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14-25 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 14. Kapitel 25. Vers: Geist ist ausgeglichen in Ruhm und Schmach

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„Manapamanayos tulyas tulyo mitrari-paksayoh sarvarambha-parityagi gunatitah sa ucyate.“
Krishna, der Lehrer, spricht:
„Wer unberührt ist von Ehre und Schmach, sich gleich verhält gegenüber Freund und Feind und alle Vorhaben aufgibt – von ihm heißt es, er hätte die Eigenschaften transzendiert.“
Gunatita bedeutet, er hat die Eigenschaften, die Gunas, transzendiert. Arjuna hat einige Verse vorher gefragt: „Wie ist ein Gunatita, jemand, der die Eigenschaften transzendiert hat?“ Also wie ist jemand, der im Höchsten ruht, ein Erleuchteter? Und Krishna gibt eine Aufzählung von Eigenschaften, die man als Aspirant kultivieren kann, um so zu jemandem zu werden, der selbstverwirklicht ist, die Erleuchtung erlangt. Zum einen gilt, wenn du die Erleuchtung erlangt hast, sind diese Eigenschaften, die Krishna aufzählt, automatisch da. Zum anderen, um die Erleuchtung zu erreichen, kannst du dich darum bemühen, dass du diese Eigenschaften entwickelst. „Unberührt von Ehre und Schmach.“ Manchmal wirst du gelobt, manchmal getadelt, das ist eine Sache, darüber hat er im vorigen Vers gesprochen. Aber es geht noch weiter. Du kannst einen großen Ruhm, eine große Ehre erwerben, weil alle dich großartig finden, weil du etwas getan hast, für das du großes Lob bekommst. Du kannst das bekommen und jetzt kannst du dich dessen entweder schämen, du kannst dich unwohl damit fühlen oder du kannst dir bewusst sein, letztlich läuft Karma ab und Gott wirkt durch dich. Daher kannst du das Lob der anderen annehmen, du kannst die Ehre annehmen, weil du weißt, es bezieht sich nicht wirklich auf dich. Genauso auch Schmach. Es kann sein, dass du etwas sehr Peinliches getan hast, dass andere dich auslachen. Es kann sein, dass du irgendeine große Niederlage hattest und alle dich jetzt plötzlich nicht mehr schätzen. Auch davon solltest du nicht berührt werden. Wilhelm Busch hat mal gesagt: „Und ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt es sich ganz ungeniert.“ In diesem Sinne kannst du es durchaus willkommen heißen, wenn du in Schmach bist. Und du kannst auch wissen, Schmach ist auch etwas, was in den Gunas ist und was vom Karma her kommt. Du kannst dich bemühen so gut, wie du kannst, und was dabei herauskommt liegt nicht mehr ganz an dir. Und in diesem Sinne kannst du etwas ganz Großartiges tun wollen und nachher kommt was ganz Schiefes dabei heraus. Sei dir bewusst, das ist auch dein Karma, das abläuft. Du brauchst dich davon nicht zu sehr berühren zu lassen. Und selbst wenn deine Emotionen davon berührt sind, tief im Inneren bist du nicht berührt. Du kannst zu dem Teil in dir zurückkommen, der nicht berührt ist von Ehre und Schmach. So sei dir bewusst, dass du unberührt sein kannst von Ehre und Schmach und auf diese Weise dich tiefer verankern kannst im Selbst. Du kannst dir heute überlegen, wofür wirst du besonders gelobt? Was gibt es, was dich ganz besonders tief berührt? Welches Lob ist etwas, was dich besonders berührt? Oder wofür schätzen dich die Menschen? Erkenne, das bist nicht wirklich du, sondern es ist letztlich Gott, der durch dich wirkt oder es sind die Gunas, die durch dich hindurch wirken. Und überlege, wann du vielleicht durch große Schmach gegangen bist, wann dir irgendetwas sehr peinlich war, was du gemacht hast, als du irgendwo eine große Niederlage hattest, wofür andere dich vielleicht sogar ausgelacht haben oder dich kritisiert haben. Erkenne, beides, Ehre und Schmach, sind nur Eigenschaften in der Natur. Du selbst bist darüber. Diese Ehre und Schmach gehören in diese Welt der Dualität. Du selbst bist jenseits davon. Du bist und bleibst Satchidananda, unendliches Sein, unendliche Bewusstheit, unendliche Wonne. Und wenn es dir gelingt, auch in Schmach diese unendliche Wonne zu erfahren, dann hast du wirklich etwas erreicht.

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