, wie man schneller Geld verdienen kann und der Aktienkurs ist am besten und dort legt man am besten Geld an. Schau, was dieser erreicht hat und schau, was jener für ein großes Auto, eine schönere Wohnung ein größeres Haus hat usw.  All das ist nicht förderlich auf dem spirituellen Weg. Es kann auch mal hilfreich sein, Informationen über die Welt zu haben. Es kann durchaus hilfreich sein, sich über Nachrichten auf dem neusten Stand zu halten. Ich lese selbst übers Internet über Dinge in der Welt, um zu wissen, was dort passiert. Und auch Swami Vishnu devananda hat sogar regelmäßig die Fernsehnachrichten angeschaut. So war er immer informiert, aber hat das, was er gesehen hat, auch genommen, um Viveka und Vairagya zu entwickeln, Unterscheidungskraft und auch das Nichtanhaften und letztlich auch, (um) uns dann anzuleiten, Friedensgedanken in eine bestimmte Weltregion zu schicken, zusammen mit dem Singen des Om Namo Narayanaya.

Aber du musst aufpassen, worüber du dich unterhältst. Natürlich, wenn du eine bestimmte Arbeit hast, musst du auch das machen. Angenommen, du bist Banker, natürlich musst Du dich dann über Geld informieren und Unterhaltungen über Geld führen. Aber was nicht zu deinem Aufgabenbereich gehört und was nicht zu der Erfüllung Deiner Pflichten gehört, da brauchst Du Dich jetzt nicht über Geld, Reichtum und schöne Dinge ständig unterhalten und Unterhaltungen zuzuhören. Selbst auf spirituellem Gebiet gibt es Menschen, die dann sagen: „Ich hab die tollste Yogahose, hast du schon gehört, es gibt noch eine bessere Yogamatte, und dann gibt es nochmal dieses Öko-Superspezialshirt, das sieht so toll aus und das fühlt sich so toll an. Oder ich hab jetzt diesen neuen großartigen Teppich gesehen“ usw.

Ein bisschen Schönheit, da spricht nichts dagegen. Und wenn du in der Schönheit Gott siehst, okay. Aber du musst aufpassen, worüber du dich unterhältst, worüber machst du dir Gedanken. Und da kann der Geist sehr schnell auf eine materielle Ebene versinken. Unterhalte dich mehr über Gott! Oder über Schönheit, oder über das, was es Großartiges gibt. Und vielleicht kannst du dich auch unterhalten, um Menschen zu helfen, ein gesünderes Leben zu führen, positiver zu sein, ihnen Wertschätzung geben, Anerkennung usw. Vielleicht bist du auch mal in der Lage, dass du anderen hilfst, dass du Verantwortung für andere hast. Dann musst du ihnen auch zeigen, wie sie sich verbessern können. Es kann auch sein, dass du mal streng sein musst. Aber alles, was du sagst, worüber du dich unterhältst, sollte geprägt sein mit dem Wunsch, Gutes zu tun, sollte davon geprägt sein, auf dem spirituellen Weg voran zu kommen. Anderen Menschen zu helfen und zu dienen, auf was für eine Weise es auch immer ist.

Und er sagt, man sollte keinen Unterhaltungen über Gottesleugnungen zuhören. Man kann mal probieren, sich mit Menschen zu unterhalten, man kann auch mal sagen, wovon man überzeugt ist.  Man kann über Gott sprechen. Aber es gibt Menschen, die unterhalten sich und leugnen alles. Sie erzählen einem irgendwelche Dinge und sind im Materialismus gefangen. Man muss nicht mit Menschen diskutieren. Man muss sich nicht auf jede Diskussion einlassen. Manchmal ist es auch gut, Dialog zu führen. Manchmal ist auch gut, etwas zu hören über die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie, die Erkenntnisse der neuronalen Netze und des Gehirns usw., über die Astrologie und die Astronomie und Archäologie usw.  Yoga ist nicht der Wissenschaft entgegengesetzt. Aber wenn Menschen einfach nur diskutieren, um des Diskutierens Willen, wenn Menschen dich angreifen wegen deiner spirituellen Praktiken, dann wechsle das Thema.

Du bist nicht hilflos einem Thema der Konversation ausgeliefert. Du kannst selbst mit beeinflussen, worüber man spricht. Du kannst selbst plötzlich sagen, ja das ist ein schöner Tag heute. Der Himmel ist so großartig. Schau gerade das Spiel der Wolken an! Und sieh, dort ist eine wunderbare Blume. Oder hast du schon gehört, was es gerade für neue tolle Entwicklungen gibt, was Menschen erreicht haben, die sich für Umweltschutz eingesetzt haben?! Hast du schon mal gehört, da gibt es Menschen die besonders leiden, da sollen wir uns engagieren etc. Du kannst selbst die Konversation lenken. Du musst nicht Gesprächen, die letztlich Lästerungen über andere Menschen sind, zuhören. Du musst dich nicht unterhalten über Dinge, die man kaufen kann und natürlich nicht nur unterhalten, sondern auch keine Internetseiten besuchen und stundenlang auf Amazon und anderen Seiten gucken, was du dir noch alles Tolles kaufen kannst.

Also, was du tust, was du anschaust, was du liest, worüber du sprichst hat eine Wirkung auf den Geist. Wenn du die Gottverwirklichung erreichen willst, dann gibt es Dinge, die du tun kannst. Es gibt Dinge, die du lassen solltest. Der spirituelle Weg bedeutet nicht, nur irgendwo ein bisschen schwelgen in Gefühlen, zum spirituellen Weg gehören auch Entscheidungen. Und es ist auch die Entscheidung, bestimmte Dinge zu tun oder nicht zu tun. Und nicht deshalb zu tun oder zu lassen, weil du sie magst oder nicht magst, sondern, weil es deine Aufgabe ist und weil es zu deinen Pflichten gehört, und weil du damit Gutes tust.

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