Suche
  • TIPP: Nutze die Suche, um bestimmte Verse zu finden.
  • z. B.: die Eingabe 01-21 bringt dir 1. Kapitel, 21 Vers.
Suche Menü
Kapitel
Vers
Schrift öffnen

09-23 Kommentar Sukadev

Im Sanskrit-Text steht „Anya Devata“. „Anya Devata“ bedeutet übersetzt „andere Engelswesen“ bzw. „andere Götter“. Krishna spricht hier also nicht nur einfach von „Engelswesen“, sondern „anderen Engelswesen“, „anderen Göttern“. So könnte man diesen Vers auch wie folgt übersetzen: „Fromme Menschen, die vertrauensvoll andere Götter verehren, verehren zwar alleine mich, Oh Arjuna, aber auf die falsche Weise.“ Man könnte diesen Vers so deuten, dass Krishna sagt, dass nur die Verehrung von Krishna die rechte Weise der Gottesverehrung ist. Verehrung von anderen Göttern sei die falsche Weise. Ähnliches steht auch im Alten Testament geschrieben, wo es heißt. „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ (Exodus 20,3). Sowohl Bhagavad Gita als auch Bibel scheinen hier Intoleranz zu predigen und könnten so zur Quelle von Religionskriegen werden.

Dies scheint dem zu widersprechen, was die modernen Yoga-Meister lehren. Sie sagen, dass alles Eins ist, dass Krishna, Shiva, Gottvater, Gottsohn, Gott Heiliger Geist, die Kosmische Urmutter, Allah, Gott etc.alle eins sind.

Auf dieser Grundlage würde man das 1. Gebot und diesen Bhagavad Gita Vers folgendermaßen interpretieren:  „Andere Götter“ steht für anderes, was Menschen verehren, wie Geld, Macht etc.  Jesus sagt in der Bergpredigt: „Du kannst nur einem Herrn dienen, Gott, oder dem Mammon.“ (Matth. VI 24). Wir können nur Gott dienen oder dem Geld; Gott oder den Lüsten und Trieben; Gott oder irgendwelchen Menschen und Idolen; Gott oder Macht und Ansehen; Gott oder letztendlich Dir selbst. Die Christen der Urgemeinde bekannten: „Kyrios Jesous.“ „Jesus ist der Herr“. Jesus möchte mit seiner Liebe und seinem Licht unser Leben prägen. Wir brauchen uns nicht von Dingen bestimmen lassen, die uns hinunterziehen, beherrschen und uns den Frieden rauben. Wir können und müssen uns zwar schon darum kümmern, dass wir genügend Geld haben, um anschließend besser dienen zu können. Wir können und müssen uns natürlich, wenn wir eine Familie haben, darum kümmern, dass die Familie überlebt. Auch ist nichts Falsches daran, den Körper zu pflegen und gesund zu erhalten, damit der Körper überhaupt anderen helfen und dienen kann. Den Mammon zu verehren, darauf sollten wir verzichten. Im Grunde genommen verehren Menschen immer etwas: Der eine verehrt den 1. FC Köln. Der andere verehrt den Euro. Ein dritter verehrt Computerspiele. Eine vierte verehrt Tokio Hotel. Manche verehren ihre Kinder, manche verehren ihren Partner, manche verehren den Aktienmarkt, manche ihr Auto. Krishna sagt: Egal, was man verehrt, egal wem man dient: Im Grunde genommen dienen wir alle Gott. Da es nur Gott gibt, kann man auch nur Gott verehren. Jede Verehrung ist daher eine Verehrung Gottes. Wenn man sich dessen nicht bewusst ist, dass hinter allem Gott steht,  ist es aber die „falsche Weise“ der Verehrung.

So empfiehlt Krishna, dass wir in allem Gott sehen. So können wir Gottesverehrung und Dienst im Alltag miteinander verbinden. Wir können Gott im Partner sehen, und ihm im Partner dienen. Wir können Gott in den Kindern sehen, in dem Auto, in allem. Alles, was wir kennen und schätzen, ist ein Teil Gottes. Und damit sind Partner, Geld, Auto, Tokio Hotel nicht Anya Devata, also „andere Götter“, sondern sie sind alle Manifestationen des einen, allumfassenden Gottes. Egal, was wir lieben, bewusst oder unbewusst, letztlich lieben wir nur Gott.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.