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12-20 Kommentar Sukadev

„Wer diesen Dharmas, diesen Regeln mit Vertrauen folgt“: Schon wer sich bemüht, dorthin zu kommen, ruht in der Liebe Gottes. Da sagt er: Nicht nur diejenigen, die das erreicht haben, sondern auch die, die sich bemühen, das zu erreichen, erfahren die göttliche Liebe. Wir befinden uns auf yathi, yathoktam, auf dem Weg dorthin. Wir gehen dorthin mit Vertrauen  (shradda). Wir wissen, dass wir noch nicht soweit sind, wir gehen den Weg dorthin. Und wenn wir ihn mit Vertrauen gehen, auch wenn wir uns immer wieder ärgern, wenn jemand ein Fenster öffnet und es zieht oder jemand das Fenster schließt und wir Angst vor stickiger Luft haben, auch wenn wir merken, ich habe mich doch wieder aufgeregt, weil jemand meine gute Leistung nicht anerkannt hat, mich im Gegenteil sogar beschimpft hat – wir bemühen uns trotzdem. Solange wir uns mit Glauben und Vertrauen bemühen, können wir immer wieder spüren, dass die Liebe Gottes da ist. Ich muss nicht perfekt sein, damit Gott mich liebt. Ich muss nicht perfekt sein, um Gott zu lieben. Die Liebe Gottes ist in jedem Moment da. So wenig wie ein Kind perfekt sein muss, damit die Mutter das Kind liebt, so wenig müssen wir perfekt sein, damit Gott uns liebt. Gott liebt uns so, wie wir jetzt sind. Schon dann, wenn wir vertrauensvoll den Lehren folgen, können wir diese Liebe Gottes spüren.

Das ist etwas, was in der evangelischen Kirche oft betont wird: Wir brauchen nicht vollkommen zu sein, Gott liebt uns, so wie wir sind. Das gilt es, zu beachten, wenn wir den Yoga Weg gehen. Wir müssen bei den hohen Idealen im Yoga aufpassen, dass wir uns nicht unter Leistungszwang setzen. Manchmal magst du denken: „Wenn ich das nicht mache, bin ich ein schlechter Yogi.“ Krishna empfiehlt im 6. Kapitel: Das Selbst sei der Freund des Selbst. Habe hohe Ideale. Wisse dabei, schon so wie du jetzt bist, bist du tief im Inneren vollkommen. So wie du jetzt bist, bist du verbunden mit Gott. So wie du jetzt bist, kannst du die Liebe Gottes spüren. Dann wirst du ohne Leistungsdruck, ohne Verdrängung und Schattenkämpfe über die Verehrung Gottes Schritt für Schritt alle Eigenschaften entwickeln, die Krishna hier aufgezählt hat.

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