Bhakti Sutra 59

narada-bhakti-sutra-59

Deutsche Übersetzung

Denn Liebe ist etwas Augenscheinliches – sie ist ihr eigener Beweis und bedarf keinerlei anderer Beweise.

Sanskrit Text

  • pramāṇāntarasyānapekṣatvāt svayaṃpramāṇatvāt ।। 59 ।।
  • प्रमाणान्तरस्यानपेक्षत्वात्स्वयंप्रमाणत्वात् ।। ५९ ।।
  • pramanantarasyanapeksatvat svayampramanatvat || 59 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • pramāṇāntarasya : (hinsichtlich) eines anderen (Antara) Beweises („Beweismittels“, Pramana)
  • anapekṣatvāt : aufgrund der Unabhängigkeit (Anapekshatva, der Bhakti)
  • svayaṃ-pramāṇatvāt : weil (sie) ihr eigenes (Svayam) Beweismittel (Pramana) ist      ।। 59 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

Lesen

Narada schreibt über Bhakti, die Gottesliebe. Er sagt: „Liebe ist etwas Offensichtliches. Sie braucht keinen Beweis.“ Du brauchst jetzt keinen Beweis dafür, ob du Gottesliebe hast oder ob du Gottesliebe spürst. Du brauchst keinen Beweis dafür, es ist sofort klar. Angenommen du siehst irgendwelche Lichter während einer intensiven Pranayama Übung. Und wenn du dann wissen willst: „Was ist das?“, wenn du wissen willst, ob das richtig ist, ob es richtig ist, dass die Wirbelsäule heißt wird, musst du dann jemanden fragen, ob das so gut und in Ordnung ist? Oder angenommen du machst die Vorwärtsbeuge, spürst etwas im dritten Auge und fragst dich: „Ist das richtig, ist das gut?“ Du brauchst jemanden, der dir das sagt.

Die Gottesliebe ist offensichtlich. Du spürst Gott, oder du spürst Gott nicht. Du erfährst Gott, oder auch nicht. Du kannst dich an Gott wenden und Gott antwortet. Wenn die Antwort da ist, ist sie offensichtlich. Natürlich kannst du auch Stimmen hören, und die Stimmen sind nicht immer Gott. Du kannst Visionen haben und sie sind nicht immer Gott. Aber die Liebe, die du spürst, die ist offensichtlich. Sie braucht keinen anderen Beweis. Deshalb ist Bhakti einfacher als andere Wege, das sagte Narada im 58. Vers. Die Gottesliebe ist in sich selbst sofort erwidernd. Sie ist auch Belohnung in sich.

Angenommen, du machst eine Asana und dann spürst du Dehnung in der Vorwärtsbeuge und du machst Fortschritte. Das ist schön und gut. Worum es jedoch eigentlich geht, das ist die Gotteserfahrung. Natürlich machst du in den Asanas die Gotteserfahrung. Im Pranayama machst du Gotteserfahrung, in der Meditation machst du Gotteserfahrung. Alles, was du tust, heißt letztlich Gotteserfahrung. Ob du es jetzt so nennst oder auch nicht. Und im Bhaktiyoga ist es die Liebe von Anfang an. Im Hathayoga übst du Körperübungen, um die Gotteserfahrung zu ermöglichen. Im Pranayama hältst du die Luft an, um die Gotteserfahrung zu ermöglichen. Im Karmayoga dienst du verhaftungslos, um die Gotteserfahrung zu ermöglichen. Bhaktiyoga schließt all das mit ein. Bhaktiyoga heißt auch, sich Momente zu nehmen, Gott zu spüren und Gott zu erfahren. Jetzt zu spüren, jetzt zu erfahren.

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