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17-04 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 17. Kapitel 4. Vers: Der reine Glaube verehrt das Göttliche

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„Yajante sattvika devan yaksa-raksamsi rajasah pretan bhuta-ganams canye yajante tamasa janah.“

Krishna spricht:

„Sattvige, reine Menschen verehren die Devas, die Manifestationen Gottes; rajasige, leidenschaftliche Menschen verehren die Yaksha und die Rakshasas; die anderen, die tamasigen, getäuschten Menschen verehren die Pretas, erdgebundene Geister und die Bhutas, die Scharen der Naturgeister.“

Diesen Vers kann man wörtlich nehmen, man kann ihn auch im übertragenen Sinne sehen. Zunächst mal, es gibt verschiedene Weisen der Verehrung. Du könntest sagen, man kann Gott direkt verehren. Das wären dann sattvige Menschen. Oder auch die Manifestationen Gottes, Deva, scheinend, strahlend. Man kann die Yakshas und Rakshasas verehren, das sind die Brüder von Kubera, dem Herrn des Reichtums und Geister, die über den Reichtum wachen oder die Rakshasas, Wesen mit Kraft und Stärke, die Zauberkraft besitzen. Man könnte sagen, man verehrt Wesen, die einem helfen sollen, reich zu werden. Tamasige, getäuschte Menschen verehren die erdgebundenen Geister. Sie beschäftigen sich mit den Verstorbenen, die noch erdnah sind. Sie beschäftigen sich mit niederen Naturgeistern. Und das ist eine Gefahr dabei. Wenn man sich zu sehr mit erdgebundenen Geistern beschäftigt, zu sehr mit den niederen Naturgeistern beschäftigt, das macht den Geist träge, grobstofflich und beeinflussbar. Wenn man sich mit den Zwischenstufen beschäftigt, hilfbare Geister, die man anruft, um Macht, Reichtum, Ansehen zu bekommen, auch dort kann man beeinflusst werden. Letztlich kann dieser Einfluss einem auch die Energien rauben. Deshalb gilt es, Gott selbst zu verehren und nicht diese anderen Wesenheiten. Man kann es auch im anderen Sinne verstehen, denn vermutlich die wenigsten unter den westlichen Aspiranten kommen jetzt in Versuchung, die Yakshas und die Rakshasas zu verehren oder erdgebundene Geister zu verehren. Da ist vielleicht in Indien die Gefahr größer und mindestens in früheren Zeiten viel größer gewesen. Man kann es im übertragenen Sinne sehen. Auch im Sinne von Verehrung und Spiritualität. Es gibt Menschen, die verehren Gott, um zu einer höheren Wirklichkeit zu kommen. Es gibt Menschen, die verehren den Reichtum. Yakshas und Rakshasas repräsentieren Reichtum. So wie Jesus sagt: „Du kannst nur einem Herrn dienen, Gott oder dem Mammon.“ Manche Menschen verehren den Mammon, den Herrn des Reichtums und tun alles, um reich zu werden. Dann gibt es solche, die verehren Gespenster. Und das heißt, sie widmen ihr Leben letztlich Drogen, Alkohol, Süchten usw. Auch wie Menschen ihren Alkoholkonsum betreiben, das hat schon etwas von einer Verehrung an sich, von Götzendienst. Wenn man sich Weinproben anschaut und wie über Wein gesprochen wird und Weintempel oder Esstempel, Fresstempel, wie sie auch genannt werden, wird man schon nachdenklich. Also Essen wird verehrt, die ganze Speisekultur und die ganze Weinkultur. Man könnte zwar sagen, das ist auch irgendwas Schönes, aber letztlich sind es Gespenster, es ist etwas, was einen runterzieht. Du kannst noch selbst überlegen, was für dich die Gespenster sind, die du vielleicht manchmal verehrst. Auf eine gewisse Weise, Menschen verehren den Reichtum und Erfolg im Beruf und widmen dem sehr viel. Oder Ansehen oder ihre Karriere usw. Manche verehren Sinnesgenüsse und Süchte. Sattvige Menschen verehren Gott. Ich persönlich meine ja auch, wenn im Alten Testament steht, „du sollst keine anderen Götter neben mir haben“, heißt das, du sollst nicht parallel zu Gott sagen: „Ja, ich will erstens Gott, zweitens will ich auch noch Reichtum und drittens will ich auch noch große sinnliche Befriedigungen.“ Sondern um wirklich spirituell voranzuschreiten, heißt das, du solltest nur einen Gott verehren, das eine Höchste. Alles andere gehört dann zur Verehrung Gottes dazu. Du kannst den Erfolg im Beruf Gott widmen. Du kannst das Essen Gott widmen. Du kannst das Wohnen Gott widmen. Widme alles Gott. Und verehre nicht den Reichtum, verehre nicht die Karriere und verehre nicht Sinnesvergnügen, sondern verehre in allem Gott.

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