Bhakti Sutra 38

Narada Bhakti Sutra 38

Deutsche Übersetzung

In erster Linie jedoch wird sie erlangt durch die Gnade von Heiligen bzw. durch Gottes Gnade.

Sanskrit Text

  • mukhyatas tu mahatkṛpayaiva bhagavatkṛpāleśād vā ।। 38 ।।
  • मुख्यतस्तु महत्कृपयैव भगवत्कृपालेशाद्वा ।। ३८ ।।
  • mukhyatas tu mahatkripayaiva bhagavatkripaleshad va || 38 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • mukhyataḥ : hauptsächlich, in der Hauptsache (Mukhyatas)
  • tu : aber, jedoch (Tu)
  • mahat-kṛpayā : durch das Mitgefühl (Kripa) der Edlen („Großen“, Mahat)
  • eva : wahrlich, gewiss (Eva)
  • bhagavat-kṛpā-leśāt : durch einen winzigen Teil (Lesha) des Mitgefühls (Kripa) des Erhabenen (Bhagavat)
  • vā : oder (Va)     ।। 38 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

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Gottesliebe ist nicht einfach da oder nicht da, wir können selbst etwas dazu tun, wir sind also selbst dafür verantwortlich. Menschen haben gerne eine Neigung, sich als Opfer zu fühlen. Es ginge ihnen ja besser, wenn andere netter zu ihnen wären, es wäre auch alles gut wenn usw. Unter anderen Gegebenheiten könnten sie auch mehr Liebe zu Gott spüren, aber leider sind die Umstände nicht so. Der Ansatz von Bhakti Sutra ist ein anderer, dort sagt Narada es liegt an dir selbst, dich für Gottes Liebe zu öffnen. Du kannst selbst etwas dafür tun, um diese Gottesliebe zu erfahren, du musst selbst etwas dafür tun. Er relativiert das mit diesem Vers etwas. In vorherigen Versen hat er einige Mittel aufgezeigt, wie man dort hinkommen kann: Gott dienen, Menschen dienen, Mantra singen, Geschichten über Gott anhören und so weiter. Jetzt sagt er, man erlangt diese Gottesliebe auch durch die Gnade Gottes und die Gnade der Heiligen.

Und viele von denen, die dies jetzt lesen haben ja schon viele Erfahrungen gemacht, es kann aus heiterem Himmel geschehen, dass man plötzlich überwältigt ist von einem Gefühl der Liebe, von einem Gefühl der Hingabe, von einem Gefühl und einer Bewusstheit Gottes, der Bewusstseinserweiterung. Manchmal kommt dies aus heiterem Himmel, manchmal kommt es aus einem nicht heiteren Himmel, es kommt einfach so, dies bezeichnet man dann Gnade. Diese Gnade kann natürlich direkt von Gott kommen, wir können auch die Gnade eines Meisters bekommen. Ich hatte das große Glück, beim großen Meister Swami Vishnu-Devananda leben zu können und es war nicht immer einfach, bei ihm zu sein. Er hat viel von einem verlangt, viel gefordert, er hat einen herausgefordert, aber er hat auch immer gelacht und er war auch einer, der intensiv war. Wenn man bei ihm meditiert hat, konnten aus heiterem Himmel plötzlich Schauder von Glück über einen kommen. Plötzlich haben die Haare zu Berge gestanden, ich war erfüllt von einer solchen göttlichen Liebe und einem solchen Segen. Dafür kannst du dich öffnen und darum kannst du auch bitten. Denn auch die Gnade Gottes, die Gnade der Heiligen kommt, indem du dich für sie öffnest.

So kannst du jetzt selbst noch kurz darüber nachdenken und dir ein bis zwei Minuten nehmen um darüber reflektieren: Wann habe ich mal eine besondere Gnade empfunden, die mich zu intensiver Liebe, intensiver Gotteserfahrung geführt hat? Und du kannst auch überlegen, um diese Gnade zu bitten und innerlich zu beten: Oh Gott bitte lass mich deine Liebe erfahren, lass mich in Liebe zu Dir wachsen, lass mich dich spüren.

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