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14-11 Kommentar Sukadev

Unsere Grundstimmung differiert je nach momentanem Schwergewicht der Gunas. Unsere Reaktionen hängen sehr eng mit dem gerade vorherrschenden eigenen Gemütszustand zusammen.

Wenn Sattwa vorherrscht, werden wir alles was wir sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen als sattwig wahrnehmen. Wenn die Sonne scheint, freuen wir uns und wenn es regnet, freuen wir uns auch. Wenn wir mit jemanden sprechen, tun wir es liebevoll.

Wenn wir in einem vorwiegend rajasigen Gemütszustand sind, neigen wir eher zu rajasigen Antworten und Ausdrucksweisen. Wenn wir uns über jemanden aufregen, ist es manchmal gar nicht so sehr die Aufgabe, die Beziehung zu diesem Menschen zu klären, sondern oft müssen wir nur eines tun, nämlich unseren Gemütszustand ins Sattwige erheben.

 

Sattwa erhöhen durch spirituelle Praxis

Pranayama, Mantrasingen, Schriften rezitieren, Asanas üben, entspannen, spazieren gehen – das alles sind Mittel, wie wir unsere Grundeinstimmung sattwiger machen können. Was ist das Problem dabei? – Dass die wenigsten Menschen während ihres acht- und mehrstündigen Jobs diese Techniken üben können. Die meisten können nicht einfach am Schreibtisch Pause machen und Wechselatmung üben, wenn sie merken, dass sie auf 180 sind… Du kannst schauen, was in deiner individuellen Situation möglich und sinnvoll ist: vielleicht zwischendurch eine Kurzentspannung im Sitzen oder Stehen, ein Mantra leise oder im Geiste wiederholen, dich bewusst einen Moment an Gott erinnern oder leise ein bisschen Pranayama praktizieren, oder bewusst die tiefe Bauchatmung ein paar Mal machen, den Atem beobachten, bewusst positive Gedanken oder Affirmationen kultivieren. So kannst du dich mitten im Alltag immer wieder zentrieren.

 

Die Wechselwirkung von Gemütszustand und Gedanken

Unser Gemütszustand bestimmt nicht nur unsere Gedanken, sondern wir können auch über bewusst gesteuerte Gedanken unseren Gemütszustand beeinflussen. Wir sind nicht einfach unseren Stimmungen und Reiz-Reaktionsmustern hilflos ausgeliefert. Wir sind nicht wie ein Roboter, wo jemand einen Knopf drückt und dann werden wir wütend, fallen also in einen rajasigen Zustand, oder jemand drückt einen anderen Knopf, dann werden wir traurig und deprimiert, fallen also in einen tamasigen Zustand. Nein, wir können unsere Reaktionen steuern und beeinflussen und somit unsere Autonomie und Menschenwürde wahren. Die meisten Menschen werden von außen gesteuert. Wenn du feststellst, dass du aufgrund bestimmter Verhaltensweisen anderer oder in bestimmten Situationen auf eine bestimmte Weise reagierst wie ein Roboter, kannst du überlegen, was du eventuell anders machen kannst. Du kannst in jedem Fall die Standardpraktiken regelmäßig üben wie Asanas, Pranayama und Meditation, um dein System sattwiger zu machen. Und wenn du es alleine nicht schaffst, kannst du  in eine Yogastunde gehen oder ein Übungsvideo oder eine Übungs-CD zu Hilfe nehmen. Und du kannst bewusst sattwige Gedanken hervorrufen.

 „Wenn durch jedes Tor in diesem Körper das Licht der Weisheit scheint, kann erkannt werden, dass Sattwa vorherrscht.“ – Umgekehrt, wenn das nicht so ist, dann wissen wir, in mir ist kein Sattwa. Nicht ich bin schlecht oder die Umwelt ist schlecht oder alle sind böse, keiner mag mich, nichts läuft gut, sondern in diesem Körper-Geist-Kontinuum herrscht gerade kein Sattwa vor. Also ist das Problem definiert und wir können an einer Lösung arbeiten.

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