Bhakti Sutra 43

Narada Bhakti Sutra 43

Deutsche Übersetzung

Von schlechter Gesellschaft sollte man sich unbedingt fernhalten.

Sanskrit Text

  • duḥsaṅgaḥ sarvathaiva tyājyaḥ ।। 43 ।।
  • दुःसङ्गः सर्वथैव त्याज्यः ।। ४३ ।।
  • duhsangah sarvathaiva tyajyah || 43 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • duḥsaṅgaḥ : schlechte Gesellschaft (Duhsanga)
  • sarvathā : in jeder Hinsicht, unter allen Umständen (Sarvatha)
  • eva : wahrlich (Eva)
  • tyājyaḥ : ist zu vermeiden (Tyajya)     ।। 43 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

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Narada sagt hier: „Man sollte sich von schlechter Gesellschaft fernhalten.“ Jetzt ist natürlich die Frage, was ist überhaupt schlechte Gesellschaft? Schlechte Gesellschaft ist allgemein eine Gesellschaft, die dich von der Gottesliebe fernhält. Zwar hat er vorher gesagt, du solltest selbst etwas tun um Gottesliebe zu entwickeln, aber du kannst auch zusätzlich etwas tun um in den Umständen zu sein, dass du mehr Gottesliebe erfährst. Im engeren Sinne könnte man sagen, wenn irgend möglich, lebe in einem Ashram. Nicht in einer weltlichen Umgebung, sondern lebe in einem Ashram. Und z.B. die Yoga Vidya Ashrams suchen immer wieder neue Mitarbeiter. Natürlich engagierte Mitarbeiter. Auch das Leben in einem Ashram ist nicht einfach nur ein Zuckerschlecken. Wir leben nicht von Spenden, sondern wir müssen uns letztlich auch darum kümmern, dass Gäste kommen und die Gäste sich wohlfühlen, dass sie wiederkommen usw. Aber, wir sind alle dabei, Gott zu dienen. Und wenn deine Umstände es ermöglichen, ist eine der klügsten Weisen in einem Ashram zu leben.

Aber schlechte Gesellschaft ist jetzt nicht alles, was außerhalb des Ashrams ist. Natürlich es gibt schlechte Gesellschaft im engeren Sinne, z.B. wenn deine Umgebung aus Mafiosis besteht, aus Betrügern usw., dann solltest du die Umgebung wechseln, keine Frage. Wenn du Gesellin in einem Schlachtereiladen bist oder Verkäufer in einer Schlachterei, das geht einfach nicht. Du kannst nicht deinen Lebensunterhalt damit verdienen, dass du unethische Sachen machst. Da solltest du konsequent sein und das aufgeben. Ich glaube auch nicht, dass ein spiritueller Aspirant in einem normalen Restaurant als Koch arbeiten kann. Wie kannst du Fleisch verarbeiten, ich glaube nicht, dass das geht. Natürlich gibt es Menschen die lernen Koch, weil sie nachher vegan kochen wollen. Und jetzt in der Lehrperiode in diesen 3 oder 4 Jahren, müssen sie noch ein paar Anerkennungsjahre absolvieren und auch Fleisch verarbeiten. Gut, das ist vermutlich rechtfertigbar.

Aber es gibt Jobs und Arten von Berufen, die kann man als spiritueller Aspirant nicht machen. Die zwingen einen dazu, unethisches zu tun. Aber ansonsten gibt es so viel anderes. Du kannst als Krankenschwester tätig sein, als Verkäufer, als Buchhalter, im öffentlichen Dienst, im Sozialen auch in vielen gewinnzielorientierten Unternehmen, die auch Waren herstellen, die Menschen erfreuen und für Menschen hilfreich sind. So gibt’s doch eine ganze Menge. Gut, und dann ist die nächste Frage: Schlechte Gesellschaft, du kannst auch selbst Menschen zu schlechter Gesellschaft machen. In jedem Menschen wohnt nämlich das Göttliche. Wenn du dich an das Göttliche in jedem Menschen wendest, ist Gottesgegenwart da, egal wer es ist. Wenn du aber mit jemandem schimpfst und böse auf ihn bist, dann ist jeder, auch der größte Heilige für dich keine gute Gesellschaft. So gibt es diese 3 Aspekte:

  • Zum einen solltest du schauen: „Wie kann ich es machen, dass ich öfter in Gesellschaft von spirituellen Menschen bin. Mindestens – wo verbringe ich meine Ferien, wo verbringe ich meine Freizeit?“ Nach Möglichkeit mit spirituellen Menschen.
  • Dann kannst du überlegen: „Ist meine Berufswahl eine angemessene oder gäbe es eine Möglichkeit, den Beruf zu wechseln?“
  • Mit wem auch immer du sprichst, wende dich an das Göttliche in diesem Menschen. Spüre die göttliche Gegenwart. Und öfters kannst du auch das Gespräch in eine bestimmte Richtung lenken, über die Schönheit der Natur sprechen. Du kannst über schöne Erfahrungen mit Bäumen mit Pflanzen sprechen. Du kannst jemanden bitten, über schöne Erfahrungen zu sprechen. Du kannst dir auch das Leid von Menschen anhören, auch wenn das jetzt erst mal nicht spirituell ist, aber in dem Moment in dem du dienst, entsteht wieder Gottesliebe. Das hat ja auch Narada ein paar Verse vorher gesagt. Er hat gesagt: „Liebevolles dienen hilft, Gottesliebe zu entwickeln.“ Wenn du Menschen helfen willst, wenn der Grund, mit anderen Menschen zusammen zu sein auch den noch so weltlichen, auch den noch so leidenden, auch den der schlimmste Gewohnheiten hat, wenn du den Menschen helfen willst, dann kann dort Gottesliebe zu spüren sein. Aber mache es mit Hingabe, sieh Gott in allem.

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