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13-20 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 13. Kapitel 20. Vers: Die Erfahrung kommt von der Seele

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„Karya-karana-kartrtve hetuh prakrtir ucyate purusah sukha-duhkhanam bhoktrtve hetur ucyate.“
„Im Hervorbringen von Wirkung und Ursache sind die Natur, Prakriti als die Ursache; beim Erfahren von Freude und Schmerz gilt die Seele als die Ursache, Purusha.“
Äußere Dinge sind Teil der Materie, innere Dinge sind auch Teil des Purushas. Das, was innere und äußere Dinge erfährt, ist die Seele. Die Natur hat kein Bewusstsein. Die Natur geht durch Höhen und Tiefen. Aber die Erfahrung selbst kommt von der Seele. Was auch heißt, äußere Dinge entwickeln sich, aber die Reaktion darauf ist in dir. Und ob du es wirklich erfährst, hängt wiederum an Purusha. Das sind komplexe philosophische Konzepte, die Krishna auf verschiedenste Weisen beschreibt. Für dich von Relevanz oder für uns von Relevanz ist, sei dir bewusst, die äußeren Dinge sind eine Sache. Wie du darauf reagierst, ist eine andere Sache. Und wie du die Reaktion in dir empfindest, ist eine dritte Sache. Ein Beispiel: Jemand kritisiert dich. Das ist jetzt eine äußere Sache. Und diese äußeren Sachen unterliegen letztlich auch dem Karma, unterliegen Ursache und Wirkung. Die Ursache kann im Menschen selbst sein. Ihm ist eine Laus über die Leber gelaufen und jetzt muss er sich irgendwo abreagieren. Die Ursache kann in deinem Verhalten liegen. Du hast tatsächlich objektiv einen Fehler gemacht. Die Ursache kann im Karma liegen. Du hast vor einer Woche jemand ungerechtfertigt kritisiert oder gerechtfertigt kritisiert und warst etwas zu streng mit ihm. Und jetzt aus karmischen Gründen wirst du ungerechtfertigt und letztlich streng kritisiert von dem Menschen. So gibt es verschiedene äußere Ursachen. Das zweite ist, wie reagierst du darauf? Du kannst es mit Mitgefühl empfinden: „Oh, der ist in einer schlechten Stimmung. Ich sollte schauen, was ich tun kann, dass es ihm besser geht.“ Du kannst innerlich das „Om Tryambakam“, also ein Segensmantra für ihn wiederholen. Du kannst eine Herzensverbindung herstellen und die Verletztheit im anderen Menschen wahrnehmen. Du kannst überlegen: „Habe ich tatsächlich etwas falsch gemacht? Habe ich etwas gemacht, was ich vielleicht hätte besser machen können? Habe ich es zwar von meinem Standpunkt aus richtig gemacht, aber war da vielleicht etwas, was die Aufgaben des anderen erschwert hat?“ Empfinde dann Mitgefühl. Oder ist es vielleicht eine Herausforderung: „Ja, ich sollte wachsen, ich sollte etwas mehr machen.“ Usw. Also, das ist die Reaktion, die du hervorrufen kannst. Du kannst dich natürlich auch darüber ärgern und du kannst natürlich auch in eine melancholische Stimmung kommen. Das sind alles innere Reaktionen. Die nächste Sache, die du betrachten kannst, ist dann deine innere Prakriti. Selbst wenn du ärgerlich bist, muss dich das gar nicht so sehr stören. Du kannst einen Schritt weitergehen und kannst sagen: „Ärger mag zwar eine Manifestation von Chitta, meinem Geist sein, aber ich bleibe im Inneren reines Bewusstsein.“ Du kannst beobachten: „Da ist der Mensch, das sind die Worte, das ist meine innere Reaktion, aber wer bin ich, der ich diese Reaktion beobachte?“ Dann stellst du fest: „Ja, ich bin das unsterbliche Selbst, ich bin jenseits aller Reaktionen.“ Wenn du erst mal diesen inneren Standpunkt eingenommen hast, dann kannst du auch wieder weiter nach außen gehen. Du kannst deine eigene psychische Reaktion ändern, wenn du willst, oder du kannst sie beobachten und sie mitfühlend empfinden. Du kannst anders reagieren auf den anderen Menschen oder selbst wenn du auf eine bestimmte Weise reagierst, die deiner inneren Stimmung entspricht, kannst du loslassen und nicht davon beeinflusst sein. Du hast also viele Freiheitsgrade. Erkenne in jedem Fall, äußere Ursachen gibt es viele, für äußere Dinge, die passieren. Deine innere Reaktion ist etwas zweites, die du durchaus beeinflussen kannst, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Was du in jedem Fall machen kannst, ist, dich zu lösen von den Gemütsreaktionen und zu erkennen: „Satchidananda Swarupoham. Meine wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit.“

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