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14-12 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 14. Kapitel 12. Vers: Rajas zwingt dich zur Ruhelosigkeit

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„Lobhah pravrttir arambhah karmanam asamah sprha rajasy etani jayante vivrddhe bharatarsabha.“
„Gier, Aktivität, das Ausführen von Handlungen, Ruhelosigkeit, Sehnsucht – sie entstehen, wenn Rajas vorherrscht, Oh Arjuna.“
Hier beschreibt Krishna nochmals genauer, was ist Rajas. Rajas ist, wenn Gier vorherrscht, Aktivität, Ausführen von Handlungen, Ruhelosigkeit, Sehnsucht. Hier siehst du, es gibt Gutes wie auch weniger Gutes in Rajas. Gier heißt, du willst unbedingt: „Das brauche ich unbedingt. Nur, wenn ich das habe, werde ich glücklich sein.“ Das ist die Gier. „Dieser Mensch hat das, was ich brauche. Ich muss es ihm wegnehmen.“ Das ist alles Gier. Positiv könnte Rajas heißen, du bist aktiv. Das ist nämlich das Nächste, Aktivität. Du fühlst, du bist angetrieben. Du könntest dann das Rajas umwandeln, indem du sagst: „Oh, ich spüre Aktivitätsdrang. Oh Gott, bitte hilf mir, dass ich das Richtige mache. Zeige mir dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten. Bitte, nicht mein Wille, Dein Wille geschehe.“ Das wäre eine positive Aktivität. Ausführen von Handlungen ist ja etwas Gutes. Du kannst also auch wieder sagen: „Oh Gott, ich widme Dir diese Handlung. Möge Gutes dabei herauskommen. Ich will es mit Liebe tun. Ich will es für Dich tun. Ich will es tun, um Gutes zu bewirken.“ Wenn du nur einfach handelst, um irgendetwas zu erreichen, aus der Gier heraus, dann ist das Rajas. Wenn du aber aktiv bist und die Handlungen ausführst für Gott, dann ist da zwar auch ein kleines rajasiges Element dabei, aber es ist insgesamt sattvig. Wenn du die Handlungen ausführst aus Gier heraus, dann entsteht Ruhelosigkeit, denn letztlich wirst du niemals alles haben, was du willst. Selbst wenn du vorübergehend einen Wunsch befriedigt hast, eine neue Ruhelosigkeit wird kommen. Aus Rajas entsteht Ruhelosigkeit. Ruhelosigkeit gibt es aber auch in seiner sattvigen Form. Du willst irgendwo viel meditieren und du denkst, „ich muss unbedingt meditieren, um zum Höchsten zu kommen“, aber in dir ist trotzdem etwas Ruhelosigkeit. Das kann natürlich auch wie eine Reinigung sein. Es kann auch ein Zeichen sein, dass dort Rajas ist. Es kann aber auch heißen, dass jetzt karmisch an der Zeit ist, dass du etwas tust, dass du dich engagierst. Krishna sagt ja in der ganzen Bhagavad Gita, allein durch Meditation kommen nur wenige Menschen zum Höchsten. Durch Karma Yoga, durch uneigennütziges Dienen, kommen die meisten Menschen zum Höchsten, sofern es natürlich kombiniert ist mit spiritueller Praxis, wie Meditation, Asanas, Pranayama, Mantrasingen usw. Aber manchmal ist Ruhelosigkeit ein Zeichen, dass du etwas mehr tun sollst, im Sinne von uneigennützigem Dienen.

Sehnsucht – es gibt auch hier positive und negative Sehnsucht. Positive Sehnsucht ist die Sehnsucht nach dem Absoluten, die Sehnsucht, Gott zu erfahren, die Sehnsucht, in jedem Menschen das Göttliche zu empfinden. Es gibt auch rajasige Sehnsucht, dürsten, verlangen nach Sinnesobjekten. Du willst unbedingt das essen, du willst das und das haben, du gehst an einem Kaufhaus vorbei und denkst: „Ah, das will ich kaufen.“ Du siehst dies: „Ah, das will ich auch noch haben.“ Du siehst, deine Freundin hat irgendetwas. „Oh, die hat was Schöneres als ich. Ich muss noch was Schöneres haben usw.“ Das sind rajasige Sachen. Und mit den rajasigen Sachen solltest du vorsichtig sein, sie nicht zu sehr zu befriedigen, denn rajasige Wünsche zu befriedigen, heißt, Öl ins Feuer zu gießen, es wird nur immer mehr. Kleine rajasige Sachen kannst du dir befriedigen, im Sinne von: “Jetzt soll der Geist mal ein bisschen ruhig sein, ich gebe ihm das.“ Du kannst auch kleine Kompromisse schließen. Und du kannst die rajasigen Wünsche insofern befriedigen, als sie doch irgendwie sattvig sind. Und du kannst letztlich auch wissen, jede Sehnsucht Spriha, jedes Dürsten, Verlangen nach Sinnesobjekten, wie im Sanskrittext ursprünglich steht, jede Sehnsucht in diesem Sinne, ist letztlich ein Ausdruck der Sehnsucht Gottes. Letztlich wirst du erst dann zufrieden sein, wenn du Gott erfährst.

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