Bhakti Sutra 10

Narada Bhakti Sutra 10

Deutsche Übersetzung

Völlige Hingabe bedeutet, jegliche andere Zuflucht aufzugeben und zu Gott Zuflucht zu nehmen.

Sanskrit Text

  • anyāśrayāṇāṃ tyāgo’nanyatā ।। 10 ।।
  • अन्याश्रयाणां त्यागोऽनन्यता ।। १० ।।
  • anyashrayanam tyago’nanyata || 10 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • anya-āśrayāṇām : (jeglicher) anderer (Anya) Zuflucht, Unterstützung, Abhängigkeit (Ashraya)
  • tyāgaḥ : das Aufgeben (Tyaga)
  • ananyatā : das ausschließliche Gerichtetsein („auf-nichts-anderes-Aussein“, Ananyata) ist     || 10 ||

Kommentar von Sukadev Bretz

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Narada spricht von einem sehr hohen Standpunkt aus darüber, wie wir Bhakti kultivieren können. Er sagt hier, wir sollten jede andere Zuflucht aufgeben und nur zu Gott Zuflucht nehmen. Wir haben so viele verschiedene Sicherheiten, von denen wir denken, dass wir sie brauchen. Meine Lebensversicherung, meine Krankenversicherung und ich brauch noch meine Alterssicherung und ich brauch noch eine Wohnung und ich brauch dieses und jenes. So viel Zuflucht, zu dem man nimmt. So vieles, wo man Zuflucht sucht. All das hält dich von der Gottesliebe ab.

Letztlich heißt es, wenn du die höchste Gottesliebe haben möchtest, jede andere Zuflucht aufzugeben, sich ganz Gott zuzuwenden. Das ist einer der Gründe, weshalb es zum Beispiel in Indien das Wandermönchstum gibt. Und weshalb der heilige Franz von Assisi auch geraten hat, nicht irgendwo zu wohnen, sondern durch die Gegend zu gehen, gänzlich von Gott abhängig zu sein, von nichts anderem außer von Gott abhängig zu sein.

Gut, das ist jetzt in der heutigen Zeit unpraktisch und deine Lebensumstände mögen das auch gar nicht erlauben. Und selbst bei Yoga Vidya haben die Mitarbeiter und die Sevakas ihre Alterssicherung und Krankenversicherung usw. Wir haben ein Regelwerk, auf das Menschen sich verlassen können, aber da ist auch eine Gefahr darin. Letztlich nimm nur Zuflucht bei Gott. Denn jede andere Zuflucht ist nur vorübergehend. Eine Lebensversicherung ist nicht so sicher, es kann irgendwas passieren und dann funktioniert sie nicht mehr. Nichts ist sicher, nur der Tod ist sicher. Und die höchste Sicherheit ist Gott. Daher, du magst dich öfters mal darin erwischen, dass du irgendwo sonstige Sicherheiten und Zufluchten brauchst, dass du denkst, den und den Menschen brauche ich und das brauche ich usw. In Wahrheit brauchst Du nichts außer Gott. Mache Dir das bewusst. Und lächle öfters mal darüber.

Wenn der Geist sagt, ja das brauche ich und wenn du merkst du wirst unsicher, wenn du das nicht hast, kannst du deinem Geist sagen, ja lieber Geist, du magst sagen du brauchst das, du magst sagen, das ist eine Sicherheit. Aber tief im inneren weiß ich, ich habe nur eine Sicherheit und das ist Gott. Egal was äusserlich oder innerlich geschieht, egal was Menschen mir tun mögen oder nicht tun mögen, tief im Inneren weiß ich, Gott kümmert sich um mich. Ich vertraue mich ganz Gott an. Indem ich mich ganz Gott anvertraue, weiß ich, werde ich die Gottesliebe vollständig erfahren. Und wenn ich vollständige Gottesliebe erfahre, da bleibt nichts mehr was zu tun ist. So beobachte dich, wenn Du Zuflucht bei kleinen Dingen und bei Menschen nimmst, lächle darüber, lass es los. Nimm nur Zuflucht bei Gott allein.

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