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14-24 Fortsetzung – Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 14. Kapitel 24. Vers Fortsetzung: Dualität wie Lob und Tadel sind für den Weisen gleich 

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Krishna spricht zu Arjuna über die Kennzeichen eines Vollkommenen und gibt und gibt damit auch Aufgaben, die wir erledigen können, um vollkommen zu werden. Im 24. Kapitel im 24. Vers, 14 Kapitel, sagt Krishna auch: „Wer sich den Freundlichen und den Unfreundlichen gleich verhält …“

Manche Menschen sind uns freundlich gesonnen, manche sind uns unfreundlich gesonnen. Manchmal ist der Gleiche einem Morgens freundlich gesonnen, und Nachmittags unfreundlich gesonnen. Oder um neun Uhr freundlich und um neun Uhr fünf schon unfreundlich. Und manchmal ist der Mensch die ganze Zeit freundlich, nur wir empfinden das eine als freundlich und das andere als unfreundlich. So viele Verwicklungen kommen, weil man ständig schaut, ist er jetzt mehr freundlich oder unfreundlich, und die ganzen Emotionen, die damit verbunden sind.  Man kann einen Menschen mögen, weil er freundlich ist, dann mag man ihn nicht, weil er unfreundlich ist. Wenn er unfreundlich wird, kann man mit Angst reagieren, oder mit Ärger, oder mit Depression und so weiter.

Wir können uns gegenüber Freundlichen und Unfreundlichen gegenüber gleich verhalten. Wie können wir uns gleich verhalten gegenüber Freundlichen und Unfreundlichen? Zunächst einmal ist es der Geist der Liebe, zu erkennen, in jedem Menschen manifestiert sich Gott. Tief im Inneren ist jeder Mensch Satchidananda, tief im Inneren sind wir verbunden mit allen Wesen. Das ist der erste, das ist der höchste Standpunkt des Gleichverhaltens, des Gleichsein gegenüber Freundlichen und Unfreundlichen.  Der zweite Aspekt wäre, wir können uns bewusst machen, durch jeden Menschen wirkt Gott zu uns, spricht Gott zu uns. Und wir können dieses Wirken Gottes in jedem Menschen sehen. Wir können bewundern, wie Gott zu uns wirkt. Wir können es bewundern, wenn ein Mensch außergewöhnlich freundlich zu uns ist. Wir können auch mal einen Zornesausbruch eines anderen Menschen bewundern. So viel Energie ist dort. Du kannst das nächste Mal, wenn irgendjemand aus der Fassung gerät und wirklich anfängt zu schimpfen, und wirklich sich aufzuregen, dann kannst du mal schauen – ist auch etwas Göttliches, kannst du auch bewundern. Gott manifestiert sich sowohl in unglaublicher Liebe als auch im anderen. Und du kannst dir das anschauen und kannst darüber innerlich lächeln und du kannst dir bewußt werden, auch darin manifestiert sich das Göttliche. Du kannst zum anderen auch alles was kommt als Herausforderung ansehen. Angenommen, es ist schnell etwas zu tun und jemand ist sehr langsam, und du ärgerst dich darüber: „Warum muss der so langsam sein?“ Du kannst das sehen als Möglichkeit, um Geduld zu entwickeln. Du kannst sehen, wenn jemand  sich anders verhält als du das gerne hättest, als eine Aufgabe, dass du daran wächst.

Eine nächste Möglichkeit ist, davon auszugehen, dass es jedem darum geht, Liebe zu zeigen, Liebe zu bekommen und dass jeder Mensch, was auch immer er tut, eigentlich tut, weil er das Beste meint. Es gibt keinen Menschen, der Schlechtes will. Jeder Mensch will das Gute. Allerdings ist das, was der eine Mensch, als Gut denkt, nicht das Gute, was der andere denkt. Und Manches, wass Menschen machen, ist sicherlich ethisch nicht vertretbar und man muss ihn davon abhalten. Aber selbst wenn Menschen Unethisches tun, selbst wenn Menschen etwas tun, wogegen wir uns wehren müssen, selbst wenn Menschen etwas tun, wogegen es gilt aufzustehen und das Unrecht abzustellen, gilt es, sich innerlich gleich zu verhalten, im Sinne: „Tief im Inneren meint der Mensch es gut, auch wenn er aus Unwissenheit heraus handelt.“

Zusammenfassend: Um gegenüber Freundlichen und Unfreundlichen sich aus dem gleichen Geist heraus zu verhalten, gilt es, zu erkennen, das Selbst aller Wesen ist gleich. Gott manifestiert sich durch alle Wesen. Karmische Aufgaben manifestieren sich durch die Menschen und deren Verhalten. Und schließlich: jeder Mensch meint es letztlich gut. Das können wir erkennen und erfahren und so jedem Menschen mit Liebe begegnen.

 

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